Erfahrungsbereicht Antergos Linux


Seit gut 3 Monaten lasse ich in einer virtuellen Maschine Antergos Linux parallel laufen um Erfahrungen zu sammeln. Das ist wegen des kurzen Zeitraums und der virtuellen Maschine zwar nicht representativ, ist aber deutlich praxisnäher als nur anhand der Wiki-Dokumentation dieses Betriebssystem zu beurteilten.

Positiv aufgefallen ist dabei vor allem der grafische Installationsmanager: man fährt das System hoch und erhält direkt angezeigt wenn es Updates gibt. Man braucht dann nur noch auf „Übernehmen“ klicken und das System ist auf dem neuesten Stand. Wenn man das System nur einmal pro Woche startet, kommen dabei rund 200 MB an Update-Downloads zustande, wenn man täglich auf Aktualisieren klickt sind es weniger. Bisher gab es übrigens auch einen Fall, wo Konflikte aufgetaucht sind. Und zwar gab es die Meldung, dass nicht alle Pakete aktualisiert werden konnten und deshalb die Prozedur abgebrochen wurde. Der Ausweg bestand darin, über pacman manuell auf der Command-Line die Aktualisierung zu starten wo dann das entsprechende fehlerbehaftete Paket identifziert wurde. Dieses muss man dann im Update-Manager deselecten. Nach ca. 1 Woche war der Fehler auf Seiten der Antergos-Maintainer behoben und das Paket ließ sich dann erneut installieren. Das ganze hatte die Ursache in den neu eingeführten Paket-Signierungen.

Von diesem Defekt einmal abgesehen war bisher der Eindruck von Antergos positiv. Auch große und komplexe Pakete wie die neuste Eclipse Version (Neon) lassen sich sehr simpel über den Update-Manager nachinstallieren und starten vorbildlich. Mein Eindruck ist, dass Antergos bisher die beste Implementierung eines Rolling-Release Systems darstellt. Dennoch kann man aktuell noch nicht zum Umstieg raten. Zu unausgefreift das Projekt zuwenig User, die es tatsächlich einsetzen.

ROLLING RELEASE
Es stellt sich die Frage, ob Antergos das richtige Betriebssystem ist indem lediglich Feinheiten verbesserungswürdig sind, oder ob der Ansatz per se eine Sackgasse darstellt. Meiner Meinung nach ist Antergos grundsätzlich der richtige Ansatz. Es basiert auf dem ArchLinux Package-System und der dort verwendeten Infrastruktur, ergänzt es jedoch um einen grafischen Installer und einen grafischen Update-Manager. Ein Konzept was erstaunlich leistungsfähig ist.

Zwar ist Antergos in seiner heutigen Ausprägung alles andere als das perfekte Betriebssystem (das spärliche Wiki kann man nur als Witz bezeichnen, kein Vergleich mit Ubuntu), aber dafür ist Antergos vom Aufbau her extrem fortschrittlich. Ähnlich wie Ubuntu kann man sich einen Antergos Rettungs-USB-Stick erzeugen mit dem man jeden beliebigen PC booten kann und immer eine grafische Oberfläche samt Webbrowser erhält. Anders als Ubuntu hat man dort die allerneuste Software was nicht nur Sicherheitsvorteile mit sich bringt, sondern auch eine Verneigung vor der OpenSource Community darstellt. Dort haben bekanntlich die Autoren des Linux-Kernels, von LibreOffice, von Eclipse und all den anderen Programmen ein Interesse daran, dass ihre Arbeit den Weg zum Endverbraucher findet und nicht erst 3 Jahre und länger in irgendwelchen Debian Mailing-Listen diskutiert und für nicht ausgereift beurteilt wird.

Das Hauptproblem mit Antergos ist, dass es nahezu alle Vorteile gegenüber Linux bestätigt. Sobald nähmlich bei Antergos irgendwas nicht funktioniert ist man gezwungen sich mit ArchLinux zu beschäftigen und dort wiederum werden Rettungsaktionen klassisch mit der Kommandozeile und extrem viel Unix spezifischem Fachwissen durchgeführt. Wo bei Redhat Linux und Ubuntu alles in Watte verpackt wird, ist bei Antergos/ArchLinux das blanke Metall zu sehen was nicht für den Umsteiger von Windows oder Apple abschreckend wirkt.

Wer jedoch keine Lust darauf hat, sich von irgendwelchen Konzernen (und sei Redhat oder Cannocical) bevormunden zu lassen und wer selber verstehen will, wie sein System funktioniert, der ist mit ArchLinux/Antergos auf der richtigen Seite. Es ist dasjenige Betriebssystem was für Devoloper sehr viele Vorteile in sich vereint. Und ja, ArchLinux ist diejenige Distribution die am ehesten der Unix Philosophie entspricht.

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