Blackgoo wird Wirklichkeit …


Viele Science-Fiction Autoren haben sich bereits am Thema Blackgoo abgearbeitet. Gemeint ist eine außerirdische Substanz bestehend aus Nanorobotern die sich unkontrolliert verbreitet und alles auffrisst was sich ihr in den Weg stellt. Aber nicht nur die Science-Fiction fühlt sich berufen dazu Aussagen zu treffen, auch die seriöse Forschung hat an dem Thema gefallen gefunden. Wer sich über den aktuellen Stand informieren will der sollte bei Google Scholar die Stichworte „PDDL Nanorobotics“ eingeben. Er wird eine Reihe von Papern aus dem Jahr 2015 und 2016 finden die sich mit MEMS Robotern beschäftigen (Kleinstroboter die in den menschlichen Körper eindringen) welche über eine Planungssystem namens PDDL gesteuert werden. (Anmerkung: Google Scholar liefert leider nicht die passenden Paper, in diesem Fall ist ausnahmsweise die normale Google Suche zu benutzen. Auch dort ist die Trefferzahl überschaubar. Vermutlich gibt es auf diesem Gebiet noch weitere Forschung, allerdings hat Google bei der vollständigen Indizierung von Bücher noch Probleme.). Es handelt sich dabei um jene Technologie die schon bei Shakey the Robot eingesetzt wurde, und in jüngster Zeit zur Programmierung von KI-Bots in Computerspielen genutzt wird. Offenbar ist es möglich, preiswerte Kleinstroboter und PDDL gemeinsam zu erforschen was dazu führt, dass nicht so ganz klar ist, wo die Wissenschaft endet und wo die Science Fiction anfängt.

Der Grund warum MEMS Robotik die Forschung elektrisiert, hat etwas damit zu tun, dass sich diese Roboter sehr preiswert fertigen lassen. Der Produktionsprozess hat ähnlichkeit mit der Microchip Fertigung wo man ebenfalls die Kosten für einen einzelnen Transistor fast auf Null reduziert hat. Ferner benötigen MEMS Roboter auch keine großen Stromquellen sondern können im Extremfall über induktion aus der Ferne aufgeladen werden. Das reduziert die Baugröße nochmals. Wenn man die Berechnungen für den PDDL Planner noch auf einen externen Computer auslagert und bei der Programmierung neben einem symbolischen auch einen geometrischen Planner einbezieht hat man im Grunde genau das gebaut, was als Blackgoo bekannt ist. Eine Technologie die nicht viel teurer ist als blaue Schultinte und die vielfältig einsetzbar ist.

Zugegeben, ganz so weit ist die Forschung noch nicht. Die Paper sprechen von größeren Problemen und ungelösten Fragestellungen. Beispielsweise ist unklar wie genau eine PDDL Datei aussehen muss, oder wie genau ein effizienter Solver funktioniert. Aber, es ist sehr wahrscheinlich dass dies Detailprobleme sind und die Technologie insgesamt sich wird durchsetzen.

Was damit möglich ist, kann die seriöse Wissenschaft derzeit nicht beantworten, weil wie gesagt die technischen Schwierigkeiten noch viel zu groß sind. Aber die Science-Fiction Autoren behaupten, dass sich mit Nanorobotik alle Krankeheiten heilen lassen, dass man das Altern aufhalten kann, dass Blinde das Sehen lernen und das man Menschen in Cyborgs verwandeln kann.

Aber der eigentliche Grund medizinische Nanorobotik als Zukunft zu bezeichnen hat etwas damit zu tun, dass andere Anwendungen wie „Roboter im Weltraum“ keinen Nutzen bringen. Das heißt, mit Nanorobotern kann man mit etwas Glück die Lebenserwartung von Menschen erhöhen, mit einem NASA Roboter hingegen kann man nur feststellen, dass wir allein im Weltraum sind. Anders gesagt, zwar wird es in Zukunft vermutlich auch Roboter im Weltraum geben, aber irgendwelchen Nutzen werden sie dort nicht haben. Zwar hat auch die NASA ehrgeizige Pläne was man mit intelligenten Roboterschwärmen anfangen könnte, beispielsweise einen Todesstern bauen, ein Sonnensegel auf dem Mond errichten oder in fremde Galaxien reisen, aber wozu das alles? Wir wissen bereits, dass der Mond unbewohnt ist, der Mars kein Leben besitzt und dass es in der Milchstraße kein intelligentes Leben gibt.

Anders ausgerückt sind Roboter im Weltraum eine sinnlose Technologie. Es ist nichts was erforscht werden müsste oder wofür Zeit investiert werden sollte. Mit Nanorobotern im menschlichen Körper hingegen lässt sich nicht nur Geld verdienen, sondern man kann damit etwas entdecken.

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