PDDL bei Konrad Zuse


Konrad Zuse hat im Jahr 1943 einen Aufsatz verfasst wo er sich zu logistischen Rechengeräten und „freien Rechenplänen“ äußert. Zuse meint damit eine weiterentwickelte Form eines Computers, wo das Programm automatisch erzeugt wird. Aus heutiger Perspektive kann man sagen, dass Zuse damit die Programmiersprache PDDL vorweggenommen hat. Auch PDDL dient dazu Pläne zu erstellen die dann auf einem Computer ausgeführt werden. Wenn man zusätzlich noch „conditional Planning“ mit einbezieht, hat man ein Programm was andere Programme erstellt. Damit lassen sich Probleme lösen, die sich mit klassicher Programmierung nicht lösen lassen.

Auf den ersten Blick scheint das Konzept lediglich ein Hardwareproblem zu sein. Also die Frage ob der Computer ein „stored-program“ besitzt oder nicht. Also die Fähigkeit eines Computers, sein eigenes Programm im Hauptspeicher abzuändern. Tatsächlich sind heute alle Computer dazu in der Lage, aber „freie Rechenpläne“ ist etwas anderes. Ein „freier Rechenplan“ ist eine besondere Form der Programmierung. Laut weiterer Dokumente hat Konrad Zuse das Konzept der freien Rechenpläne in der Sprache Plankalkül realisiert. Es handelt sich also nicht nur um eine Sprache wie Pascal um damit Programme zu schreiben sondern eher ist ein Vergleich mit LISP angemessen. auch dort ist „self-modifying“ Code vorgesehen.

Auf den ersten Blick ist es erstaunlich dass Konrad Zuse schon so früh nicht nur den Computer erfunden hat sondern auch das Gebiet der Künstlichen Intelligenz abgesteckt hat. Auf der anderen Seite war er damit nicht allein. Auch das Konzept „dynamische Programmierung“ was von Richard Bellman postuliert wird ist exakt dasselbe wie die „freien Rechenpläne“ von Konrad Zuse. Und die Sprache LISP ist ebenfalls damals bereits angedacht gewesen. Ebenfalls waren sich die Konstrukteuere der ersten Computer sehr bewusst, dass die Programme eben nicht im Hauptspeicher gespeichert sind, und deshalb sich auch nicht modifzieren können. Zuse war seiner Zeit nicht voraus, sondern war in guter Gesellschaft mit vielen anderen Informatikern die ähnliche Konzepte verfolgten.

Das eigentliche Problem mit den „freien Rechenplänen“ ist nicht dessen theoretische Formulierung sondern dessen Umsetzung in konkrete Beispiele. Auch „Shakey the Robot“ war noch dem Prinzip des freien Rechenplans konstruiert, ebenso die Raumsonde Deep-Space-1 oder das Knowrob System aus dem Jahr 2009. Aber zu glauben, all dies hätte Konrad Zuse schon vorgedacht ist eine Illusion. Die Frage ist nicht, ob „freie Rechenpläne“ eine gute Sache sind, sondern die Frage ist wie man ein konkretes Problem damit löst. Es reicht nicht aus einen LISP-Compiler zu entwickeln und eine mathetische Theorie der Künstlichen Intelligenz zu postulieren. Das beste Beispiel hierfür ist SOAR. Es handelt sich um einen General Problem Solver der theroetisch zwar extrem mächtig ist, der aber um zu funtionieren erst noch programmiert werden muss. Und dies ist die eigentliche Herausforderung.

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