Die gefühlte Geschwindigkeit unter ArchLinux

Per Stoppuhr gemessen ist ArchLinux ein langsames Betriebssystem. Der PC benötigt vom Einschalten bis zur Anzeige des Gnome Desktops stolze 90 Sekunden. Und dieser Wert kommt bereits mit aktiviertem Systemd Init Prozess zustande, der die parallele Ausführung von Bootscripten erlaubt. Ebenfalls messen kann man unter ArchLinux, dass sobald ein mp4 Video mittels GPU beschleunigtem mplayer abgespielt wird, nicht nur die Auslastung der CPU ansteigt sondern sogar der Lüfter ein deutlich wahrnehmbares Geräusch erzeugt.

Dennoch fühlt sich das System extrem schnell und schlank an. Man hat nicht den Eindruck, als ob da irgendwas gebremst wird sondern eher wird die Hardware genau im soliden Bereich betrieben. Und mehr noch, obwohl die gemessenen Leistungswerte extrem schlecht sind, hat man das Gefühl vor einer hochgezüchteten Workstation zu sitzen. Woher dieses Gefühl kommt ist unklar, vermutlich ist eine Mischung aus:
– neueste Programmversionen
– tägliche Updates die grafisch eingeblendet werden (Pamac Paketmanager unter Antergos)
– plus dem Wissen, dass das Betriebssystem von nicht mehr als 25 Leuten zusammengestellt wurde die noch dazu unterausgelastet sind

LXDE
Wer die gemessene Performance erhöhen will sollte es einmal mit dem Befehl “pacman -S lxde” versuchen. Dadurch wird im Grunde nur eine zusätzliche Option hinzugefügt und zwar kann man im Startmenu nicht nur zwischen Gnome und Wayland auswählen sondern zusätzlich auch noch LXDE. Man erhält dadurch die Wahl, auch einen sehr sparsamen Windowmanager zu verwenden. Das erstaunliche ist, dass alle Einstellungen wie WLAN, Drucker, usw erhalten bleiben. Nur das eben der Desktop anders aussieht. In vielen Fällen werden dadurch Probleme mit heißlaufenden Lüftern vermieden.

Der Clou ist, dass wenn man LXDE in einer Antergos Installation verwendet, man unten rechts im Icon immer angezeigt bekommt, wenn Updates anstehen. Normalerweise ist das Icon grau gehalten und wenn Updates verfügbar sind, färbt sich das Icon automatisch rot. Wenn man dann darauf klickt wird der Update-Manager von Antergos geöffnet und man kann über einen weiteren Click die Updates einspielen. Offenbar hat da jemand die Integration zwischen ArchLinux, Antergos und LXDE so perfekt gestaltet, dass der Nutzer ein einheitliches Look&Feel erhält.

Eigentlich heißt es ja immer, dass bei Linux das große Durchaneinander angesagt ist, weil es geschätzt 12 unterschiedliche Desktop-Oberflächen gibt und mehr als 50 unterschiedliche Distributionen die noch dazu alle unterschiedliche Versionen des Linux Kernels verwenden. Aber manchmal hat es auch Vorteile wenn man die Auswahl hat. Wer nur langsame Hardware verwendet, der kann gut auf 3D Desktop verzichten und dafür lieber etwas mehr Performance bekommen und wer eine bestimmte Distribution nicht mag, der nutzt sie eben nicht.

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