Neues vom Second Soldier Program

Vor einiger Zeit habe ich bereits über einen Clip auf Youtube berichtet, bei dem eine Verschwörung bezüglich eines entflohenen Cyborgs aus einem Geheimlabor erzählt wird, genannt „Second Soldier“. Inzwischen habe ich die URL wiedergefunden: https://www.youtube.com/watch?v=7yacbrCBme4 (Government Funded Robotics Research Experimenting on US Soldiers). Aber noch mehr, ich konnte sogar ermitteln woher dieser Film stammt. Und zwar wurde erstmalig auf dem „The Philip k Dick Filmfestival 2016“, http://www.thephilipkdickfilmfestival.com/Day_One.html gezeigt. Es gibt dort noch weitere Kurzfilme zu entdecken, die ebenfalls paranoide Verschwörungen als Tatsachenberichte ausbreiten. Insgesamt eine ergiebige Quelle wenn man sich so richtig schön gruseln will. Beispielsweise behandelt ein weiterer Kurzfilm das Montauk Projekt (Zeitreisen). Der Stil ist ebenfalls ultrarealistisch gehalten. Zunächst sieht es so aus wie eine Akte X Episode oder eine Episode aus Outerlimits, aber zusätzlich wird noch ein Mitschnitt aus einer Vorlesung eingeblendet von der man nicht weiß ob sie echt ist oder nicht.

Das interessante an beiden Filmen ist, dass sie anders als die üblichen Conspiracy Whistleblower die überall bei Youtube zu sehen sind, nicht etwa behaupten die Wahrheit zu erzählen. Sondern primär ist das ganze eine fiktionale Geschichte, die aber so mit Realität angereichert wurde, dass man ins Grübeln kommt. Bei dem Film „Second Soldier“ wurde dies beispielsweise dadurch erreicht, dass auf tatsächliche Darpa Projekte Bezug genommen wurde und auf Forschungsarbeiten die man bei Google Scholar nachlesen kann. Dann gibt es aber noch genügend erfundene Phantasiebegriffe umd die Dramatik zu erhöhen. Anders als die normalen Verschwörungen aus dem Internet, sind derartige Erzählungen praktisch nicht zu wiederlegen, weil die Autoren das ganze ja explizit als Submission für ein Philip K Dick Filmfestival deklarieren.

Philip K Dick hat im Jahr 1977 behauptet, dass wir alle in einer Matrix leben und er selbst wäre soetwas wie ein Roboter. Ob das ganze wahr ist oder nur einer seiner Geschichten spielt keine Rolle. Sondern die Frage ist eher, ob das was er geschrieben hat nützlich ist. Die Frage lautet, ob man mit seinen Texten etwas anfangen kann, ob sie das Verständnis der Welt erleichtern oder nicht. Und hier lautet die Antwort: teils/ teils. Auf der einen Seite sind seine Werke sehr unterhaltsam und man kann daraus sicherlich noch viele Kurzfilme drehen. Auf der andere Seite war Philip K. Dick leider nur ein Buchautor aber kein Programmierer. Er hat keinerlei Sourcecode hinterlassen. Wenn man jedoch nur einen Bruchteil seiner Zukunftsideen realisieren will, braucht man dafür Sourcecode. Ohne ein Computerprogramm wird es nicht gelingen Roboter zu steuern oder Zeitreisen durchzuführen. Und hier ist das Hauptproblem was sowohl Philip K Dick als auch viele Whistleblower der heutigen Zeit wie Gary McKinnon gemeinsam haben: sie erzählen viel, haben aber keinen Sourcecode anzubieten wo also ein Computerprogramm etwas macht, was bisher noch nicht möglich war.

Die Frage ist nicht, wie man sich die Zukunft als sprachliches Konstrukt vorstellt, sondern die Frage ist, ob man die Zukunft in Form von Computercode antizipieren kann. Mag sein, dass die Eingebungen für die Geschichten eines Philip K. Dick direkt aus der Matrix kamen, aber offenbar hat die Matrix ihm nicht Sourcecode geschickt, den er zu Papier bringen konnte.

Aber zurück zum eigentliche Kurzfilm „Second Soldier Projekt“. Der Skandal in diesem Film ist die Tatsache, dass dort eigentlich nichts behauptet wird, was ohnehin schon Realität ist. Im wesentlichen besteht der Film aus Interviews mit Personen die an irgendwelchen Geheimprojekten gearbeitet haben sollen und einem ins Bild hineinmontierten Roboter. Dieser Roboter sieht ein wenig aus wie eine Mischung aus Darpa Petman mit dem HRP-4C humanoid Roboter. Zur Abwechslung gibt es also in dem Film mal keine Science-Fiction zu sehen, sondern nur die Dinge die heute schon existieren. Dennoch wird so getan, als wäre der gezeigte Roboter ein Geheimprojekt und als ob biped humanoids schlichtweg nicht möglich wären.

Man kann sich das ungefähr so vorstellen, als wenn ein Whistleblower erzählt, die US-Regierung würde an einem Super-Geheim-Projekt arbeiten namens Dampfmaschine, bei der aus Kohle Strom erzeugt werden kann, aber dass man darüber keine Details verraten dürfe, sondern nur Leute interviewt, die jemanden kennen, der etwas weiß …

Aber ich will den Film nicht schlecht machen, ganz im Gegenteil. Er ist äußerst interessant und man kann ihn sogar mehrmals sehen. Ich glaube, wenn Philip K Dick noch leben würde, hätte er Gefallen an dem Clip.

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3 Gedanken zu “Neues vom Second Soldier Program

  1. Empfehle die Doku-Reihe“The six-Million MAN“!
    Nein im Ernst solange die Akkus nicht solange halten wie die Duracell-Häschen…kriegen wir nix echtes zusehen.Im besten Fall Spielarten von Exosktetten,hahaha
    Lesetipp:Der Letze seiner Art von Andreas Eschbach
    Und etwas älter:
    Der Plus-Mensch von Frederick Pohl

  2. „The six million dollar man“ ist ähnlich wie Airwolf eine ausgedachte Geschichte. Sie wurde erfunden von einem Drehbuchschreiber und realisiert von Schauspielern. Im Jahr 1973 als die Serien gedreht wurde, gab es noch nichtmal Computer, jedenfalls keine die man als Nanobots in einen Körper schicken konnte. Außerdem ist damals wie heute unklar, wie ein Gehirnimplantat die künstlichen Gliedmaßen hätte steuern sollen.

  3. Mag sein aber ähnlich wie Startrek sehe ich eine grosse Attraktion darin für Leute in de Forschung zugehen…

    Komisch das die Popularität der Sopranos nicht da zuführte eigene „Familien“ /Crews zu gründen-7

    Ok Ich denke die Mensch/Maschine ist eher geeignet als ein reiner Roboter menschliche Ansprüche zuerfüllen…
    Und was die Steuerung angeht…es gibt im Tierreich interessante Beispiele von Fremdsteuerung?!

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