Ubuntu unterwandert Debian


Von Debian sagen viele Kritiker, dass dort die Bürokratie Überhand genommen hat. Dies äußert sich darin, dass man sich vom einstigen Kernthema Betriebssystem verabschiedet hat und stattdessen die Debian-internen Abläufe an vorderster Stelle stehen. Schaut man sich die offizielle Dokumentation an wie man Mitglied bei Debian wird so ist das wohl nicht nur eine böse Unterstellung, sondern entspricht ziemlich genau der Realität. Und manch ein langgedienter Debian-Developer der schon länger dabei ist, wird sich in einer stillen Stunde auch schonmal gefragt haben, was die mehr als 2000 Debian Leute eigentlich tun, wenn gleichzeitig nur alle 3 Jahre überhaupt ein neues Release erscheint.

Aber wer glaubt, die Bürokratie bei Debian wäre schon aufgebläht, der sollte sich einmal Ubuntu anschauen. Das Kernteam ist noch relativ überschaubar. Cannonical beschäftigt nur 500 Leute die sich um die Distribution kümmern. Aber, wie in einem Vortrag auf einer Konferenz verraten wurden, beträgt die Anzahl der Mitglieder in den LoCo (lokalen Gruppen) weltweit nicht weniger als 8000. Davon haben einige Schreibrechte auf den Servern, können also Software kompilieren. Aber viele sind einfach nur so aktiv und haben mit Software eher weniger zu tun, sondern sind Anhänger der Ubuntu Philosophie. Diese antiwissenschaftliche Ideologie möchte das Geld abschaffen, https://www.youtube.com/watch?v=cOkCecIH4ms

Im Zuge der Systemd Umstellung gelangte diese Philosophie in Debian hinein. Gewissermaßen hat Ubuntu Debian geschluckt mit dem Ziel die Nutzerbasis zu vergrößern. Man konnte sehr schön beobachten wie zuerst die Kernentwickler welche eigentlich für die Umstellung auf Systemd verantwortlich waren aus Debian hinausgedrängt wurden, und dafür Ubuntu Entwickler nachrückten welche jetzt der Debian Gemeinschaft diktieren wohin die Reise geht. Da gleichzeitig Ubuntu in der Öffentlichkeit häufiger eingesetzt wird als Debian ist es wohl nicht verkehrt zu unterstellen, dass das ursprüngliche Debian abgeschafft wurde.

SEKTEN
Nur mal ein kleines Gedankenexperiment. Angenommen man möchte eine Sekte wie Scientology bekannter machen. Dann wird man mit traditionellen Flyern und Vorträgen nur einen begrenzten Erfolg haben. Wenn man hingegen eine eigene Linux-Distribution entwickelt und diese als Werbemittel einsetzt um Leute zu ködern wäre das eine moderne Möglichkeit neue Mitglieder zu gewinnen.

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