Fedora — große Enttäuschung

Nach dem ersten Test der Fedora-Distribution bleibt ein bitterer Nachgeschmack übrig. Das Problem ist nicht so sehr die Distribution als solche, diese hat Bugs wie jede andere Distribution auch, sondern was unangenehm auffällt ist der große Unterschied zwischen Marketing-Versprechen wonach Fedora die beste Linux Distribution von allen sei und dann die Realität die das leider nicht einhält. Bei ketzerischer Betrachtung ist das Alleinstellungsmerkmal von Fedora eigentlich nur der dunkle Hintergrund mit der weißen Schrift plus einem SELinux von dem niemand so recht weiß was es genau macht. Hinzu kommt, dass Fedora außer Linus Torvalds und einige bezahlte Redhat-Angestellten keine echte Community besitzt und auch sonst wohl niemanden so recht interessiert. Es gibt zwar in der Fachpresse immer mal wieder Artikel wenn das neue Fedora erscheint, aber ob die Leute das OS wirklich installiert haben, oder einfach nur fertige Pressemeldungen von Redhat Inc. übernehmen ist unklar. Und mehr noch, man hat den Eindruck dass Feoora soetwas ähnliches ist wie Debian SID, eine Distribution welche nicht wirklich für den Produktiveinsatz gedacht ist, sondern nur als Testsystem genutzt wird um Bugreports zu erstellen. Wirklich gut in Fedora funktioniert der Bugtracker, der erstellt automatisch bei einem Crash ein Logfile und man kann mit wenigen Mausklicks diesen zu Bugzilla hochladen. Wirklich arbeiten mit Fedora kann man hingegen nicht. Meine Vermutung lautet, dass der Redhat Desktop die eigentlich stabile Umgebung ist, wo dann vermutlich auch Lyx anstandslos startet. Nur der Redhat Desktop wird eben nicht kostenlos angeboten.

Anders formuliert, die geringe Verbreitung von Fedora hat seine Berechtigung. Die User da draußen sind nicht doof, sie wissen schon warum sie lieber Ubuntu nehmen. Und wo der Name jetzt gefallen ist, Ubuntu hat wenigstens den Vorteil dass man da mit viel geringeren Erwartungen herangeht. Das Ubuntu nichts taugt, einem Windows XP zum Verwechseln ähnlich sieht und die Sicheheitsupdates mit der selben Verlässlichkeit erscheinen hat sich inzwischen herumgesprochen. Umso positiver überrascht ist man, wenn es doch gelingt mit Ubuntu eine Diplomarbeit zu schreiben oder wenn doch ein aktueller Firefox ausgeliefert werden, der wenigstens ein paar der Viren aus dem Internet fernhält.

Bei Fedora hingegen hat man den Eindruck als wäre das eine Software welche nur in der Vitrine ausgestellt ist, was man jedoch nicht selbst benutzen kann. Wirklich gut funktioniert Fedora nur, wenn man den hübschen Marketing-PDF-Flyern glaubt das Produkt selbst aber nicht testet. So bleibt der Zauber eines perfekten Betriebssystems erhalten und der Anwender wird nicht mit echten Problemen konfrontiert.

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