Testbericht CentOS


Nachdem sich die Installation von Fedora als Flop herausgestellt hat, ist es an der Zeit die stabile Version davon zu nutzen: CentOS. Nach der Selbstdarstellung handelt es sich dabei um die selbe Software, welche auch bei Redhat eingesetzt wird nur mit weniger Support. Na da wollen wir dem Projekt doch eine Chance geben.

Als erstes fällt auf, dass es zu CentOS noch weniger Dokumenation gibt als zu Fedora. Bei gewohnt ist diese komplett auf English, deutsche Anleitungen sucht man vergebens. Und noch etwas fällt auf, es gibt wesentlich mehr ISO-Dateien und unterschiedliche Mirrors aus denen man auswählen darf/muss. Es dauert ein wenig bis man sich entschieden hat, was das richtige ISO-Image ist. Ich habe mir für die letzte Version CentOS7 511 entschieden in der DVD Version welche 4 GB groß ist. Während der Download im Hintergrund via wget von einem Server aus der EU durchgeführt wird, bleibt Zeit ein wenig zu recherchieren. Es gibt zwar zu CentOS ein Wiki, aber dort steht nichts brauchbares drin. Was es jedoch nicht zu geben scheint, ist ein package browser, wo man alle Pakete aufgelistet sieht inkl Versionsnummer die ein aktuelles CentOS ausmachen. Es gibt lediglich FTP-Directorys wo die Pakete enthalten sind, aber ergänzende Bugtracker existieren nicht. Vermutlich gibt es soetwas nur innerhalb der RedHat Welt, wo man dann dafür extra bezahlt.

Anders als bei Ubuntu hat man nicht den Eindruck, als ob sich um CentOS eine Community versammelt hätte. Vielmehr scheint die Distribution Topdown zu funktionieren, dass also sämtliche Kompetenz bei Redhat konzentriert ist und die verteilt dann gnädigerweise RPM Pakete an ihre Fans. Auch mangelt es bei CentOS an Programmiertutorials wo also erläutert wird, wie man mit C++ Software erstellt oder gar Bash-Scripte entwickelt um den Paketmanager zu tunen. Stattdessen gibt es einige wenige Standardkommandos die man auswendig lernt. Obwohl CentOS OpenSource ist, hat man das Gefühl vor einem monolithischen Block zu sitzen der wenig Spielraum lässt für Diskussionen. Das mag auf einige attraktiv wirken setzt aber voraus, dass CentOS tatsächlich keinerlei Fehler enthält. Leider funktioniert das Linux-Universum nach anderen Kriterien, es handelt sich bei der darin versammelten Software allenfalls um Shareware die von Hobbyprogrammierern erstellt wurde, daran kann auch Redhat nichts ändern.

Was man bei Debian mitunter kritisieren kann (das chaotische Entwicklungsmodell) scheint bei CentOS zu fehlen. Dort ist alles sehr koordiniert, was aber nur dazu führt, dass viele Dinge einfach verboten werden. So gibt es keine guten Spiele, es gibt auch keine guten Blogs sondern es gibt nur die eine Firma, die den Takt vorgibt. Für Unternehmen und Behörden mag das ideal sein, nicht ohne Grund verdient Redhat mit diesem Konzept Milliarden. Als Distribution für den Heimbereich oder auch nur zur Softwareentwicklung taugt CentOS nicht. Anders als ein Windows XP oder ein Ubuntu lädt das System nicht zu eigenen Experimenten ein was dazu führt, dass auch keine unternommen werden. Wollte man mit CentOS einen Game-Server betreiben wird es vermutlch schon schwierig. Eine Anleitung für sowas ist mir nicht bekannt, man könnte höchstens versuchen über einen Workaround das zu machen. Aber warum muss man ausgerechnet ein Linux Betriebssystem aufbohren, damit es sich anfühlt wie eine Spielemaschine? Dass es Redhat geschafft hat, die Grundlagen von Linux komplett zu entkernen ist ein Wunder. Fedora und Redhat erinnern an seelenlose Zombiemaschinen auf denen Business-Applikationen laufen und sonst gar nichts. Am ehesten kann man es mit einem FreeBSD vergleichen, wo ebenfalls alles aus einem Guss ist.

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