ResearchGate und Academia.edu plattmachen — aber wie?


Beide Online-Portale haben es verdient dass man auf sie draufhaut, also versucht gegen diese zu stänkern. Aber wo kann man da ansatzen? Eine Methode wäre es, ihre Seriösität anzuweifeln, nach dem Motto dass nur Elsevier, Springer und mit Einschränkungen auch Arxiv richtige Wissenschaft sind, während das was auf Academia.edu passiert nur Amateure sind. Und tatsächlich, schaut man genau hin wird man feststellen, dass Academia.edu in Wahrheit nichts anderes ist als eine Hausarbeitenbörse wie fundus.org wo Leute ihre Paper hochladen, ohne dass ein Peer-Review durchgeführt wird.

Das Problem mit dieser Kritik ist jedoch, dass sie schnell nach hinten losgeht. Bekanntlich hat auch Elsevier Probleme mit der Qualitätssicherung und noch dazu sind die Preise für das Veröffentlichen von Artikeln nicht niedrig und außerdem gängelt Elsevier seine Autoren. Der Trend geht vermutlich weg von OpenAccess hin zu dem was ResearchGate betreibt. Eine zweite Möglichkeit diese neuartigen Portale anzugreifen wäre über das Urheberrecht. Das hat damals mit Napster und Piratebay auch gut funktioniert, man hat die Jungs einfach weggeklagt und fertig ist. Das Problem ist, dass ResearchGate seine Mitglieder ermutigt und sogar drängt eigenes Material upzuloaden, ähnlich wie das Youtube auch macht. Und wenn dochmal ein urheberrechtlich geschütztes Dokument den Weg auf die Plattform findet, so ist das jedesmal nur ein Ausrutscher, den Researchgate auch flugs wieder offline nimmt. Man kann mit dieser Strategie langfristig nichts gegen Researchgate unternehmen.

Es gäbe jedoch die Möglichkeit dass man ähnlich argumentiert, wie als wenn man Facebook schlechtreden möchte. Academic.edu hat wie jede Firma das Problem dass sie Geld verdienen müssen. Wahrscheinlich indem sie Anzeigen schalten und vermutlich indem sie User profile verkaufen. Wenn es gelingt, Bannerwerbung bei Academic.edu zu verhindern, hat die Firma keine Einnahmen mehr. Und wenn es gelingt aufzudecken, dass Academic.edu unerlaubt Nutzerdaten verkauft und in Wahhreit nur eine SEO Spamschleuder ist, wird kein seriöser Wissenschaftler sich damit abgegeben wollen.

Aber nehmen wir mal an, das reicht nicht, was könnte man dann noch tun um diese neumodischen Paper-Portale offline zu bekommen? Eine Methode wäre es, selbst so eine komische Social-Science-Plattform zu gründen. Elsevier hat das mit Mendely bereits versucht. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, existierende Systeme auf Social zu trimmen. Beispielsweise kann man bei Arxiv Bookmarks setzen wie CiteULike. Die Gefahr welche von ResarchGate und ähnlichen Plattformen ausgeht ist das sie dasselbe mit den etablierten Fachverlagen machen, was Wikipedia mit dem Brockhaus gemacht hat: genüssliche Zerstörung. Dagegen muss Widerstand aufgebaut werden. Beispielsweise dadurch, dass man die Autoren welche bei Elsevier veröffentlichen davon abhält, ihre Paper auch noch bei anderen Anbietern einzustellen. Man kann vielleicht nicht Academia.edu wegklagen, aber dafür die Autoren isolieren, die mit denen gemeinsame Sache machen. Es handelt sich um Aussätzige, die am besten nie wieder eine Chance erhalten sollten, irgendwo etwas zu publizieren. Jedenfalls nicht bei etablierten Verlagen. Am besten arbeitet man hier eng zusammen, so dass Elsevier, Springer und die etablierten Hochschulen eine Front bilden um die Wissenschaft als solche zu retten.

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