Erstanmeldung Academia.edu


Nachdem ich bisher nur theoretisch in Sachen Acedemia.edu recherchiert habe, folgt heute der Praxistest. Dazu wird im Browserfenster 1 der E-Mail Account geöffnet weil in einigen Berichten drinstand, dass Academia.edu gerne und viel Spam verschickt auf den man reagieren muss, im Fenster 2 loggt man sich mit seinem Google Account ein und in Fenster 3 wird Academia.edu selber geöffnet. Dann klickt man „login with Google“ und das berühmte Fenster öffnet sich, wonach der eine Dienst von dem anderen Informationen abrufen möchte. Bisher ist die Sache schon relativ aufregend, gleich 3 Browserfenster offen, dann noch diese Abfrage und es ist komplett unklar wo das alles enden wird. Aber geben wir der Sache docheinfach eine Chance. Ah ha, da fangen die Probleme schon an. Academia hat noch gar keinen Account, man muss erst über „Signup“ gehen.

Jetzt geht es aber gleich richtig zur Sache. Die warnenden Stimmen, wonach Academia ähnlich neugierig ist bewahrheiten sich. Das erste Fenster fragt nach meiner aktuellen Position: Professor, Student und Alum steht zur Auswahl. Lustig wird es, wenn man auf Other klickt. Dort kann man wählen zwischen „independent“ und „I’m not a researcher“. Nach meiner Vorabrecherche ist die Auswahl nicht ganz unwichtig, weil darüber die URL festgelegt wird unter der man später erreichbar ist. Ops, da hätte man wohl besser zweimal überlegen sollen. Ich habe unvorsichtigerweise auf „I’m not a researcher“ geklickt und da kam wieder eine Fehlermeldung. Aber was ist das, plötzlich ist man doch angemeldet? Häh wie jetzt?

Es scheint fast so, als damit der Account erstellt wurde. Weitere Fragen gab es keine. Ich logge mich erstmal wieder aus, und versuche nochmal mich einzuloggen. Das funktioniert scheinbar. Denn in Google bin ich noch angemeldet. Was sagt uns das? Es sagt uns dass man beim Sign-up auf irgendwas klicken muss und dann ist man drin. Schaut man einmal auf die URL unter welcher Affiliation man jetzt registriert ist, so steht dort trotzdem „independent“. Und vermutlich spielt es ohnehin keine Rolle wie man die Fragen beantwortet. Warum nicht? Nun, wir alle wissen, dass bei Academia.edu bereits 50 Mio User registriert sind, und wenn man sich mit seinem Google Account dort einloggt dürfte Academia.edu all das wissen was auch Google weiß, wenn die beiden ohnehin nicht mit der selben Datenbank arbeiten. Und wass weiß Google? Alles vermutlich, auch wenn man irgendwo falsche Angaben gemacht hat.

An relativ prominenter Stelle findet sich der upload-Button. Damit kann man PDF Paper hochladen und das dürfte die Kernfunktionalität von Academia.edu sein. Leider habe ich noch kein fertiges Paper, jedenfalls keines was ich teilen möchte. Aber gut zu wissen, dass es geht. Ich stöber noch ein wenig im Menu herum und mache mich auf der Suche nach den ominösen Einstellungen wo man den E-Mail Spam reduzieren können soll. Und bingo, unter dem Button rechts oben wo man sich ausloggen kann, gibt es Account Settings und dort finden sich E-Mail Notifications, wo erstaunlich viel ein Häcken hat. Da ist per Default aktiviert, dass man eine E-Mail erhält, wenn jemand etwas herunterlädt, jemand followed und selbst wenn Academia glaubt für mich einen Freund gefunden zu haben. Anders ausgedrückt, per Default wird man komplett zugelabert. Bisher ist zum Glück in der Inbox noch nichts drin, ich lasse erstmal alles auf Standard und lese mich ein. Vielleicht ist ja was nützliches darunter. Die weiteren Optionen ermöglichen dann noch eine Verbindung zu Facebook und die berühmte E-Mail Einstellung für Co-Autoren ist auch dort zu finden, über die schon soviel geschrieben wurde. Vereinfacht gesagt, scheint Academia.edu es wohl dringend nötig zu haben, seine Nutzerbasis dramatisch zu erhöhen und schickt standardmäßig Einladungen an jeden der nicht bei drei auf dem Baum ist. Am besten gefällt mir die Option ganz weit unten „Account removal“. Gut zu wissen, dass so etwas wie einen Notausknopf gibt, wo man dem Dienst lebewohl sagen kann, wenn man keine Lust mehr auf diesen Zirkus hat.

Ein erstes Problem wird bereits sichtbar. Ich habe versucht die Sprache auf Deutsch umzustellen, weil das eben meine Lieblingssprache ist. Tja, leider passiert danach gar nichts. Alle Menüs bleiben auf English und vermutlich ist der Newsfeed zu meinen Interessen immernoch auf English. Hier müsste mal jemand Academia.edu erzählen, dass die Primärsprache in Sachen Technikkritik unzweifelhaft Deutsch ist. Nicht nur die Werke von Heidegger sind auf Deutsch erschienen sondern auch das Maschinenstürmerepos „Die Weber“ ist in Deutsch gehalten. Was also soll der Unfug mit dem vielen US-English? Da ist noch Verbesserungspotenzial. Nach einigem Herumklicken ist dann auch klar, welche URL ich letztlich erhalten habe, sie lautet: https://independent.academia.edu/ManuelRodriguez331/

Zwischenstand: Bisher wurde erläutert wie ich einen neuen Account erstellt habe, mich probeweise ein und ausgeloggt habe und ein wenig durch die Menüs navigiert bin. Weitere Menüs gibt es nicht zu entdecken, höchstens noch Analytics wo der Traffic angezeigt wird, aber das Fenster ist aktuell noch leer. Bleibt nur noch sich auf das am oberen Rand befindliche Search-Feld zu konzentrieren. Darüber erhält man Zugriff nicht nur auf die 40+ Mio Wissenschaftler und Pseudowissenschaftler die schon dabei sind, sondern kann auch deren Paper durchsuchen. Machen wir dochgleichmal die Probe aufs Example und drücken mal den Followbutton bei Leuten die wichtig sind in Sachen Robotics. Marc Raibert (BostonDynamics Gründer) hat aktuell nur 2 Follower. Mit mir sind es dann schon 3. Vielleicht freut er sich, immerhin hat sich sein Freundeskreis jetzt um sagenhafte 50% vergrößert. Der nächste der jetzt für meine ersten Gehversuche mit dem Followbutton herhalten muss ist Stefan Schaal. Der hat mehrere Paper zu DMP geschrieben und ist bei Academia.edu wohl schon länger dabei. Stolze 143 Follower werden angezeigt. Daneben gibt es noch einen Messagebutton, wenn man da draufdrückt kommt eine Eingabebox, wo man einen kleinen Text schreiben kann. Ich verzichte jedoch darauf, wir kennen uns ja noch gar nicht.

Wenn man wieder auf den Homebereich zurückkehrt sieht man dort einen Newsfeed eingeblendet. Dieser orientiert sich an den eingestellten Interests, bei mir sind das Neuigkeiten aus dem Bereich Robotics. Darin wird zum Beispiel angezeigt, dass aktuell (vermutlich letzte Stunde) ein neues Paper aus diesem Bereich veröffentlicht wurde. Das ist gut zu wissen. Klickt man auf das Paper steht dort jedoch, dass es bereits im Jahr 2000 geschrieben wurde. Google Scholar sagt hingegen, dass es aus dem Jahr 2011 stammt. Offenbar ist es also doch nicht so taufrisch wie suggeriert wird. Da sind im System wohl noch einige Probleme enthalten. Auch die Bannerwerbung neben dem Paper nervt. Sie ist extrem aufdringlich und nimmt 40% des Bildschirms ein. Man kann sich das Paper aber auch als PDF herunterladen, dann wird es wie gewohnt angezeigt.

So, fürs erste soll es genug sein. Ich checke nochmal mein E-Mail Postfach ob mir Academia.edu schon irgendwelche Freunde empfielt, es gibt aber keine E-Mail. Also überall ausloggen und tschüss.

So ausgeloggt bin ich erstmal. Bleibt noch etwas Zeit das neu gelernte in einen Kontext zu setzen. Zunächst einmal ist Academia.edu ein Anfang, mehr nicht. Die angedachte Erweiterung in Sachen OpenData und Videoportal ist noch nicht implementiert. Das einzige was aktuell funktioniert ist eine PDF Upload Funktion und die Möglichkeit jemandem zu folgen. Böse formuliert ist es also ein reiner Dokumentenserver mit ein wenig Klickibunti. Aber es ist ein Anfang. Ob da noch weitere Funktionen möglich sind, die erst noch entdecken muss weiß ich nicht. Gut möglich, dass der Nutzen stärker wird, wenn man selber Paper hochgeladen hat. Zumindest hat das selber Ausprobieren erstmal einige Unklarheiten beseitigt und man kann besser sagen, wo die Vorteile und Nachteile liegen. Spannend dürfte in Zukunft vor allem sein, wie und ob die Kommunikation mit anderen Wissenschaftlern konkret aussieht und ob die Paper die man hochlädt von Google Scholar durchsuchbar sind oder nicht.

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