Jabref installieren für Ubuntu User

jabref

Die Installation von Jabref in Ubuntu ist nicht einfach, aber es lohnt sich. Leider ist die Version in den offiziellen Paketquellen hoffnungslos veraltet. Viele neue Funktionen wie das Anlegen von Einträgen über die DOI Nummer sind noch nicht vorhanden. Deshalb empfielt es sich, die „.jar“ Datei für Jabref direkt von der Herstellerseite herunterzuladen (30 MB) und mittels „java -jar jabref.jar“ zu starten. Man kann auch ein Bash-Script anlegen um den Start zu vereinfachen, das speichert man in ein neues Verzeichnis namens jabref/. Dort kann man auch gleich die bibtex-Dateien selber hineinschreiben, sowie Exportfilter die man anlegt um eine Jabref Datenbank nach Wikipedia zu exportieren.

Um die Bedienung sich zu erleichtern empfielt es sich nach dem ersten Start in den Settings-General die Benutzersprache auf Deutsch umzustellen. Damit sehen die Menüs schon sehr viel mehr adorable aus und alles geht leichter von der Hand. Ansonsten kann man noch das Gruppen-Fenster einblenden um längere Literaturlisten thematisch zu unterteilen. Tja, und dann kann die Arbeit selber auch schon beginnnen. Jabref ist das zentrale Tool für Wissenschaftlicher und alle die es werden wollen, egal ob aus den Natur- oder Geisteswissenschaften, es gibt derzeit kein Programm was mächtiger wäre. Im wesentlichen sucht man sich über Google Scholar ein interessantes Paper heraus, kopiert den Bibtex-Eintrag in die Zwischenablage und erzeugt dann einen neuen Eintrag bei Jabref. Man kann so in kürzester Zeit längere Listen anlegen und wenn man dann daraus zitieren will reicht ein Rechtsklick und ein „Bibtex Key kopieren“.

Die meisten anderen Funktionen die sonst noch integriert sind wie „Online-Suche“ oder Verbindung zu LibreOffice aufbauen braucht man in der Praxis nur selten, es ist aber gut dass sie da sind. Gerade in der aktuellen Version macht Jabref einen gut durchdachten Eindruck und kann da es kostenlos ist, zur uneingeschränkten Nutzung empfohlen werden. Als kleiner Schönheitsfehler gibt es beim Starten des Programms immer eine Fehlermeldung auf der Komamndozeile die auf eine falsche Anpassung an den Java-Interpreter hindeutet.

ARBEITSWEISE
Bei der täglichen Arbeit wird man folgende Funktionen nutzen. Einmal den + Button um neue Einträge hinzuzufügen. Wenn man bereits Einträge hat und eine URL hinterlegt hat, kann man über einen Klick auf die Weltkugel das PDF aufrufen was im Webbrowser angezeigt wird. Zu guter letzt benötigt man noch die Export-Funktion um alle Einträge in das Wikitext Format zu exportieren. Und hier gibt es noch ein kleines Schönheitsproblem. Leider liefert Jabref standardmäßig keinen Wikitext-Exportfilter mit. Den besten, den ich mir selbst programmiert habe sieht so aus:

<ref name=\bibtexkey>{{cite journal
 | author = \author
 | title = \title
 | year = \year
 | journal = \journal \booktitle \organization \publisher \school
 | volume = \volume
 | pages = \pages
 | url = \url 
}}</ref>

Dieser wird in die Datei „wikicite.layout“ geschrieben und in Jabref eingebunden. Das ganze ist aber nur ein Workaround, weil einfach alle Einträge in das Journal-template exportiert werden und die Felder „booktitle usw.“ dann im Feld Journal erscheinen. Soweit kein Problem weil das in Wikipedia alles sehr gut angezeigt wird. Das heißt, die Angaben sind wenigstens vollständig und einheitlich formatiert. Ob dieser minimalistische Exportfilter bereits der Weisheit letzter Schluss ist darf bezweifelt werden. Womöglich muss hier entweder der Jabref-Programmierer oder die Wikimedia Foundation nochmal nachbessern und etwas besseres entwickeln. Bis dahin kann man mit diesem Exportfilter aber ganz gut arbeiten.

Streng genommen ist Jabref ein Editor um damit Bibtex Dateien zu bearbeiten. Man könnte das auch in einem Texteditor erledigen hätte dann aber das Problem dass man erstens nicht über einen Mausklick die PDF Datei öffnen kann und auch keine Exportfunktion in andere Formate hätte. Ebenfalls nützlich ist die Jabref Funktion die Einträge sortiert anzuzeigen was in einem normalen Texteditor nicht geht. Ich würde sagen, dass gleich nach Lyx, Jabref das zweitwichtigste Programm ist wenn man wissenschaftlich arbeiten möchte. Einmal kann man es verwenden um für Lyx Literaturdatenbanken zu pflegen aber man kann es auch einsetzen um für Wikipedia Literaturdatenbanken zu erstellen.

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