Geany vs Eclipse

Bisher dachte ich, dass Eclipse in Verbindung mit pydev die optimale Entwicklungsumgebung darstellt. Die komplexe Installation musste man eben ertragen. Doch es gibt möglicherweise eine Alternative. Der Texteditor/IDE Geany ist einen Blick wert. Geany ist zunächst als Ersatz für Gedit gedacht, das heißt, man kann damit ganz normal eine Textdatei öffnen und speichern. Wer will kann aber auch eine python Datei erstellen, dort dann „Hello World“ reinschreiben und mit einen Klick auf die Menüleiste startet sie dann. Der Vorteil von Geany ist, dass es anders als Eclipse sehr viel leichter zu installieren ist und das die Bootup-Zeit besser ist. Es fehlt zwar eine Refactoring Funktion aber dafür gibt es Syntax-Highlighting, Autoformat mit etwas Nachrüsten sowie einen Class-Browser.

Wer will kann unter Geany sogar Make-Files verwalten um aus größere Projekte zu starten. Das ist aber kein Muss. Man kann auch einfach nur so eine Python, Java oder was auch immer Datei erzeugen und die dann ausführen. Am ehesten Vergleichen lässt sich Geany mit VIM. Es ist ein Allzweck-Texteditor der sich an Programmierer richtet und leicht zu bedienen ist.

Der eigentliche Clou von Geany ist, dass die Build-Optionen zum Kompilieren sich halbwegs leicht konfigurieren lassen. Wer schonmal mit Kdevelop oder Eclipse herumgespielt hat wird wissen, dass es gar nicht so simpel ist, dort ein Include für eine externe Library anzugeben. Im Regelfall muss man sich erst durch viele Menüs klicken und selbst dann klappt es nicht immer. Bei Geany hingegen gibt es ein simples Config-Menü. Dort trägt man manuell ein, dass die Befehlszeile „g++ -std=c++11 -pthread -lBox2D file.cpp“ ausgeführt wird und sonst gar nichts. Und tatsächlich, exakt das wird dann ausgeführt und man erhält die fertige Binärdatei: sehr simpel aber effektiv. Irgendwelche Path-Menüs wo man automatisch nach Librarys suchen lassen kann wie bei Eclipse gibt es nicht. Entweder man hat die Library in seinem System korrekt installiert und weiß wie der Command-Line Befehl lautet oder man hat Pech gehabt. Das macht die Sache um einiges übersichtlicher.

Zugegeben, Geany ist deutlich komplexer aufgebaut als Gedit. Es ist mehr als ein simpler Texteditor, infolge dessen gibt es relative viele Menüs wo man etwas einstellen kann. Offenbar ist das Programmieren einer IDE ein komplexes Unterfangen, man muss sich also in Geany zunächst einarbeiten bevor man damit loslegen kann. Der Unterschied zu anderen Umgebungen wie Netbeans oder Eclipse liegt darin, dass diese Lernkurve irgendwann abgeschlossen ist. Das heißt irgendwann hat man alle Menüs einmal angeklickt. Bei Eclipse hingegen kann man mehrere Jahre die IDE nutzen und wird immernoch alles sehr ungewohnt und neu finden.

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