Einen Song fortsetzen


Wenn man anfängt mit dem kompinieren stößt man relativ schnell auf das Problem wie ein vorhandene Melodie erweitert werden soll. Beispielsweise hat man die Notenfolge C, G in LMMS oder in FL Studio erstellt und jetzt grübelt man darüber nach, ob man als nächstes ein A oder lieber doch ein E setzen soll. Auch viele Texte in denen algorithmisches Komponieren gelehrt wird, gehen mit dieser Fragestellung heran und häufig wird das Problem mit Hilfe von Markov Ketten gelöst, dass man also mit einer Wahrscheinlichkeit angibt, was nach einem G am besten zu folgen hat. Dieses Verhältnis zur Musik ist grundverkehrt, so komponiert niemand der echte Songs schreibt. Stattdessen geht es bei Musik darum, Noten zu finden, die genau zwischen zwei Noten passen. Das heißt, was nach der Notenfolge C, G kommen soll kann niemand sagen, auch Mozart weiß das nicht. Aber Mozart kann sagen, wie man von C nach G kommt.

Das Finden von Zwischennoten stellt die eigentliche Herausforderung innerhalb des Komponierens da. Im Grunde werden nach dieser Methode komplette Opern geschrieben. Als erste Note legt man das C fest und als letzte wieder ein C. Und der Raum den diesen beiden Noten abstecken gilt es zu füllen. Aber womit kann man ihn füllen? Am zweckmäßigsten mit sogenannten Pivotchords. Pivotchords sind im Grunde ein Algorthmus der angibt, wie man von Note 1 zu Note 2 gelangt. Man kann aber auch sehr viel komplexere Zwischenstufen sich ausdenken. Und wenn man hier ein System verwendet, hört sich das Ergebnis im Regelfall sehr ansprechend an. Das Finden von Zwischennoten kann man darüberhinaus noch fraktal gestalten. Ein Beispiel: Angenommen, man hat entdeckt, dass man von C nach G über die Note A gelangen kann. Die Folge wäre dann: C A G. Jetzt kann man erneut Zwischennoten suchen, um beispielsweise von C nach A zu gelangen und von A nach G. C D A E G, wäre eine mögliche Folge. Und so geht es dann immer weiter. Immer hat man eine Startnote und eine Zielnote. Da ein C gleichbedeutend ist mit C-Dur hat man in Wahrheit sogar 3 Noten auf einmal. Und jetzt muss man die Musiktheorie bemühen um zu entscheiden welche Noten guten klingen. Also welche Tonleitern sich überschneiden oder wie man eine Spannung erzeugt. Jenachdem wieviel Ahnung man von der Theorie hat, kann man einfache oder komplexe Zwischennoten finden.

Interessanterweise sehen das viele Musiker ein wenig anders. Da behaupten Bassisten gerne, dass Musik eigentlich ganz einfach wäre und sie mit nur 2 Akkorde einen kompletten Song spielen könnte. Rein formal mag das vielleicht stimmen, weil sie zunächst ein C-Dur spielen, dann ein G-Dur, dann wieder ein C-Dur usw. Das heißt, sie haben wirklich nur die beiden Akkorde die sie nacheinander spielen. Aber, ein Song ist das noch nicht. Wass die Bassisten vergessen haben zu sagen, ist dass sie zur Auflockerung dazwischen noch ganz andere Akkorde spielen, die dazu dienen etwas Abwechslung hineinzubringen. Und um diese Zwischenschritte zu finden muss man eben sehr wohl klassische Komposition beherschen, sonst klappt es nicht.

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