Einführung in MOOC

Ein MOOC ist ein digitales Lernangebot und wird von privaten Unternehmen wie Udacity, Iversity und Coursera durchgeführt. Es ist eine Kombination aus einem Vorlesungsvideo, Tutorium, Abschlussprüfung und Zertifikat. Obwohl MOOCs ein extrem schlechtes Images besitzen ist die Anzahl der Teilnehmer beachtlich. Tendenz steigend. Man hat fast den Eindruck, als ob MOOCs gerade wegen ihrer Nachteile soviel Zulauf haben. Den Erfolg vbn MOOCs kann man damit erklären, dass darüber Lernstoff als Produkt vermarktet wird. Das heißt, es ist klar definiert was unterrichtet wird und was das Ergebnis ist. Aus Sicht von kommerzieller Weiterbildung ist das eine gute Sache, dennoch stellt sich aus Sicht der Wissenschaft die Frage ob es nicht auch besser geht.

Generell dienen Zertifikate, Abschlussprüfungen und Tutorien dazu, die Leute zu motivieren und den Lernstoff besser zu vermitteln. Wenn man eine Prüfung schreibt hört man im Unterricht viel interessierter zu, so die Idee. Aber, pädagogisch gesehen sind MOOCs aus dem Bereich Volkshochschule entlehnt, Nachwuchswissenschaftler kann man damit nicht ausbilden. Und zwar deshalb, weil Wissenschaft ein wenig mehr ist, als in einer Prüfung einen Multiple Choice Test zu beantworten. Sondern Wissenschaft besteht primär aus dem Publizieren eigener Texte. Und hier wird deutlich, was die nächste bessere Version eines Moocs wäre. Das heißt, man verzichtet einfach auf eine Prüfung und ein Zertifikat und lässt die Leute stattdessen einen Wikipedia Artikel schreiben oder noch besser, ein PDF Paper erstellen über ein eigenes Forschungsprojekt, so wie bei einem richtigen Wissenschaftsprojekt auch. Der Vorteil besteht darin, dass dabei die Studenten den Stoff noch sehr viel tiefer verstehen und gleichzeitig neue Informationen generieren. Generell gibt es unteschiedliche Stufen der Unterrichtsvermittlung:

– passive Online-Vorlesung -> geringe Motivation
– MOOC -> mittelhohe Motivation
– Academic social Network -> maximale Motivation

Wirklich schlecht sind Moocs nicht, sie motivieren weitaus mehr als es eine normale Vorlesung auf Youtube könnte, die man sich nebenbei reinzieht, auf der anderen Seite sind Moocs ausbaufähig hin zu richtigem wissenschaftlichen Arbeiten, wo man nach dem Anschauen der Vorlesung das gehörte in einem eigenen Wissenschaftsprojekt anwendet und darüber einen Bericht verfasst.

Überlicherweise werden Kursanbieter wie Udacity und Co nur aus einer Richtung kritisiert. Das sie gegenüber staatlichen klassischen Universitäten schlechter wären. Das heißt, es ist besser wenn man zu einer Lehrveranstaltung physisch hingeht, anstatt sich das ganze nur online anzuschauen. Aber, man kann Coursera auch von der anderen Seite aus kritisieren, und zwar dass das Konzept an sich (privates Unternehmen + Online Kurse) das richtige ist, es aber noch nicht weit genug geht. Diese Kritik ist sehr viel zielführender. Sie stellt den Transformationsprozess an sich nicht in Frage. Sagt also, dass es grundsätzlich richtig ist, von staatlichen Universitäten weg hin zu privaten Anbietern zu wechseln und von ortsgebundenen Präsenzveranstaltungen hin zu virtuellen Vorlesungen zu wechseln. Gleichzeitig bleibt jedoch offen, ob Coursera dafür bereits der beste Anbieter ist oder ob man es nicht noch sehr viel besser machen kann.

Schauen wir uns ein konkretes Thema genauer an: die Vorlesungen die über Künstliche Intelligenz angeboten werden. Einige davon sind kostenlos über die Homepage einsehbar. Die gute Nachricht lautet, dass sie professionell erstellt sind, einen aktuellen Videocodec verwenden und das Streaming reibungslos funktioniert. Die schlechte Nachricht ist, dass sie inhaltlich nicht besonders advanced sind. Im Grunde wird dort erzählt, dass Machine Learning die Zukunft wäre und das man über Wahrscheinlichkeitsberechnungen einen Roboter steuern könnte. Wirklich falsch erklärt Andrew Ng. das Thema Principal Component Analyse zwar nicht, aber es ist eben nicht die ganze Wahrheit. Da fehlt noch so einiges zu einer guten Vorlesung über Künstliche Intelligenz.

Anders ausgedrückt, Coursera und Udacity legen schon mal konkret etwas vor, aber das ließe sich noch weitaus besser machen. Ich glaube, das ganze ist nicht mehr als ein Prototyp, wo es zunächst einmal darum geht, das neue Medium aus Online-Vorlesung auszuprobieren und die Inhalte noch sekundär sind. Ich glaube die Zukunft besteht darin, dass inhaltlich aufgerüstet wird, also wo besserer Stoff vermittelt wird, bei dem auch fortgeschrittene Studenten noch etwas lernen können.

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