Der richtige Zeitpunkt für Robotik ist jetzt

In einem frühren Blogpost habe ich leicht pessimistisch beschrieben dass in einem industriellen Roboter derzeit überhaupt keine Chance haben und höchstens noch medizinische Roboter denkbar wären weil man dort technischem Fortschritt aufgeschlossen gegenübersteht. Die Grundproblematik ist leider auch mit dem Henne Ei Problem vergleichbar. Das heißt, es fehlt an Firmen die Roboter herstellen, in Folge dessen gibt es keine Nachfrage und das heißt es ist für Firmen nicht interessant sich mit Robotern zu beschäftigen.

Generell lässt sich sagen, dass bevor man mit Robotik beginnt ein passendes Umfeld existieren muss damit ein Bootstrapping Prozess starten kann. Ein solches Umfeld ist der Robocup Wettbewerb, https://cre.fm/cre112-roboterfussball Ein Roboterwettbewerb selbst ist zunächst noch keine Robotik sondern eine Veranstaltung die Robotik fördern möchte. Das heißt, Robocup selber hat gar nichts mit Robotik zu tun, sondern ist eher eine Art von Messe / Show / Sportveranstaltung die Besucher anzieht, Preise vergibt und für ein Rahmenprogramm sorgt. Erst innerhalb dieser Veranstaltung wird dann über konkrete Robotik nachgedacht. Damit hat man das Henne Ei gewissermaßen entschärft. Es gibt jetzt ein Umfeld für Robotik, in folge dessen fühlen sich Roboterbauer davon angezogen, die dann wiederum die Veranstaltung nach vorne bringen.

Aber die Vorteile gehen noch weiter. Im Grunde geht es auch innerhalb von Robocup gar nicht um Robotik oder um Fußball. Weil die meisten Teilnehmer sich gar nicht für Fußball interessieren. Und ergo ist es auch egal, ob sie Roboter dafür programmieren können. Es ist ein komplett nutzloser Wettbewerb der die Menschheit kein bisschen weiterbringt. Denn, selbst wenn es gelingt bis 2050 humanoide Roboter gegen Menschen antreten zu lassen ist damit keines der großen Probleme wie Krieg, Armut oder Krankheit überwunden. Sondern worum es eigentlich geht ist etwas anderes: und zwar Forschung. Also über Algorithmen nachzudenken mit denen man Künstliche Intelligenz realisieren kann.

Die wichtigste Eigenschaft von Robocup ist, dass es auf eine breite Akzeptanz stößt. Das heißt, anders als die akademische Robotik gibt es mehr als 3 Leute weltweit die mitreden können. Das heißt, es existiert dort die seltene Mischung aus Breitenwirkung plus technologischem Tiefgang. Das heißt, einerseits zieht es die Massen an, die teilweise alkoholisiert zu der Veranstaltung kommen und das Niveau damit absenken, gleichzeitig ist es aber nicht billig weil die klügsten Wissenschaftler der Welt nicht wissen, wie es man gewinnt und sich richtig anstrengen müssen. Eigentlich ist es also kein richtiger Fußball, aber richtige Robotik ist es auch nicht.

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