Eskalation bei Robocup


Wenn man die Robocup Challange mit richtigem Fußball vergleicht so stellt man fest, dass es bei dem Roboterwettbewerb sehr gesittet zugeht. Klar, manchmal applaudieren die Fans wenn ein Tor geschossen wurde, aber soetwas wie Problemfans und Hooligans gibt es bei Robocup nicht. Woran liegt das? Schauen wir uns zunächst einmal echten Fußball an, der über eine lange Tradition verfügt, und anhand derer das Gewaltphänomen gut erforscht ist. Im Regelfall geht Gewalt dort von Männern aus und zwar insbesondere wenn die eigenen Mannschaft verliert. Die Enttäuschung ist groß, es entsteht Frust und das erzeugt Wut. Sowas weiß auch die Security und hat ein besonderes Augenmark auf die ersten Anzeichen einer sich abzeichnenden Eskalation. Wenn der erste Pyro explodiert und noch dazu Alkohol im Spiel ist, steigt die Wahrscheinlich dass es zu unschönen Szenen noch im Stadion oder am Bahnhof kommt.

Das auslösende Moment ist dabei einerseits der Wettbewerbscharakter des Fußballspiels und als logische Folge davon die Unterscheidung in Sieg und Niederlage. Es ist selten bis unwahrscheinlich, dass die Fans der Siegermannschaft anfangen herumzupöbeln, im Regelfall geht es diesen Fans super. Ihre Mannschaft hat triumphiert, sie haben gezeigt, dass sie Fußball beherschen und sie klopfen der unterlegenen Mannschaft sogar aufmunternd auf die Schuler „Hey nicht so schlimm, nächstes Mal gewinnt ihr vielleicht“. Von Seiten der Verlierer sieht die Lage weit weniger entspannt aus, dort hat man sich lange auf das Match vorbereitet, intensiv trainiert und wurde von seinen Fans unterschützt. Wenn jetzt die Niederlage da ist, fällt das alles von einem ab. Und man fragt sich ob der Schiedsrichter vielleicht unfair war und ob es gerecht zuging. Wenn das verneint wird, ist die Versuchung groß dies als persönliche Niederlage zu verstehen, als Angriff auf die eigene Ehre. Und das ist dann der Moment wo die die zerbrochene Bierflasche genutzt wird um … ach die Details lassen wir mal, es reicht zu wissen, dass Gewalt eskalieren kann.

Auch bei Robocup gibt es eine Verlierermannschaft. Dies ist in den Regeln explizit so gewollt. Und ähnlich wie beim richtigen Fußball auch empfinden sie die Niederlage als persönliche Zurücksetzung. Die Berichterstattung über diesen entscheidenen Moment ist jedoch noch mangelhaft. Es gibt keine Videos wo zu sehen ist, wie eine enttäuschte Verlierermannschaft ihren Frust mit Gewalt ausagiert. Was sich jedoch findet auf Youtube sind Videos mit dem Titel „Robocup final“ und „Robocup wins“, wo also der Moment am Ende des Spiels festgehalten wird wo der strahlende Sieger gekührt wird. Wenn man sich dann auf das gegnerische Team fokussiert wird man dort lange Gesichter sehen. Es sind die selben Mechanismen die auch beim regulären Fußball erkennbar sind. Die Verlierermannschaft und dessen Fans sind also potentielle Problemkandidaten. Also Leute die Stress machen könnten.

Was die Teams bei Robocup noch lernen müssen ist richtig zu verlieren. Also nach dem Match ihren Frust auch offen zu zeigen, so wie es im richtigen Fußball zum eingeübten Ritual gehört. Aber offenbar glauben viele Teilnehmer, dass man bei einem Roboterwettbewerb keine Gefühle zeigen dürfte und die Niederlage hinnehmen müsste.

Das man auch bei Denksportspielen seinen Frust rauslassen kann, zeigen mehrere Aufnahmen im Profischach, bei denen enttäuschte Verlierer einige unschöne Dinge tun.

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