Die Post-Singularity World


[1] Mentifex wrote:
„After the Technological Singularity, conscious AI Minds will run non-stop and non-death — except by misadventure. Colossus the Forbin Project, Wintermute, HAL et al. will all be controlling the basic resources they need to stay alive.“

So langsam zweifel ich daran, ob das Usenet Forum comp.ai.philosopy überhaupt der richtige Ort ist um über Künstliche Intelligenz zu debattieren. Übersetzt heißt AI zwar Künstliche Intelligenz, aber der obige Beitrag hat damit fast nichts zu tun. Eher klingt es wie die Einleitung zur Fortsetzung der „Neuromancer“ Trilogie, die William Gibson einst berühmt gemacht hat. Die Gemeinsamkeit besteht darin, die reale Welt auszublenden zugunsten einer Illusion in der es keine Bäume und Vögel mehr gibt. Nun sind solche Zukunftsvorstellungen in der Literaturgeschichte nichts unübliches, auch das Drama „Warten auf Godot“ arbeitet mit einem pessimistischen Grundton der in einen Nihilismus abgleitet, aber dafür will die Literaturwisenschaft nicht das große ganze erklären sondern weiß, dass sie nur innerhalb eines Buchdeckels Bestand hat.

Was mich an dem Singularity und AI-Philosophy Diskurs zunehmend stört ist einerseits der Allmachtsanspruch die Welt von morgen definieren zu wollen, gleichzeitig jedoch jeder Verzicht auf wissenschaftliche Erklärungen. So als ob es unwichtig wird, wie man Computer programmiert wenn erst Singularity da ist. So als ob intelligente Roboter nichts mehr mit Technik zu tun hätten sondern religiös interpretiert werden könnten. Vereinfacht gesagt, scheint mir der Schwerpunkt auf Philosophy und weniger auf AI zu liegen.

Aber wenn Singularity nicht die äußere Klammer ist, welche die technologische Singularität zusammenhält was ist es dann? Ich glaube, dass die Zukunft darin besteht, dass sich die Menschen wieder mehr mit Technik beschäftigen. Also herausfinden, wie man Computer baut, wie man Algorithmen entwickelt und wie man Roboter programmiert. Also eher wissenschaftlich an die Dinge herangeht und weniger erklärend.

Scrollt man einmal durch die weiteren Beiträge von comp.ai.philosophy so findet sich dort für eine Usenet-Gruppe die das comp. als Präfix verwendet erstaunlich wenig Sourcecode. Eigentlich sollte man denken, dass die Leute dort Experten wären in Sachen C++ und Assembly language, aber nichts da. Scheinbar ist eine hands-on-mentalität nicht das, womit sich die Leute identifizieren. Haben sich da womöglich lauter Neoludditen versammelt um ihre Weltsicht zu teilen?

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