RI Seminar


Didaktische Fails in der Robotik
[1] Zunächst einmal ist der Ansatz lobenswert, den Informatik Studenten etwas über Robotik zu erzählen. in der Mitte des Videos wird erläutert, dass man Macroactions benötigt um den Problemraum effektiv zu sampeln. Das ist korrekt. Ebenfalls Stand der Forschung ist es, dafür einen PDDL ähnlichen Planner zu nutzen. Vom inhaltlichen gibt es also wenig bis gar nichts zu bemängeln. Was jedoch stört ist das dahinterstehende didaktische Konzept. Ich bezweifel, dass auch nur einer der anwensenden Zuhörer etwas lernen konnte. Das liegt zum einen darin, dass außer einer Powerpoint Präsentation nichts geboten wurde, vor allem kein ablauffähiges Programm. Oh ja, natürlich gibt es derartige Software. In ROS wurden die angesprochenen Konzepte bereits realisiert, die Knowrob Engine und die SMACH Engine arbeiten damit. Nur, ROS ist mehrere Gigabyte groß. Wir haben also einerseits einen sehr abstrakten Vortrag plus eine messy-Software die die Collyer Brother geschrieben haben und jetzt sollen Anfänger in Sachen Robotik sich daraus einen Reim machen. Das kann nur scheitern.

Besser wäre es gewesen, wenn der Vortragende zunächst einmal seine Hausaufgaben macht, bevor er Lernaufgaben für seine Schüler ausgibt. Dazu gehört, aus dem Vortrag selber die komplizierten Dinge zu entfernen. Man muss nicht unbedingt einen symbolischen Planner erläutern nur weil man Macroactions nutzt, man kann in einer Zwischenstufe den Behaviortree auch manuell, d.h. interactiv ausführen. Und zweitens wäre es nötig, didaktisch wertvolle Software bereitzustellen, die aus weniger als 1000 Lines of Code worin das Konzept anschaulich gezeigt wird. Allein schon die Vorstellung, dass die Studenten nach dem hören des theoretischen Teils an eine ROS-Workstation hinüberwechseln um sich dort durch Millionen Lines of C++ Code zu scrollen auf der Suche nach dem ominösen PDDL Planner ist schrecklich.

Der Grund für derartige Fails dürfte darin bestehen, dass die Intention in dem Vortrag keineswegs die ist, Robotik didaktisch aufzubereiten, sondern es geht um universitäre Robotik. Also die, welche an der CMU oder anderen US-amerikanischen Elite Unis durchgeführt wird.

Surgical robotics
[2] Kompliment für den Vortrag. Der Vortragende kommt aus der Praxis und setzt den vorgestellten Roboter selber ein. Zuerst gibt es einen Rückblick auf das Davinci System. Der Vorteil damals war, dass eine Videoaufzeichnung möglich wurde und dass der ausführende Arzt an einem anderen Ort sein kann. Im zweiten Teil des Vortrages wird das Nachfolgeprodukt von Medrobotics vorgestellt: der Surgical Snake Robot (Medrobotics Flex). Aufgelockert wird der Vortrag noch durch eklige Aufnahmen aus dem Körperinnneren bei dem Schnitte am lebenden Gewebe ausgeführt werden.

Aus Sicht der Robotik gibt es dennoch etwas zu bemängeln. Beim Davinci Surgical Robot gab es parallel dazu noch ein OpenSource Modell genannt „Raven II“ was explizit entwickelt wurde, um Algorithmen zu testen. Wo ist das Raven II Äquivalent zum Medrobotics Flex System?

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s