Die optimale Roboterform


Im Laufe der Zeit wurden sehr unterschiedliche Roboter entwickelt. Die einfachste Variante ist ein ferngesteuertes Auto, aber es gibt auch Spinnen Roboter, Roboterarme, fliegende Roboter, Delta-Roboter, Parallele Kinematiken und noch vieles mehr. Es gibt jedoch eine Form, die erstaunlich selten in die nähere Auswahl gezogen wird: der humanoide lebensgroße Roboter. Doch in Wahrheit ist das jene Form, die am besten geeignet ist. Baut man einen Roboter wesentlich kleiner ist er nicht im Stande halbwegs sinnvolle Aufgaben auszuführen, baut man einen Roboter mit nur einem Arm ist das Greifen von Objekten nicht möglich und baut man einen Roboter ohne Beine kann er nicht flexibel eingesetzt werden. Von der Hardware her gelten humanoide menschengroße Roboter als unübertroffen. Der Grund warum sie nur selten eingesetzt werden hat etwas mit der Softwarekrise zu tun. Damit so ein Roboter den ersten Schritt macht, braucht man einen hochentwickelten Controller. Gleiches gilt für die Steuerung der Hand und erst recht für Bewegungen bei denen die Beine und die Hände gleichzeitig bewergt werden müssen. Das ist der Grund warum humamoide Robotik häufig als zu anspruchsvoll verworfen wird.

Doch ich glaube der Ansat von inmoov sich darauf zu fokussieren war richtig. Und zwar deshalb, weil man jetzt eine Baseline definiert und es Aufgabe der Programmierer ist, ebenfalls zu liefern. Der Erfinder von inmoov hat schonmal vorgelegt: hier ist er der Roboter, die Servos sind sauber verkabelt, der Preis ist niedrig, damit bin ich raus. Und er hat recht, sein Job ist getan, die Hardware ist da. Damit muss jemand anderes den Staffelstab aufnehmen und das Softwareproblem lösen. Er kann sich nicht mehrherausreden damit, dass Roboter viel zu teuer wären und es keinen Sinn macht Software zu entwickeln wenn die Hardware noch nicht einsetzbereit ist. Sondern stattdessen entsteht eine Form des Wettbewerbes, bei dem Hardware und Software gegeneinander arbeiten. Für den Erfinder von inmoov ist alles was mit Künstlicher Intelligenz und Sourcecode zu tun hat, im Grunde nebensächhlich. Es interessiert ihn nicht und wenn die Software nicht korrekt arbeitet, umso besser. Was aus Sicht des inmoov Erfinders relevant sind, dass sind die Kabel, die Servos und die Stablität der Plastik. Wenn es dort Probleme gibt, wäre das tragisch. Demgegenüber stehen mögliche Sfotwareentwickler, die sich für die Mechanik nicht im mindesten interessieren. Wichtig ist nur, dass der Servo sich bewegt wenn das Kommando dafür kommt. Wie das genau passiert ist egal, sollen sich um das Problem doch die Schrauber kümmern, also jene Leute welche sich am Lötkolben und 3D Printer die Hände dreckig machen. Die Software steht über diesen Dingen.

Nach meiner Recherche ist zwar die Hardware des inmoov ausgereift und praxistauglich nicht jedoch die Software. Es gibt aktuell kein vergleichbares Projekt was den Sourcecode für deise wundervolle Plattform bereitstellt. Es gibt zwar ROS aber das ist nich wirklich geeignet für Inmoov. Man kann sagen, das Hardwareproblem ist gelöst (im Großen und ganzen zumindest) nicht jedoch das Softwareproblem.

Mal angenommen, irgendwann gibt es eine passende Software, was kann man dann mit inmoov anfangen? Eines ist sicher, eine Unterhaltung wird man mit ihm nicht führen können, auch kann er keine Antworten auf neue Probleme geben. Sondern wenn überhaupt wird die Software in der Lage sein, die Hardware zu steuern, also motorische Tasks ausführen wie einen Kuchen backen oder den Müll runterbringen. Vermutlich könnte sie auch Auto fahren, im Supermarkt etwas einkaufen, den Hund ausführen oder wie Wäsche reinigen.

Aber damit ist die Entwicklung noch nicht abgeschlossen sondern es wäre nur die Basis software die Inmoov in die Lage versetzt sinnvolle Dinge zu tun. Darauf aufbauend könnte man eine weitere software entwickeln. Eine die in Richtung „The sims“ geht, wo also der Roboter bestimmte Vorliegeben entwickelt und mehr Ähnlichkeit mit Menschen hat. Und sich sogar in andere Roboter verlieben kann.

Aber die wichtigste Errungenschaft von inmoov wird es sein, dass damit die Menschen verändert werden. Inmoov als OpenSource Projekt hat vor allem die Aufgabe, die Jugend für die Robotik zu gewinnen. Und wenn erstmal die passende Software bereitsteht wird inmoov eine Art von Rolemodell sein, das heißt, die biologischen Menschen werden inmoov imitieren, sie werden so sein wie er. Das wird dazu führen, dass einerseits irgendwann Roboter durch die Städte laufen (Händchenhaltend versteht sich) aber das gleichzeitig auch ganz normale Menschen sich wie Roboter verhalten. Also Dinge sagen wie „mein akku ist leer“ oder „mein Kernel läuft nicht rund“. Obwohl sie gar keinen Akku haben. Anders ausgedrückt, inmoov wird dazu führen, dass die Menschheit verdummt.

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