Domino Roboter


Na das nenne ich dochmal eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung. Diesmal ausnahmsweise keine Fußballspielenden Naos und wütende Fans die sich die Bierflasche an den Kopf hauen, sondern schön in Ruhe dominosteine aufstellen mit Hilfe von Lego Technic. Der Macher des Videos hat versucht sein Projekt etwas höher zu skalieren und belässt es nicht bei einer Machbarkeitsstudie sondern baut längere Dominostraßen auf den Tisch. Umso interessanter ist dann, wenn den ersten Stein antippt um zu schauen was dann passiert. Obwohl das die meisten Zuschauer instinktiv ahnen ist es immer wieder faszinierend wie eine Kettenreaktion funktioniert. Nur bei der Krümmung versagt der Roboter noch. Hier ist Handarbeit angesagt.

Leider offenbar sich beim Blick auf die dazugehörige Webseite des Erfinders, dass der Fokus nur auf der Maschine als solchem liegt. Das heißt, es gibt eine Bauanleitung wie man die Maschine baut, was fehlt ist jedoch ein Algorithmus um damit im Virtual Life einen Roboter zu steuern der gleiches vermag. Um einen neuen Weltrekord aufzustellen muss man übrigens mehr als 500000 Dominosteine aufstellen und umfallen lassen. Schaut man sich bei solchen Wettbewerb einmal um, so sieht man dort junge Menschen, die sich gerade ausruhen, lustlos in der Gegend herumsitzen und anderen dabei zusehen wie sie winzig kleine Steine aufstellen. Das kann doch die Robotik-Brigada doch viel besser, oder?

Der nächste Link https://www.youtube.com/watch?v=ViN87GTew1Y hat nichts mit Domino-Robotik zu tun als vielmehr ist dort der berühmte Vortrag von Stefan Schaal zu sehen wo er sein Konzept der „Dynamic Motion Primitve“ erläutert. Man sollte ergänzend vielleicht erwähnen, dass Stefan Schaal’s Mathematik sich an analogen Computern orientiert, also noch stark in Richtung Oszilatoren, Sinusschwingungen und Funktionenglättung geht. Finite State Machines oder Computer werden in dem Vortrag leider nicht erläutert, obwohl sie im Bereich der Robotik mitlerweile zum Standard-Reportoire gehören. Ebenso verzichtet Schaal darauf eine linguistische Taxnomie vorzustellen oder einen modernen Solver wie RRT zu erläutern. Wer sich davon nicht stören lässt wird an dem Vortrag viel Freude haben. Ob es überhaupt Sinn macht, mit analogen Computern einen Roboter zu steuern ist unklar. Fakt ist, dass die BEAM Robotik innerhalb der Informatik sich nicht hat durchsetzen können und dass es zweifelhaft ist, ob die Roboter von Schaal komplett anders funktionieren. Aber vielleicht ist das auch gar nicht die Absicht. Die Serie „RI Seminar“ richtet sich an Einsteiger und vermittelt nur Grundlagenkenntnisse auf denen aufbauend man dann die richtige Robotik erläutern kann.

Eigentlich ist das „RI Seminar“ kein richtiger Robotik-Kurs, sondern es handelt sich um eine Meta-Veranstaltung. Damit ist gemeint, dass man dort erfährt wie man Robotik didaktisch korrekt unterrichtet. Und aus dieser Perspektive hat Schaal gute Arbeit geleistet, er hat verständlich gesprochen, hatte schöne Folien im Gepäck und ist auf die Nachfragen aus dem Publikum gut eingegangen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s