Anti-Linux Verschwörung


1. Einführung in Minix

Wahrscheinlich bin ich denkbar ungeeignet, etwas über Minix zu berichten. Denn ich bin mit diesem Betriebssystem irgendwie emotional verbunden. Mangelnde Objektivität ist die logische Folge. Trotzdem will ich meine persönlichen Befindlichkeiten vorerst zurückstellen, und eine kurze Einführung in Minix geben.

Andrew Tanenbaum, Buchautor und Dozent, ist der Erfinder des Mini-
Unix. Hier ein Vortrag von ihm auf der FOSDEM (youtube, 53 Minuten):

Weitere Quellen:

  1. Tanenbaum, A.S.: MINIX — a UNIX clone with source code, 1987, 9 Seiten, http://hdl.handle.net/1871/2597
  2. Herder, J.N.: Building a dependabke operating system — fault tolerance in MINIX 3, Doktorarbeit 2010, 165 Seiten, http://hdl.handle.net/1871/16055

Etwas sinnvolles anfangen kann man mit Minix eigentlich nicht. Meist wird es in einer virtuellen Maschine (VMware) installiert um dabei etwas zu lernen. Minix ist hauptsächlich Selbstzweck: es wird installiert um UNIX zu verstehen.

2. Windows 7 ist toll

Das Microsoft Betriebssystem Windows 7 ist echt gut: für den Kaufpreis von 80€ bekommt man eine hübsche DVD und kann sofort loslegen. Im Gegensatz zu Mac OS X oder Linux ist Windows auch für Einsteiger leicht verständlich. Es gibt eine einheitliche Oberfläche und das Dateisystem ist standardisiert. Aber das beste ist: auf der DVD ist ein Internetbrowser und ein Video-Player bereits enthalten. Klar, auch Windows ist nicht perfekt: man muss sich mit der Maus anfreunden und der Begriff „Treiber“ ist erklärungsbedürftig. Dafür wird ihr neuer PC mit Windows 7 zu 100% zusammenarbeiten.

Ganz anders bei Slackware: dort bekommt man für den stolzen Kaufpreis von 50€ zwar den Quellcode mitgeliefert, dafür gestaltet sich die Installation schwierig: was war nochmal der Unterschied zwischen ext3 und XFS? Wofür muss man den USB Stick mounten? Was ist xinitrc? Ganz egal, ich hab keine Ahnung. Also klicke ich überall auf „Ja“ und Slackware installiert sich komplett. Jeder gottverdammte Editor, jedes Dateisystem ist mit dabei. Ob ich jemals das System voll ausreizen werde ist bei der Erstinstallation noch unklar. Fakt ist nur: das fertige Slackware bootet und braucht nie wieder heruntergefahren werden.

Beim Apple iPhone hieß das Schlagwort „Reboot works“. Was sinngemäß meinte, dass man mindestens einmal täglich einen Reboot machen sollte: um den Speicher zu leeren, alle Init-Files auf den Jungfrauen-Mode zu setzen und anschließend wieder ein konsistentes System zu haben. Slackware hingegen läuft und läuft und läuft.

3. Die Feinde von Linux

Natürlich gibt es Neider. Viele mächtigen Leute wollen Tanenbaum, Torvalds und Stallmann ihren Erfolg nicht gönnen. Denn Freiheit ist immer auch eine Bedrohung für Mächtige. Wo sich Schulkinder die Systemsoftware Slackware einfach aus dem Netz wie aus dem Kaugummi-
Automat ziehen können wirken Leute in Anzügen, die Wartungsverträge für WinNT verkaufen ziemlich altbacken. Aber Schritt für Schritt. Zunächst einmal ist Minix, NetBSD und Linux (d.h. UNIX für PCs) das ideale Zweitbetriebssystem neben Windows. So kann Windows 7 ganz wunderbar um zusätzliche Features wie NFS, Kommand-Line und Perl erweitert werden. Eine dauerhafte friedliche Koexistenz … BlaBlaBla.
Damit aus dem Zweitsystem kein Hauptsystem wird, planen die mächtigen Software-Riesen sich gegen den Pinguin zu verschwören. Es beginnt ganz harmlos mit einer Anzeigenkampagne, http://neil.franklin.ch/Info_Texts/anti-linux.jpg
die das Chaos bei Linux betont. Weiter geht es mit Urheberrechtsklagen von SCO gegen IBM. Und irgendwann wird Microsoft die PC Hersteller zu einem Anti-Linux-Bios zwingen, das neue Computer nur noch Microsoft-
Produkte abspielen können. Auf der Playstation und der XBox ist es schon soweit. Aber auch Apple baut die Hardware mit Absicht „not Linux ready“. Alles nur, um die Konsumenten zu verunsichern, Software an „Geld verdienen“ zu koppeln und Marktmonopole weiter auszubauen.

Die Antipathie gegen Freie Software ist nicht technisch motiviert sondern beruht einzig auf Werbung. Microsoft besitzt einen Werbeetat groß genug, um einen Song der Rolling Stones zu kaufen und das Weiße Haus mit NT-Servern zu beliefern. Deshalb setzt sich nicht das bessere System durch, sondern das populärere System (Windows 7) gibt die Standards vor: DirectX, NTFS und C++. Wie heutzutage gute Software auszusehen hat entscheidet ein Softwarekonzern. Er spricht die globale Sprache des Geldes, die auch die meisten anderen Unternehmen sprechen. Und ja, die teuersten Computer weltweit werden in Firmen eingesetzt, deshalb ist Microsoft auch so erfolgreich.

Viele Befürworter von Microsoft betonen, dass der Softwaremarkt käufergetrieben funktioniere. D.h. Ein Student geht in den PC-Laden und will etwas kaufen. Er verlangt Windows und deshalb wird es verkauft. Ganz so einfach ist es nicht. Stattdessen ist der Softwaremarkt in Wahrheit ein Verkäufermarkt. D.h. der Kunde hat keine Ahnung von Computern und kauft die Empfehlung des Verkäufers. Und der empfielt nunmal das Produkt, worauf es eine hohe Provision gibt. Würde sich der Käufer gegen Windows entscheiden wäre das Verteauensverhältnis zu seinem PC-Händler zerstört und er wäre ein Kunde 2. Klasse. Das will niemand sein, also tragen alle das Kleid von Bill Gates und niemand traut sich daran herumzukritisieren. Damit das so bleibt, knebel Redmond die PC-Händler mit OEM Lizenzen, kauft Anzeigenseiten in Computerzeitschriften und hat auf Messen immer den größten Stand. Durch schiere Größe konnte Microsoft bisher immer seine Marktmacht behaupten. Zum Beispiel gegen Geoworks, Novell DOS, Borland, OS/2.

Youtube-Video, 17 Minuten, Anti-Linux, [youtube http://youtube.com/w/?v=IYT6Xczbs0M

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