AGI realisierbar?


Ben Goertzel hat auf http://multiverseaccordingtoben.blogspot.de/2015/10/is-google-deep-mind-close-to-achieving.html einen Artikel verfasst, worin er einerseits einen Vortrag von DeepMind lobt, andererseits sich darüber beklagt, dass nach wie vor keine richtige Artificial General Intelligence erfunden wurde. Der Begriff „general“ Intelligence meint dabei einen möglichst allgemeingültigen Ansatz. Dies kann jedoch lediglich relativ zu anderen Ansätzen möglich sein. Ein Beispiel:

Vor Erfindung von DeepLearning wurde Bilderkennung mit unterschiedlichen Algorithmen wie SIFT oder manuell codierten Feature-Klassfikatoren realisiert. Mit DeepLearning hingegen reicht heute eine Software wie Caffe plus einem Modell wie Alexnet aus, um damit jede Art von Bilderkennung zu betreiben. Ja mehr noch, man kann mit Caffe sogar Refinforcement Learning betreiben. Insofern ist DeepLearning bereits allgemeiner als das was davor üblich war.

Und so ist es auch mit der DeepMind Software DQN, mit der man Atari 2600 Spiele spielen kann. Davor waren lediglich spezielle Aimbots bekannt, die entweder Tetris oder Pacman spielen konnten. Mit der DeepMind Software hingegen hat man eine Software die eine Vielzahl von Spielen bewältigt.

Aber womöglich geht es bei AGI weniger um konkrete Projekte als vielmehr um eine philosophische Betrachtung. Womöglich hat AGI gar nicht das Ziel Software zu entwickeln, sondern versucht sich eher in einer einer Neoludditen-Betrachtung, die allem technischen kritisch gegenübersteht. Vielleicht in der Tradition von Herbert Dreyfus der ebenfalls von oben herab und damit von außerhalb der Informatik ein Urteil darüber gefällt hat, was Computer können und was nicht. Insofern liegt der Verdacht nahe, dass es bei AGI vor allem darum geht zu zeigen, dass Künstliche Intelligenz nicht möglich ist.

Das ist genau das gewünschte Resultet. Weil damit bewiesen wäre, dass Computer nur Werkzeug sind und der Mensch allein zum Denken imstande ist. Es handelt sich um eine Geisteshaltung, die egal wie eindrucksvoll ein Computerprogramm auch sein mag, wie effizient ein Werkzeug wie die Google Suchmaschine oder der Baxter-Roboter auch arbeiten mag, am Ende die Maschine dennoch nicht denken kann.

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