Warum „Nouvelle AI“ so nötig war


Vor nicht allzulanger Zeit im Jahr 2010 wurde wiedereinmal eine „AGI Conference“ abgehalten, dort war auch ein interessanter Vortrag mit dem Titel „Towards Automated Code Generation for Autonomous Mobile Robots“ enthalten, http://agi-conf.org/2010/conference-schedule/ Dieser Vortrag zeigt exemplarisch auf, auf welchem derzeitigen technologischem Level sich die AGI Community befindet und wie sie sich die Zukunft vorstellt. Ausgangspunkt in dem Vortrag ist die Erkenntnis, dass bisherige Robotik aus der Narrow AI allesamt keine richtige Wissenschaft wäre, weil man dort über Trial-and-Error den Sourcecode per Hand zusammenflickt. Wenn man hingegen mit formalen Methoden an das Problem herangeht und den Code für den Roboter automatisch aus einer mathematischen Gleichung heraus erzeugt, wird alles besser — so zumindest der Tenor im Vortrag.

Und mit diesem Vortrag im Hinterkopf kann man vielleicht etwas besser einschätzen, warum es ab dem Jahr 1990 zu einem Bruch zwischen der akademische Künstlichen Intelligenz und der Nouvelle AI gekommen ist. In der Art, dass die Nouvelle AI eben keine formale Methoden anwendet und der Mathematik nicht untertan ist sondern sich die Nouvelle AI mehr mit „Learing by doing“ auseinandersetzt, als nach vermeintlichen Metamodellen zu suchen. Und das hat dazu geführt, dass es seit den 1990’er im Bereich der Nouvelle AI zahlreiche von diesen unwissenschaftlichen Robotern wie das Google Car, Asimo und fußballspielenden Naos gibt, während es keinen einzigen Roboter der über GOFAI programmiert wurde. Man kann sagen, dass die AGI Community immernoch ihrem alten Traum hinterherrennt, wohl wissend dass er sich nicht erfüllen wird. Gleichzeitig hat die Nouvelle AI inzwischen soviel dazugelernt, dass sie den Quellcode keineswegs ohne Plan zusammenklicken, sondern inzwischen zumindest Bugtracking-Systeme und github verwenden um zumindest ein wenig formale Methoden in den Prozess hineinzubringen. Es ist zu erwarten, dass sich in Zukunft der Unterschied noch verstärken wird, also die AGI-Community keinerlei praktische Resultate erzielt, während die Nouvelle AI ihre Systeme beständig weiterentwickelt.

Man muss keineswegs ein Zyniker sein, um vorhersagen zu können, in welche Richtung sich die AGI Community in Zukunft bewegen wird. Vermutlich wird schon 2015 auf der Konferenz ein Redner vorstellig werden, der als Methode zur Realisierung von „Strong AI“ den Vorschlag unterbreitet, doch einfach morphologische Felder zu verwenden. Zur Erinnerung, das ist soetwas ähnlich wie Erdstrahlen und dient dazu sich mit der kosmischen Energie, die alle Gegenstände durchströhmt, zu verbinden um so direkten Zugriff auf die göttliche Kraft zu erhalten … Für alle, die das Prinzip noch nicht kennen, hier das ganze nochmal zum Nachlesen: http://www.kik-seminare.at/radionik/info.htm Beschrieben wird dort ein Verfahren, wie man ohne zu programmieren, einen Roboter so über einen Zufallsgenerator steuern kann, dass dieser von einem Küken für seine Mutter gehalten wird.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s