Chancen von OpenSource self-driving cars


In einem früheren Blogpost habe ich kritisiert, dass die Software zum Self-driving car üblicherweise propritär entwickelt wird und dass dort sogenanntes DeepLearning eingesetzt wird. Bei näherer Betrachtung ist beides jedoch als Glücksfall anzusehen, weil es dadurch Leute von außerhalb umso leichter haben, mit besseren Lösungen sich zu profilieren. Im Grunde reicht es, wenn man eine drittklassige OpenSource Software entwickelt die auf einen billig-Behavior Tree setzt um damit das Auto zu steuern, und schon hat man 99% der Konkurrenz von Mobileye und Co übertrumpft.

Ich will nicht gerade behaupten, dass es leicht wäre eine entsprechende Software zu entwickeln, aber wenn man es OpenSource macht und wenn man auf alles verzichtet was den Namen „Learning“ oder „neuronales Netz“ trägt, hat man schonman viel richtig gemacht. Der Rest ist dann nur noch eine Fleißaufgabe, also wie gut man die Realität in Motion Primitiven modelliert und wieviel Zeit man in das Testen der Software steckt. Wenn es nach mir geht kann Nvidia, Intel, das MIT oder wer immer sonst sich berufen fühlt Software für driverless Cars zu entwickeln weiterhin mit ihrer Placebo-DeepLearning Software ankommen. Mag sein, dass die Firmen damit in der Gegenwart eine große Zuhörerschaft begeistern, doch langfristig wird irgendwann herauskommen, dass neuronale Netze nicht die Zukunft sind. Warum ausgerechnet die Bigplayer in der Branche diesen Unsinn mit Reinforcement Learning und Analog-Computern mitmachen ist unklar. Vermutlich ist es eine Mischung aus Arroganz, Erwartung des Mainstreams nach schnellen Lösungen und vielleicht auch Unvermögen die Grenzen dieses Konzeptes einzusehen. Aber mir kann das herzlich egal sein, weil es ja nicht um Selbst-fahrende Autos von nvidia geht, sondern es geht um die Technologie als solches. Und dort wird sich langfristig nur das durchsetzen, was wirklich leistungsfähig ist. Und das werden handcodierte Finite State Machines sein. Weil das nunmal die mächtigste Modellierungsvariante ist, die die Informatik anzubieten hat. Ja im Grunde ist es fast schon unnötig darauf hinzuweisen, dass neuronale netze eine Sackgasse darstellen, weil das jeder selber herausfinden kann, der ein wenig mit Caffee und Torch herumspielt und dann irgendwann entdeckt, dass er damit nicht weiterkommt.

Schaut man sich die Ist-Situation an, so gibt es offenbar von ganz oben die Agenda neuronale Netze für Self-driving Cars zu pushen. An Vorträgen mit bekannten Gesichtern und Unterstützung durch Firmen mangelt es jedenfalls nicht. Was das soll ist zwar unklar, aber irgendein Plan wird schon dahinterstecken. Das die Neurocomputer von nvidia kompletter Unsinn sind, weiß das Unternehmen selber, aber das war noch nie ein Grund auf Geschäfte zu verzichten. Offenbar ist es kein technologiegetriebener Markt, sondern es geht um weiche Faktoren, also ob die Konsumenten an die magischen DeepLearning Verfahren glauben oder nicht. Ich würde sogar sagen, dass die Konsumenten vermutlich selber ahnen, dass wenn sie auf den Mobileye Autopiloten umschalten und der so lustige Grafiken zur Fehlerminimierung anzeigt, dass die Technik im Grunde komplett wirkungslos ist und alles mögliche macht nur nicht das Auto sicher durch den Verkehr zu fahren, aber vermutlich ist genau das der Grund, warum die Leute darauf abfahren. Schön den „Drunken Mode“ aktivieren, die Hände vom Lenkrad nehmen und auf maximale Beschleunigung gehen … „Seht her, mein Auto fährt von allein. Ich habe keinen Plan wie das geht, und auch die Software hat keinen Plan was auf der Straße abgeht, aber das stört hier niemanden.“ Weil, das alles ist ja eh nur eine riesige Truman Show.

Auf der letzten Präsentation von nvidia hieß es über das self-driving Car, dass die Software von alleine lernt, dass stochastische Verfahren zum Einsatz kommen und das sogenanntes DeepLearning die technologische Basis ist, dessen Wirksamkeit durch Arxiv-Paper bestätigt wurde. Na das nenne ich dochmal eine steile These, fehlt nur noch dass nvidia uns erzählt dass das Mondgesicht echt ist und dass man durch regelmäßiges Rauchen Lungenkrebs vorbeugt. Kurz gesagt, man muss nochnichtmal Wissenschaftler sein um zu erkennen, dass nvidia entdeckt hat, dass man mit Heilpendeln, Amuletten und Psycho-Ratgebern viel Geld verdienen kann. Aber lassen wir dem Konzern doch dieses kleine Vergnügen, bekanntlich hat gerade der neue Kondratjew Zyklus begonnen, bei dem Lifestyle, Health und psychosoziale Gesundheit im Mittelpunkt stehen.

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