Mal wieder: keine Einladung erhalten von Academia.edu


Vor einiger Zeit hatte ich bereits hier im Blog darüber berichtet, wie es sich anfühlt wenn man keine Einladung bekommen hat von Facebook. Die Erkenntniss, dass dort die Reichen und Schönen versammelt sind, man selber jedoch an der Eingangskontrolle nicht durchgelassen wird ist schon etwas betrüblich. Klar, man könnte sich jetzt in die Tasche lügen, dass so toll wie alle tun das soziale Netzwerk von Mark Zuckerberg gar nicht sei und in Wirklichkeit dort nur Proleten zugange sind, doch das ist nicht wahr. Facebook ist das beste soziale Netzwerk der Welt, dort sind die wirklich coolen Leute zusammen und wenn die einen nicht haben wollen macht es einen depressiv. Aber gut, es gibt ja noch andere Dienste. Einer davon ist Academia.edu. Zuerst dachte ich, dass ich dort willkommen wäre, weil doch alles so gut angefangen hat. Doch mittlerweile bin ich ins Zweifeln gekommen ob ich überhaupt eine Einladung von Richard Price bekommen habe. Acadamia.edu selber ist ziemlich gut. Ähnlich wie bei Facebook auch, ist es ein sehr großes Netzwerk, und viele der dort versammelten Professoren, Dozenten und Studenten sind die besten in ihrem Fach. Nur, die Frage die sich stellt ist ob man selber dort ebenfalls willkommen ist. Leider ist dem nicht so, das Gefälle ist einfach zu groß, als das man aufschließen könnte. Liest man sich einmal so durch, an welchen Unis die Professoren unterrichten so sind da sehr klangvolle Namen dabei. Universitäten aus den USA, Deutschland oder UK. Es sind also keine unbekannten Ghostwriter die da irgendwelchen Unsinn hochladen, sondern Academia.edu ist Weltklasse.

Natürlich ist es bitter zu erfahren, dass man selbst dort nicht willkommen ist, aber so ganz überraschend kommt sowas nicht. Entweder man gehört dazu, und kann eine lange Publikationsliste vorweisen die neuerdings als OpenAccess auf Academia.edu gepflegt wird oder eben nicht. Ähnlich wie bei Facebook könnte ich jetzt anfangen, das soziale Netzwerk madig zu machen, also beispielsweise bemängeln dass dort soviel Werbung zu sehen ist, dass der PDF Parser nicht optimal läuft oder dass die Suchfunktion schlecht sei. Doch das wäre gelogen. Mit dem Portal ist alles super, es wurde von den besten Leuten programmiert und es zieht die Creme de la Creme der Akademiker an. Aber das heißt auch, dass es sowas wie ein Außen gibt. Also Leute, die dort nur stören würden, Leute die die falschen Sachen anhaben, Leute die eben nicht zur Party passen. Das ist ganz besonders traurig wenn man sich doch sehr darauf gefreut hat und jetzt feststellt, dass man eben nicht dazugehört.

Wie bei allen sozialen Gruppen ist man auch bei Academia.edu ein Stück weit tolerant gegenüber Abweichlern. Also Leuten, die zwar grundsätzlich willkommen sind, die aber nicht unbedingt zum engsten Kreis gehören. Das sind Leute, die sich noch hocharbeiten können. Es gibt jedoch auch Fälle, die sind eindeutig falsch bei der Veranstaltung. Um einen Vergleich zu bemühen, wäre das ein Gruftie der versucht auf eine Techno-Party zu gehen. Das kann nicht gutgehen, das passt nicht zusammen. Jetzt kann man sich natürlich einreden, selber ein Academia Typ zu sein. Also OpenAccess aufgeschlossen gegenüberzustehen, gute Paper zu schreiben und interessante Primärforschung zu betreiben. Nur, wenn man das selber glaubt reicht das noch nicht aus. Das müssen andere genauso sehen. Und hier entsteht dann eben die Frustration. Wenn Selbstbild und Fremdbild zu stark abweichen, wird das Individuum nicht mehr als Teil der Gruppe wahrgenommen. Wenn man dann von dieser Gruppe noch explizit eine Zurückweisung erfährt kann das sehr schmerzlich sein. Sowas muss man akzeptieren.

Ich wünsche Academia.edu alles Gute für die Zukunft. Möge das „academic social network“ viele neue Mitglieder erhalten und die OpenAccess Idee fördern.

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