Plagiate in der Wissenschaft?


Einige unerfahrende Studenten haben Angst vor Plagiaten. Entweder davor, dass sie selbst sich schuldig machen oder das jemand andereres aus ihren unpublished Drafts zitiert ohne es zu nennen. Dabei ist die Sorge vor Plagiaten etwas, womit sich eigentlich nur Roman-Autoren beschäftigen. In der fiktionalen Literatur gibt es nicht nur ein Copyright auf Werke, sondern es wird mit Büchern auch sehr viel Geld verdient. Wenn man dort bei einem Konkurrenten den Plot klaut um ihn selbst zu erzählen kann man sich damit einen großen Vorteil verschaffen. Ebenfalls häufig kommt es vor, dass fremdsprache Romane übersetzt werden, was besonders das Genre Arztroman betrifft.

Im bereich der Non-Fiktion Literatur speziell der wissenschaftlichen Veröffentlichung ist die Lage eine andere. Auch hier ist es technisch möglich mittels Copy&Paste Teile oder komplette Arbeiten zu übernehmen. Nur, man hat selbst davon keinen Vorteil. Weil man das Urheberrecht von solchen Arbeiten ja nicht an Verlage verkauft sondern im Gegenteil sogar noch Geld bezahlt damit es überhaupt gedruckt wird. Desweiteren ist es für die wissenschaftliche community unerheblich wenn etwas doppelt publiziert wird, weil zwei Texte die identisch wären noch das geringste von den Problemen ist die man so hat. Normalerweise diskutieren Physiker über Gleichungen und sehr komplexe Dinge, wenn sie ausnahmsweise mal auf eine Wiederholung von bereits bekanntem stoßen, werden sie das nicht als Betrug sondern eher als amüsant betrachten.

Warum trotzdem in vielen Wissenschaft die Angst vor Plagiaten weit verbreitet ist, hat etwas damit zu tun, dass beim wissenschaftlichen Schreiben häufig nicht unterschieden wird zwischen Fiktion und Non-Fiktion. Auch in vielen Schreibkursen die an Universitäten angeboten wird, erfährt man nicht etwa wie man wissenschaftlich arbeitet, sondern was dort gelehrt wird ist fiktionales Schreiben. Das man sich also einen Plot überlegt aus Einleitung, Mittelteil, Drama, und Schluss. So soll es schon vorgekommen sein, dass Studenten der Medizin nicht etwa über die Behandlung von Bauchschmerzen einen Aufsatz verfasst haben, sondern einen Arztroman geschrieben haben, in dem der Artz Herr Müller erst eine Liebebeziehung einging. Also das Krankenhaus nur der Hintergrund war für ein Prosa-Erzählung. Bei solchen Traktaten muss man in der Tat Angst haben vor Plagiaten.

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