Clicker Training mit Hyänen


In einem extrem brutalen Zombiefilm wurde als Höhepunkt gezeigt, wie ein durchgeknallter Wissenschaftler versucht hat, Zombies zu trainieren. Also ihr Wesen zu verändern und sie menschlicher zu machen. Genau genommen ging es damals darum, das Verlangen auf Fleisch abzutrainieren. Wie man vielleicht schon ahnt, ist das Experiment gescheitert, der Zombie ausgebrochen und alle Wissenschaftler wurden aufgefressen.

Im Real life geht es nicht ganz so dramatisch zu. Im obigen Youtube Video ist zu sehen, wie Hyänen mittels Klickertraining dahin gebracht werden, bestimmte Kommandos zu befolgen. Clickertraining gilt in der Tierpsychologie als Gold-Standard und kann bei fast allen Tieren angewendet werden. Über das Geräusch wird eine Verbindung hergestellt zwischen gewünschten Verhalten und Belohnung, und nach kurzer Zeit haben die Tiere verstanden um was es geht.

Doch was genau passiert da eigentlich? Zunächst einmal gelten Hyänen zurecht als die brutalsten und aggressivsten Tiere überhaupt. Sie fressen nicht nur Tiere die größer sind als sie selber, sondern sie haben die Jagd auch in einen Sport umfunktioniert, es ist nicht übertrieben wenn man ihnen unterstellt, dass sie regelrecht Freude an den Schmerzen ihrer Opfer haben. Hyänen sind also nichts anderes als Zombies. Beim Clickertraining geht es nun darum, selbst diese Bestien rangmäßig einzuordnen, ihnen also klarzumachen dass der Mensch oberhalb steht und er das sagen hat. Das ist besonders deshalb so interessant, weil normlaerweise in der freien Natur niemand einer Hyäne sagt, was sie tun soll. Eigentlich stehen sie an der obersten Spitze.

Warum Hyänen so faszinierend sind ist simpel: der Mensch erkennt sich in ihnen wieder. Menschen und Hyänen haben sehr viel Gemeinsam, das betrifft vor allem die Aggressivität. Die Frage ist nur, wer oder was uns Menschen mit Clickertraining und Fleischstückchen abrichtet oder ob es oberhalb des Menschen nichts mehr gibt. Fakt ist jedenfalls, dass der Mensch der Hyäne überlegen ist. Die Tiere mögen klug und stark sein, im Vergleich zu Menschen sind sie jedoch harmlos. Wenn irgendwer im Stande ist, Menschen derartig abzurichten, dann müssten seine Fähigkeiten größer sein als die eines Menschen. Was könnte das sein? Eine Möglichkeit wäre Künstliche Intelligenz. Also Roboter die stärker und klüger sind als Menschen. Sie wären imstande Menschen zu trainieren so wie wir Menschen die Hyänen trainieren.

Eine zweite Möglichkeit wäre, dass es so eine Super-Intelligenz nicht gibt, und oberhalb des Menschen nichts mehr kommt. Und der Mensch sich nirgendwo unterordnet, sondern nur gegen seinesgleichen Kämpft. Also die Menschen versuchen sich untereinander mittels Clickertraining zu kontrollieren.

Auf Youtube gibt es einige Videos die „Clickertraining for humans“ demonstrieren. Was sich zunächst einmal exotisch anhört ist bei nährerer Betrachtung ein simples Spiel. Das heißt, die Teilnehmer müssen Aufgaben ausführen und bekommen dafür entweder eine Belohnung oder eine Strafe. Das ganze kann man mit Psychologie allein nicht untersuchen sondern es ist ein Thema für die Spieltheorie. Die Frage lautet was man tun muss, um seinen eigenen Reward zu maximieren. Vielleicht kommt man darüber an das Geheimnis ob jemand mit uns Menschen Clickertraining betreibt und wenn ja wie. Es geht um die Frage welche Spiele Menschen spielen. Konkreter: wer spielt Spiele mit uns? Jedesmal wenn Menschen in Spielen beteiligt sind, findet eine Konditionierung statt, also ein Verhaltensexperiment bei man selber dressiert wird. So ähnlich wie die Hyäne weiter oben, die gefüttert wird.

Künstliche Intelligenz und Spieltheorie sind zwei Disziplinen die eng verwand sind. Bei Künstlicher Intelligenz geht es darum, Spiele zu spielen von einem Computer. Anders formuliert, Künstliche Intelligenz ist automatisch auch Clickertraining. Es dient dazu, Macht zu gewinnen und wer Künstliche Intelligenz komplett verstanden hat, der kann unendlich viele Spiele spielen. Erinnert sei an den berühmten Hackerfilm „Wargames“ wo der Zentralcomputer kleine Spiele veranstaltet mit den Menschen. Genau genommen macht er mit uns Clickertraining. Er möchte, dass wir mitspielen und vergibt Belohnungen bei Erfolg. Und ähnlich wie die Hyäne einen Heidenrespekt vor dem Zoowärter hat, haben wir Menschen Angst vor Künstlicher Intelligenz. Wenn es gut läuft, gewinnen wir das Spiel, wenn es schlecht läuft verlieren wir. Aber in jedem Fall gibt es eine soziale Rangfolge, dass sich der Mensch der Maschine unterordnet. Nicht wir trainieren die Maschine sondern sie traininert uns.

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