Wäre „LiMux“ auch mit Redhat gescheitert?


Die Stadt München hat erfolglos versucht ihre Computer auf das quellenoffene Linux umzustellen, https://www.heise.de/newsticker/meldung/Aus-fuer-LiMux-Muenchner-Stadtrat-sagt-zum-Pinguin-leise-Servus-3626623.html. Das hat nicht funktioniert, sondern man versucht jetzt wieder zurück zu Microsoft zu gehen. Wenn man etwas genauer recherchiert wird man sehen, dass München sich für Debian entschieden hat, eine Distribution welche kostenlos ist. Womöglich war nicht Linux das eigentliche Problem sondern Debian?

Die Alternative zu Debian wäre Redhat gewesen. Die Arbeitshypothese lautet, dass diese Umstellung erfolgreich verlaufen wäre, und dass die Option auf Redhat zu wechseln nach wie vor im Raum steht. Auch Redhat setzt auf den Linux Kernel, verwendet OpenSource Software wie LibreOffice und verwendet Gnome als Desktop Umgebung. Dennoch könnte der Unterschied zwischen Debian und Redhat größer nicht sein. Bei Redhat ist der Migrationsprozess relativ klar vorgezeichnet. Es beginnt damit, dass zwei Herren in dunklen Anzügen aus den USA eingeflogen werden die mit Hochglanzprospekten die Vorteile von Redhat erläutern. Es geht dabei so lustig zu wie bei einer Beerdigung und gelacht wird da auch nicht. Dann muss die Stadt München noch den unverschämten Betrag von 500 EUR pro PC und Jahr bezahlen, der bei Extrawünschen auch noch deutlich höher ausfällt und dann nehmen die Dinge ihren Lauf. Die Arbeitsplatz-PC erhalten die Redhat Desktop Version, die Server ein Redhat Enterprise System inkl. Load Balancing, Clustering und Cloud Features, und wenn es Probleme gibt dann kommen noch sehr viel mehr von diesen Herren im schwarzen Anzügen und wollen noch sehr viel mehr Geld haben.

Anders formuliert, ich glaube nicht dass „LiMux“ wegen Linux gescheitert ist, sondern weil noch zu wenig Linux gemacht wurde. Wenn man die Dosis erhöht und die Sache professioneller angeht, könnte es beim Anlauf 2 funktionieren.

Wenn man als Behörde auf Debian wechselt, ist das so ähnlich als würde man auf die Knoppix Distribution wechseln. Damit ist gemeint, dass es auf der Gegenseite niemanden gibt der dafür verantwortlich ist, dass es keine Sicherheitsupdates gibt und das ganze scheitern muss. Zur Erinnerung: Knoppix ist eine CD-ROM Distribution die vor vielen Jahren von einer Einzelperson betrieben wurde, um etwas über Linux zu lernen, sie ist ungefähr genauso praxistauglich wie das Minix Betriebssystem von Andrew Tannenbaum. Für Informatik-Studenten sehr lehrreich aber für Profi-Anwender ohne Relevanz. Hätte man in München wenigstens den Umstieg auf Ubuntu versucht, so gäbe es zumindest so etwas ähnliches wie ein Unternehmen. Canonical ist zwar keine richtige Firma, aber sie haben zumindest einen Firmensitz und soetwas ähnliches wie eine Webseite. Debian hingegen ist überhaupt nichts, es ist eine Ideologiegetriebene Veranstaltungsreihe wo man etwas über Unix und Freie Software lernt, also so ähnlich wie die FOSDEM. Das Problem ist, dass man da nichts bekommt sondern nur etwas beisteuern kann. Das ist ungünstig wenn man wie die Stadt München Software benötigt, und womöglich auch Support.

Zur Erinnerung: die Stadt München will nicht etwa Kernel Commiter werden, und sie will auch nicht freie Software fördern, sondern München will ein Betriebssystem haben um ihren Rechnerpark zu betreiben, sie will Videos abspielen, Texte erstellen und Drucker ansteuern. Das heißt, München ist ein Anwender der Geld hat, aber keine Ahnung. Debian, Slackware oder Minix ist hier der falsche Weg, was München braucht ist RHEL.

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