Windows vs. Redhat


Viele Unternehmen spielen mit dem Gedanken von Windows auf Linux zu wechseln. Leider gibt es zu dieser Thematik nur wenig echte Informationen. Das meiste was über Linux geschrieben wird, ist reine Propaganda die mit der Wirklichkeit nichts zu tun hat. Ein typischer Vergleich sieht so aus, dass das Windows Betriebssystem mit 200 EUR jährlich angesetzt wird, und das Debian-Betriebssystem mit 0 EUR und das die Schlussfolgerung lautet, dass mit einem Umstieg auf Linux die Unternehmen richtig viel Geld sparen können. Solche Angaben sind leider kompletter Humbug, in der Realität kommen ganz andere Kosten auf das Unternehmen zu und schlimstenfall scheitert der Umstieg, siehe das Beispiel LiMux aus München. Im folgenden deshalb ein realistischer Migrationsleitfaden.

Wenn ein Unternehmen auf Linux umsteigen will, kommt eigentlich nur eine Distribution in Frage: Redhat. Alles andere ist Spielkram und kann getrost ignoriert werden. Die Preise von Redhat sind hoch, aber dafür wird Qualität geliefert. Konkret äußert die sich darin, dass es tagesaktuelle Sicherheitsupdates gibt, die von Linus Torvalds persönlich abgesegnet wurden. Desweiteren erhält der Redhat Kunde standardmäßig den kompletten Quellcode des Betriebssystem ausgeliefert. Doch zu den Kosten im Detail. Angenommen, das migrations-interessierte Unternehmen möchte möglichst wenig Geld ausgeben. Dann bietet sich das self-support Subscriptionsmodell an. Laut der Redhat Store Webseite https://www.redhat.com/en/store/all-products betragen aktuell die Kosten:

– Redhat Desktop-PC 50 US$ jährlich
– Redhat Server 350 US$ jährlich

Self-Support bedeutet, dass es keine Hotline gibt, sondern nur die Software selbst. Aber die ist dann Original von Redhat. Wenn ein Unternehmen eine kleine Abteilung mit 10 PCs und 2 Server migrieren will, laufen so Kosten auf von:

10×50+2*350=1200 US$ jährlich.

Aber damit ist die Rechnung nicht zu Ende. Eine Migration von Windows zu Redhat bedeutet, dass die Anwender ihre alten Windows Anwendungen wenigstens noch eine Weile weiternutzen wollen. Das betrifft Windows XP Applikationen, genauso wie Windows 10 Programme die nur unter diesem Betriebssystem laufen und nirgendwo sonst. Damit das geht, muss Windows 10 virtualisiert werden, das funktioniert mit kvm. Aber, um Windows 10 zu virtualisieren benötigt man eine Microsoft Lizenz. Die muss man also weiterhin bezahlen. Eine Windows Server 2016 Lizenz kostet aktuell 288 EUR jährlich.

Anders gesagt, wenn ein Unternehmen von Microsoft zu Redhat wechselt, kommen hohe Kosten auf das Unternehmen zu die in der Summe höher sind, als wenn es nur Windows einsetzt. Eine Methode diese Kosten zu senken gibt es nicht, das self-support Subscriptionsmodell ist bereits der Discount Preis und die Microsoft Lizenzen ontop sind ebenfalls unentbehrlich.

Für Redhat spricht jedoch, dass man damit das beste Betriebssystem bekommt was es derzeit gibt, dank OpenSource zukunftssicher ist und die eigene IT Infrastruktur perfekt geschützt gegen Internet-Bedrohungen ist. Wenn man nach einiger Zeit bemerkt, dass man mit Redhat gut klarkommt, werden die Kosten eher noch steigen. Kleiner werden sie jedenfalls nicht.

Richtig ist, dass sich Privatanwender/Studenten ein aktuelles Fedora oder ein CentOS umsonst aus dem Internet ziehen können, für Unternehmen funktioniert das jedoch nicht. Im Zweifel sollte man davon ausgehen, dass die Kosten eher noch höher sind, weil man doch den Standard-Support benötigt, insbesondere dann wenn man nur wenig Erfahrung mit Linux hat.

Das sind erstmal die Fakten, jetzt muss jedes Unternehmen allein entscheiden ob es migriert oder nicht.

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