Mindmaps in Fedora


Früher hatte ich die Mindmap Software „Labyrinth“ im Einsatz. Ein minimalistisches Tool mit dem sich auf die schnelle Mindmaps erstellen lassen. Leider besitzt Labyrinth keine Werkzeuge um UML Diagramme zu zeichnen, UML wiederum ist nicht irgendeine Notation sondern die wichtigste im Bereich des Softwareengineerings. Nach ein wenig Suchen bin ich dann auf „dia“ gestoßen welche in Fedora selbstverständlich out-of-the-box installierbar ist. Zum Einstieg empfielt es sich auf den Modus Flussdiagramm umzuschalten und dort dann das Rechteck auszuwählen worin man seinen Text unterbringt. Als Verbindungslinie wählt man die gerade Linie wo sich ganz unten in der Toolbox noch der Pfeil deaktivieren lässt: und voila, man hat eine Labyrinth-ähnliche Mindmapping Software.

Jetzt fragt man sich vielleicht was so toll daran sein soll, Text in Kästchen zu malen und Linien einzuzeichnen. Der Hintergrund ist, dass sich Mindmaps ausgezeichnet eignen wenn man ein bisher neues Thema umfassend untersuchen möchte. Aktuell nutze ich Dia um mich in das Poeticon++ Projekt einzuarbeiten was relativ weit verzweigt ist und wo das Diagramm wohl etwas größer werden dürfte. Aber zurück zu Dia: das schöne ist, dass es seinem großen Vorbild gut nachempfunden wurde und man alle wichtige Features (inkl. den Export nach SVG) standardmäßig mitdabei hat. Insofern lassen sich die erstellten Diagramme auch gleich in ein Lyx Dokument einbinden um wissenschaftliche Texte aufzulockern.

Der Vorteil gegenüber anderen Tools wie LibreOffice Draw besteht darin, dass die Verbindungslinien sich automatisch ausrichten. Verschiebt man die Kästchen folgen die Linien von allein. Man kann damit herrlich herumspielen und seiner Kreativität freien Lauf lassen.

Gehen wir vielleicht etwas konkreter auf die Poeticon Mindmap ein. Poeticon ist ein EU FP7 Projekt was sich mit Language-grounding beschäftigt. Soweit so gut. Das Projekt lieft von 2008-2016 und ist aktuell mehr oder weniger zuende. Die Paper wurden bereits geschrieben, die Vorträge dazu sind schon gehalten worden und die Software ist längst geschrieben. Wozu also jetzt noch die Mühe ein Mindmap zu erstellen für ein fertiges Projekt? Nun, die Autoren von damals werden daraus sicher keinen Nutzen haben, weil die ohnehin alles über das Projekt wissen. Das Problem ist folgendes: zu Poeticon gibt es geschätzt 200 Paper, und in den Papern wird (Hilfe) auch noch auf weitere Paper verwiesen. Teilweise sogar bis zu Aristoteles aus der Antike. Kurz gesagt, Poeticon ist kein Projekt, Poeticon ist ein Mega-Projekt. Und genau hier kommen Mindmaps ins Spiel. Um sich diesem Konvolut zu nähern muss man irgendwo anfangen und sich dann langsam vorarbeiten. Wie man sich da heranpirscht hängt von einem selber ab. Meist indem man sich die Webseite anschaut, durch die Paper durchklickt und sich die Youtube-Videos zu Gemüte führt. Währenddessen wird man so einiges über Robotik lernen und um da den Überblick zu behalten muss man sich Notizen anfertigen. Die beste Methode sind Mindmaps. Das Erstellen einer solchen hat die Funktion, dass man selber weiß was man schon alles gelesen hat, man sieht die eigene Recherche gewissermaßen als wachsenden Baum vor sich.

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