Wann wurde der erste Computer erfunden?


Noch immer ist der genaue zeitliche Ablauf der zur Erfindung des ersten Computers geführt hat ein ungelöstes Rätsel in der Geschichte. Im folgenden wird anhand der historischen Ereignisse zunächst die Zeitlinie rund um Ada Lovelace und Charles Babbage näher untersucht. Als gesichert gilt, dass Charles Babbage um das Jahr 1840 herum an der University of Turin eine Vorlesung über seine Analytical Engine entwickelt hat. Die Mitschrift zu dieser Vorlesung wurde zuerst in Französisch angefertigt, und später dann von Ada Lovelace ins Englische übersetzt. Das Paper schien 1843 http://history-computer.com/ModernComputer/thinkers/Ada.html

Das erstaunliche ist weniger die Tatsache, dass darin ein Computerprogramm zum Berechnen von Bernoulli Zahlen vorgestellt wird, sondern der Skandal ist die Tatsache, dass die Hauptprotagonisten Ada Lovelace und Charles Babbage gar keine echten Mathematiker waren. Wikipedia bezeichnet Ada Lovelace als Amateur Mathematiker: https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_amateur_mathematicians Eine andere Quelle http://www.findingdulcinea.com/features/profiles/b/charles-babbage.html fällt dasselbe Urteil auch über Charles Babbage:

„Charles Babbage was a wealthy amateur mathematician“

Überlicherweise wird der Begriff Amateur-Mathematiker in einem abwertenden Zusammenhang verwendet um auszudrücken, dass die entsprechende Person nicht wirklich Ahnung von seinem Fach hat, sondern mehrere Jahren im Rückstand ist gegenüber der State-of-the-Art Mathematik. Wenn also ein Paper aus dem Jahr 1843 worin ein Programm zur Berechnung von Bernoulli Zahlen als Amateur-Mathematik gilt, was bitteschön war dann richtige Mathematik aus dieser Zeit?

Es gibt noch eine zweite mögliche Interpretation. Und zwar dass die Einstufung von Wikipedia und falsch ist, und sowohl Ada als auch Babbage ihrer Zeit weit voraus waren, sie jedoch fälschlicherweise nicht als Visionäre erkannt wurden. Das heißt, die Analytical Engine war keineswegs eine Spielerei sondern es war echte Mathematik während die echte Mathematik noch nicht so hochentwickelt war, um ihre Begrenzung zu erkennen.

Versuchen wir den Begriff des Amateur-Mathematikers näher einzugrenzen. Im 19. Jahrhundert brauchte man dafür Zeit um auf eigene Faust sich Wissen anzuzeignen, und Geld um eine Privatbibliothek aufzubauen. Beides trifft auf Ada und Babbage zu. Demzufolge ist das autodidaktische Lernen aus öffentlichen Literaturquellen die Voraussetzung für Amateurmathematik. Darüber erhält man indirekt auch eine Definition über das Gegenteil davon: und zwar das Lernen aus nicht-öffentlichen Quellen unter Anleitung wie es in Universitäten und Klöstern durchgeführt wird. Das ist keine Amtateur-Mathematik sondern richtige State-of-the-art Mathematik. Erstaunlicherweise fällt Charles Babbage nicht in diese Kategorie. Sein Wissen stammt aus öffentlichen Leihbüchereien und er hat es sich selber beigebracht.

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