Debian’s Zukunft ist besser denn je

http://www.pro-linux.de/news/1/25040/matthew-garrett-%C3%BCber-debians-zukunft.html Das die Aussichten von Debian trübe sind, teile ich nicht. Ganz im Gegenteil, Debian wird in Zukunft sogar noch an Bedeutung gewinnen. Man sollte sich vor Augen führen wozu die Free Software Foundation und das Debian Projekt gegründet wurden. Anders als beim Patentkrieg SCO gegen IBM geht es nicht etwa darum, Linux frontal zu attackieren sondern Debian setzt auf Methoden der weichen Beeinflussung. Es ist ein Sprachrohr für Microsoft um die Konsumenten über Freie Software aufzuklären und sie davon zu überzeugen bei Microsoft Windows zu verbleiben. Wie im obigen Text richtig angemerkt wurde, ist Windows 10 sehr viel sicherer als Debian. Und auch als Serverbetriebssystem ist Microsoft klar im Vorteil. Genau darum geht es ja, Debian als schlechtere alternative zu Microsoft zu promototen damit der Kunde die Auswahl hat: will er schlechte GPL Software oder will er zuverlässige ClosedSource Software von einem Konzern. Bei Debian erhält der Kunde weder Support, noch tagesaktuelle Sicherheitsupdates und auch keine technische Innovationen. Genau das ist der Vorteil von dieser Linux-Distributuion. Gleichzeitig ist Debian ideal geeignet um weitere Freie Software Projekte indirekt zu kontrollieren wie z.B. Ubuntu, Linux Mint oder ArchLinux die allesamt auf dem Debian Paketsystem aufbauen. Dadurch behält Microsoft die Kontrolle über Freie Software ohne offenbaren zu müssen, dass man das Krebsgeschwür am liebsten verdrängen will. Die Zukunft von Debian ist besser denn je. *

Vertikal Farming unter Kostenaspekten

Rein von der Machbarkeit ist Vertikal Farming eine gute Idee. Im einfachsten Fall stellt man in ein Gewächshaus einfach ein Regal auf und kann dann auf drei Etagen etwas pflanzen. Lässt man ausreichend Platz dazwischen kann die Sonne wunderbahr hineinscheinen. Wenn man derartige Gewächshäuser in sonnigen Gegenden baut wie Italien oder noch weiter südlich sind 3 Ernten pro Jahr kein Problem. Warum derartige Landwirtschaftliche Konzepte bisher noch die absolute Ausnahme sind, lässt sich leicht erklären. Man kann solche Gewächshäuser nicht mit einem Traktor umpflügen, nicht mit einem Mähdrescher abernten und man muss die Blumenerde in spezielle Schalen füllen die noch dazu aufwendig bewässert werden müssen. Kurz gesagt, der Mehraufwand ist beträchtlich, die Kosten für das Gemüse oder den Reis explodieren, das fertige Produkt ist aus kostengründen nicht konkurrenzfähig auf dem Weltmarkt. Wenn heute tatsächlich ein Betrieb sich zu Mehretagen Gewächshäusern entschlossen hat, wird jeder halbwegs informierte Wirtschaftsberater dazu raten, dieses Experiment schnellstmöglich einzustellen und zu altbewährter ebenerdiger Landwirtschaft zurückzukehren.

Und dennoch, ein Vorteil ist unbestreitbar: auf der selben Grundfläche kann man deuutlich mehr anbauen. Bei 3 Etagen ungefähr die doppelte Menge (ein wenig verlust wegen der Zusätzlichen Gänge zwischen den Reihen). Wenn man 10 und noch mehr Etagen übereinanderbaut kann die Produktivität weiter erhöht werden. Wenn der Raum wirklich knapp ist, ist Mehretagen-Landwirtschaft die richtige Antwort. Die Schwierigkeit besteht darin, dass die Idee Mehretagenlandwirtschaft allein sinnlos ist. Weil sich die Regalreihen ja nicht von allein aufstellen und auch die Ernte benötigt viel menschliche Arbeitskraft. Um vertikal Farming praktisch zu realisieren braucht man noch eine weiter Erfindung, und zwar Arbeitskräfte die für 0 EUR die Stunde arbeiten. Damit könnte man kostengünstiges Gemüse produzieren. Nur, wo gibt es solche Arbeitskräfte? Meiner Recherche lautet die Antwort: Robotik. Wenn es gelingt, humanoide Roboter zu entwickeln die sowohl Gewächshäuser bauen als auch Tomatenpflanzen im Akkord hochbinden kann man derart aufwendige Gewächshäuser betreiben. Nach meiner Prognose steht diese Technologie frühestens in 20 Jahren bereit, also ab 2040. Solange wird das noch nichts mit vertikaler Landwirtschaft.

Wer die Entwicklung pushen möchte, kann schonmal einen ehrgeizigen Roboterwettbewerb veranstalten, bei dem Lego Mindstorms ähnliche Roboter einen Blumentopf ans Ziel bringen müssen wobei das Ziel etwas erhöht liegt. Also so eine Art von begrüntem Hochregallager, in dem Gabelstapler herumfahren.

Ist P=NP?

http://scienceblogs.de/mathlog/2017/08/15/ein-gegenbeispiel-zu-pnp/ Die verlinkte Arbeit (Das Arxiv Paper A Solution of the P versus NP Problem by Norbert Blum) ist kein wissenschaftliches Paper was sich mit dem P=NP Problem beschäftigt, sondern es ist ein Witz-Paper was mit Scigen erzeugt wurde, und was wohl lustig sein soll. Schon in der Einleitung wird großspuring von einem CNF/DNF-Approximator gesprochen. CNF heißt übersetzt soviel wie konjunktive Normalform, ein Prinzip aus der Mathematik was ganz sicher nicht im Stande ist das P=NP Problem zu lösen. Vielleicht ein kleiner Exkurs dazu. Beim NP-Problem geht es um sogenannte np-harte Probleme, also Aufgaben die ähnlich wie das Rucksackproblem sehr viel Rechenzeit benötigen. Die Frage was die theoretische Informatik beschäftigt lautet, ob es Algorithmen gibt, die weniger Rechenzeit bedürfen. Und wie man schon ahnt geht es also um Turing-Maschinen. Turing-Maschinen lassen sich jedoch nicht mathematisch sondern nur innerhalb der Informatik definieren. Dort verwendet man üblicherweise Compiler, Finite-State-Maschines und Quantencomputer.

Meiner Meinung nach kann man das P=NP Problem nur lösen, wenn man es erweitert zum AI-Complete Problem. Also Probleme definiert, die natürliche Intelligenz verwenden. Dafür jedoch hat nochnichtmal die Informatik eine anerkannte Definition sondern man muss weitere Wissenschaften (speziell die Psychologie) bemühen. Hier der Plan:

Mathematik -> Informatik -> Psychologie

Was das Paper von Norbert Blum macht ist, sich auf die Mathematik zu beschränken, also mit ein wenig Formeln umstellen die Sache abzuhandeln. Das kann nur schiefgehen, es ist so, als wenn man mit einer Zahnbürste das Bad reinigt. Vermutlich wird sich Blum ins Fäustchen lachen, wenn er daran denkt wie sich arglose Arxiv-Leser damit wissenschaftlich auseinandersetzen.

Fedora vs. CentOS

Bei CentOS bestehen zwei Probleme: erstens, ist das Repository nicht besonders umfangreich und zweitens gibt es kein Wayland. Als Ausweg aus dem Repository Problem installieren sich die User Zusatzrepositorien wie NuxDextop, was dazu führt dass beim Update Konflikte entstehen. Fedora hingegen bringt ein topaktuelles Repository. Sogar relativ seltene Software wie Celestia oder Box2d ist dort out-of-the-box enthalten. Fedora hat auch einen Nachteil, und zwar gibt es 1x wöchentlich einen neuen Kernel. Ähnlich wie bei ArchLinux auch, muss man also viel Daten aus dem Netz saugen. Ob darunter die Stabilität leidet ist unklar. Ob nun CentOS oder Fedora das bessere System ist, lässt sich derzeit nicht sagen. Beides sind sehr schöne Distributionen und werden häufig eingesetzt. Fedora gilt als heimliche echte Standarddistribution, die zwar anders als Debian nicht so häufig genannt wird, dafür jedoch eine klare Mission hat: Linux auf den Desktop zu bringen. Das Hauptproblem mit Fedora ist, dass es kein einheitliches Wiki gibt. Und das Informationen ausschließlich auf Englisch verfügbar sind. Am ehesten kann man Fedora ehemaligen ArchLinux Usern empfehlen.

Herschaft an Automaten abgeben

https://digitaltownonthemove.wordpress.com/2017/07/15/grenzen-der-kuenstlichen-intelligenz-wohin-wir-gehen-werden/ Das Denken in Herschaft und Kontrolle ist ein typisch männliches Phänomen. Es hat damit zu tun, dass Männer die heute Führungspositionen innehaben — ahnen, dass sie sich da zu unrecht befinden und paranoid gegenüber jener Technologie werden, die besser ist als sie selber: den Roboter. Wenn Roboter die neuen Herren der Welt sind, dann bleibt für die Männer der Schöpfung ja nur noch die soziale Rolle des Sklaven übrig, so das Vorurteil. Betrachtet man jedoch die Einführung von Robotern aus einer anderen Perspektive, beispielsweise der von Cynthia Breazeal werden die sozialen Aspekte in den Vordergrund gerückt. Damit ist gemeint, dass Gemeinschaften nicht hierarchisch funktionieren wo jemand der Anführer ist und alle anderen müssen folgen, sondern wo es um Interaktion, Beziehungen und das Miteinander geht. Die Idee ist, dass mit Einführung von Künstlicher Intelligenz das Machtgefälle an sich abgelöst wird.

The Integrated Display and Environmental Awareness System

Über die NASA hört man ja in letzter Zeit nicht viel gutes. Aber beim Rumsuchen im Internet ist mir da eine Technologie aufgefallen, die wirklich nützlich zu sein scheint. Und zwar hat die NASA ein sogenanntes „The Integrated Display and Environmental Awareness System“ entwickelt, das ist ein Head-up-Display um Astronauten und auch die Bodencrew bei Tasks zu unterstützen. Wie das ganze aussehen soll wurde in einem gut gemachten Clip erläutert:
http://purplerockscissors.com/work/nasa

Man sieht darin ein Videosignal über das Anweisungen drübergelegt wurden. Da steht dann, dass man eine Tür öffnen soll. Ferner gibt es unten noch einen Taskplan der anzeigt, wie die aktuelle Aktion im Verhältnis zu anderen Aktionen einzuordnen ist und rechts oben gibt es noch ein weiteres Menü mit einem Instruktor. Das ganze erinnert an das beliebte Computerspiel „3d Fahrschule“ hat jedoch einen wissenschaftlichen Hintergrund. Insgesamt finde ich das ganze eine äußerst interessante Technologie, Daumen hoch, gut gemacht NASA. Da sage nochmal jemand, dass Raumfahrt nichts bringt und das die Teflon-Pfanne das einzige ist, was uns die Mondmission gebracht hat.

https://www.nasa.gov/sites/default/files/atoms/files/gcd_industryday_ideas.pdf

Offiziell wurde IDEAS für die nächste bemannte Marsmission entwickelt, aber man kann die Technologie durchaus auch für andere Aufgaben einsetzen, beispielsweise für Wartungsaufgaben auf der ISS oder wenn man PCs am Boden zusammenbauen will. Das ganze ist also nicht auf den Weltraum beschränkt. Ja, ich könnte mir sogar vorstellen, dass man damit Nanoroboter steuern könnte. Also nicht im großen Weltraum sondern auf ganz kleiner Ebene. Ein ähnliches Konzept ist unter der Bezeichnung „MobiPV“ bekannt, ebenfalls wurde es von der NASA zur Unterstützung von Astronauten entwickelt.

In eine ähnliche Richtung geht das NASA Projekt „Roman Tutor“, https://www.researchgate.net/profile/Khaled_Belghith/publication/221414012_An_Approach_to_Intelligent_Training_on_a_Robotic_Simulator_Using_an_Innovative_Path-Planner/links/09e4150a79cef24487000000.pdf Es handelt sich um eine Lernsoftware, mit der Astronauten lernen können wie man den Roboterarm der ISS bewegt. Das heißt, sie steuern den Arm manuell mittels Joystick und die Software gibt dann Kommentare wie „gut gemacht“, oder „vorsicht, Kollision“.

Celstia ausprobiert

Das Astronomieprogramm Celestia ist schon etwas älter. Es wird aktuell nicht mehr weiterentwickelt. Der inoffizielle Nachfolger ist Kerbal space program wo man nicht nur die Planeten anschauen kann, sondern sogar eigene Raketen bauen darf. Dennoch soll es im folgenden um Celestia gehen. Am einfachsten lässt sich das Programm in Fedora installieren. Dort reicht ein simples „dnf install celestia“ und das Programm ist startbereit. Eine Textur für die Erde ist auch schon vorinstalliert, man kann sie allerdings auch gegen eine besser aufgelöste austauschen. Das bemerkenswerte an Celestia ist, dass es anders als die meisten Astronomiesimulationen nicht von einem „Horizontal coordinate system“ https://en.wikipedia.org/wiki/Horizontal_coordinate_system wo also nur die Sternekuppel zu sehen ist, sondern Celestia zeigt den kompletten Weltraum, also so wie er auch bei Star Trek zu sehen ist. Man kann sogar die Zeit schneller vorlaufen lassen und sieht dann in 3D wie die Erde, der Saturn und die anderen Planeten sich um die Sonne drehen.

Die Bedienung ist nicht ganz einfach, man muss sich sogenannte Hotkeys merken. Desweiteren kann man wählen ob man in Relativposition zu einem Planeten bleiben möchte, oder ob sich der Planet unter einem bewegt. Aber noch einer kurzen Eingewöhnung hat man das Prinzip verstanden und kann sich aufmachen um fremde Galaxien zu erforschen. Ja man kann sogar zu anderen Sonnen aufbrechen und das Universum in seiner Gänze betrachten.

Celestia gilt nach wie vor als die realistischste Weltraumsimulation. Obwohl das Programm als Opensource vertrieben wird gilt es als ausgereift und hat einen didaktischen Anspruch. Im Kleingedruckten steht, dass sogar die NASA an dessen Programmierung beteiligt war. Obwohl Celestia schon etwas älter war, kann sich die Grafik nach wie vor sehen lassen, verwendet wird übrigens OpenGL was unter Linuix flüssig läuft. Als besonderes Gimmick kann man auch Raumschiffe wie die ISS oder die Apollo Landekapsel einblenden. Wenn man seinen eigenen Standort auf einem Planeten fixiert und nach oben sieht kann man sogar den Sternenhimmel sehen, es ist derselbe den man auch in echt sehen würde, alle Sterne sind da wo sie sein sollten. Wie die Programmierer das hinbekommen haben ist unklar, vermutlich ist im Hintergrund eine Datenbank hinterlegt mit zig Millionen Sternen, alle mit der korrekten Umlaufbahn im jeweiligen Sonnensystem natürlich.