Holographische Fashion Shows

Beim Herumsuchen auf Youtube ist mir eine Kategorie von Clips aufgefallen welche betitelt sind mit „holographic Fashion Show“. Ab ungefähr 2015 gibt es derartige Darbietungen bei denen nicht reale sondern virtuelle Models über den Laufsteig laufen. Das Modebusiness ist nicht irgendein Business sondern ist medial relativ präsent, in dem Sinne dass sich darüber große Bekleidungsmarken refinanzieren, VIP Stars damit in Verbindung stehen und Mode gleichbedeutend ist mit Öffentlichkeit. Technisch gesehen sind die Vorführungen zwar imposant, aber sie werden bei absoluter Dunkelheit durchgeführt. Es sind also keine Tageslicht Hologram Projektoren im Einsatz sondern ungefähr das was auch in speziellen Hologram-Theatern die es weltweit gibt schon zu sehen war. Neu ist hingegen, dass mit dem Suject „Fashion“ diese Technologie erstmal seinen Durchbrauch im Mainstream erlangt.

Was gibt es sonst noch über Holographie zu erzählen? Nun man kann sich mit relativ wenig Aufwand und durch simples Plaxiglas was man zu einer vierseitigen Pyramide zusammenklegt und auf sein Smartphone stellt, selbst einen Mini-Holographie-Projektor improvisieren. Es handelt sich um eine Bastelausgabe eines 3D Displays, bei dem neben der xy-Koordinate noch die z-Koordinate angesteuert werden kann. Was man mit Holographie anstellen kann die professioneller durchgeführt wird liegt auf der Hand: Zauberei. Neben der reine Holographie-Technik benötigt man dafür noch eine weitere Spielart: computergenerierte Bewegtbilder. Diese sollten möglichst echtzeitfähig und in hoher Auflösung erzeugt werden.

Auf der Grafikmesse Siggraph werden immer mal wieder Paper zu dieser Thematik veröffentlicht. Aus dem Jahr 2005 dieses hier https://www.osapublishing.org/DirectPDFAccess/E5BFFF92-E502-B838-7BC9E2B258D9A3EF_87556/oe-14-2-603.pdf?da=1&id=87556&seq=0&mobile=no was beschreibt wie man auf einer Consumer GPU ein Hologram berechnet. Das bemerkenswerte an Holographie ist, dass durch die Grenzen zwischen Realität und Fiktion aufgelöst werden. Kritiker des Massenmediums Fernsehen haben schon länger davor gewarnt, dass Fernsehen die Welt verändern könnte, aber was ist dann erst mit Computergenerierten Hologrammen? Sie können auch außerhalb der Mattscheibe existieren, vorausgesetzt es befindet sich ein Projekter in Reichweite. Gewissermaßen wird die Phantasiewelt damit in die Realwelt hineinprojeziert.

Es gab mal einen bekannten Spielfilm (Falsches Spiel mit Roger Rabbit, 1988) wo das Prinzip ganz gut erläutert wurde. In dem Film geht es darum, dass Zeichentrick und Realfilm miteinander verschmelzen. Also man in die Welt der Toons hineingehen kann und die Toons in unsere Welt hinüberkönnen. Etwas thematisch ähnliches wurde auch bei Startrek diskutiert wo manchmal die Figuren des Holodecks den Wunsch verspüren auf die richtige Enterprise hineinüberzuwechseln und umgekehrt, manchmal sich Brückenmitglieder in einer Holosuite zu lange aufhalten. Wer schon glaubt, dass Robotik ein Problem für die Gesellschaft werden können, der sollte nicht vergessen dass Roboter noch relativ überschaubare Zeigenossen sind. Sie sind zumindest nicht in der Lage sich beliebig zu materialisieren sondern sind ähnlich wie Menschen auch an einen Körper gebunden.

Um nochmal auf die eingangs erwähnte Holographic Fashion Show zurückzukommen. Dort war zu sehen, wie ein Model mitten auf dem Laufsteg verschwunden ist, einfach so, ohne dass es ein Zaubertrick war. In einer anderen Darbietungen wurde das Bild eingefroren und das Model war plötzlich mehrmals da. Das die Zuschauer bei derlei Amüsement entzückt waren liegt auf der Hand, frenetischer Applaus war die Folge und vermutlich war das nicht die letzte Show dieser Art.

Advertisements

Arduino mit Fernbedienung koppeln

Manche Leute behaupten, ein MSP430 Microcontroller wäre bereits minimalistisch, andere sagen dass man zwingend Forth benötigt, wenn man wirklich sehr kleine Systeme haben will. Einen besseren und trotzdem sehr praktikablen Vorschlag hat ausnahmsweise einmal nicht Heise-Online sondern — man staune — Spiegel Online. Auf
http://www.spiegel.de/netzwelt/games/hardware-hacking-so-baut-man-einen-tentakel-roboter-fuer-100-euro-a-647596.html haben die eine Bauanleitung gepostet die es in sich hat. Anders als üblich wird kein Microcontroller verwendet um den Roboter zu steuern, stattdessen wird aus einem ferngesteuerten Spielzeugroboter die Fernbedienung mit einem Arduino gekoppelt und von einem PC aus angesteuert. Hut ab, das ist ziemlich advanced. Dreh und Angelpunkt ist die mitgelieferte Analog-Fernbedienung. Deren Stromkreis muss mit dem Arduino connected werden. Das Konzept ist deshalb so mächtig, weil es preiswert ist. Geht der Spielzeug roboter kaputt, kauft man einfach einen neuen für unter 20 EUR. Es gibt diese ferngesteuerten Robotern in allen Ausführungen: Als Spinne, als Micromouse und als UAV. Wichtigste Eigenschaft ist, dass sie eben nicht programmierbar sind sondern üblicherweise mit einer analogen Fernbedienung gesteuert werden.

Leider nimmt das Tutorial ab Teil 7 merklich an Qualität ab. Das ist die Stelle wo auf die Software zur Robotersteuerung eingegangen wird. Im Spiegel Online Artikel wird Processing vorgeschlagen um damit irgendwie ein Script zusammenzubauen. Für erste Gehversuche mag das ausreichen, aber wer High-End Robotik betreiben will sollte zu Python wechseln. Dort kann man objektorientiert Programmieren.

Bei Youtube ist es nicht gerade leicht vergleichbare Bastelprojekte zu finden. Arduino wird zwar sehr gerne für Robotik Projekte eingesetzt aber nur wenige verwenden es um eine Fernbedienung anzusteuern. Die meisten Videos findet man mit dem Suchwort „arduino hack rc transmitter“. Damit ist gemeint, dass man eben kein ferngesteuertes Auto bauen will, sondern lediglich die vorhandene mitgelieferte Fernbedienung modifizieren möchte.

All in one PC mit Ubuntu — Ist das die Zukunft?

https://www.youtube.com/watch?v=WbrAjfPWTjU Der PC-Markt ist extrem unübersichtlich. Es gibt unendlich viele Modelle von unterschiedlichen Herstellern. Die Frage ist: was ist das beste System? Notebooks erfreuen sich bei Privatanwender einer steigenden Beliebtheit, sind sie doch erschwinglich in der Anschaffung und sparsam im täglichen Verbrauch. In Firmen hingegen spielt der Stromverbrauch nur eine untergeordnete Rolle, weil dort der Kilowattstundenpreis niedriger ist (Großabnahme und keine Mehrwertsteuer). Firmen bevorzugen deshalb den klassischen Business-Desktop. Ein möglicher Hybrid hat Apple unter der Bezeichnung iMac vorgestellt, ein sogenannter All in One PC. Damit sind Notebook-Komponenten gemeint, die in einem Desktop eingebaut werden, mit dem Ziel den Gesamtstromverbrauch zu senken. Und in der Tat: ein All in One verbraucht nur wenig mehr als ein Notebook aber weniger als ein Desktop PC. Im dem obigen Video ist so ein System in Aktion zu sehen, und zwar mit Ubuntu als Betriebssystem. Ist das womöglich der Trend? Derzeit ist es unklar, weil auch All in one Geräte nur eine Bauform unter vielen sind. Gut möglich, dass sich ganz andere Systeme wie die Intel NUC, der Compute Stick durchsetzen oder in 5 Jahren nach wie vor der klassische Desktop nach wie vor beliebt ist, weil nur dieser die maximale Performance liefert. Einen Nachteil von All in One Systemen gibt es bereits: sie sind ungeeignet für Spiele. Weil wie erwähnt sowohl die CPUs als auch die Grafikkarten aus dem Notebook bereich stammen. Gleichzeitig gibt es das Problem, dass man ähnlich wie bei Notebook nur schlecht das System aufrüsten kann.

Hat die NSA einen Quantencomputer?

Die Forschungen zum Thema Superconducting Computer reichen sehr weit zurück bis zum Cryotron und Dudley Allen Buck. In den 1980’er hat IBM die Forschungen dann weitergeführt in einem josephson junction Projekt, was dann in das HTMT Suercomputercomputing Projekt überführt wurde und mit dem dwave 2x Quantencomputer in der Gegenwart angekommen ist. Das IARPA Cryogenic Computing Complexity (C3) Programm sieht vor, dass Exascale Computing realisiert wird, also Systeme die um den Faktor 1000 schneller sind als heutige Top500 Supercomputer. Aber hat die NSA das womöglich längst realisiert, gibt es im im Keller des Utah-Datacenter cryo-Supercomputer?

Diese Frage kann man relativ leicht beantworten. Und zwar mit Hilfe einer Hypothese. Nehmen wir mal an, es gibt solche Computer noch nicht. Nehmen wir mal an, dass die cryo-Quanten-Technik erst noch entwickelt werden muss. Nehmen wir mal an, dass in der Vergagenheit alle Bemühungen in diese Richtung gescheitert sind. Dann lässt sich zu dieser Hypothese sehr viel belastbares Material finden. Es gibt auf Youtube Vorträge in denen erläutert wird, wie man auf keinen Fall Exascale Computer baut, und es gibt Paper in denen erläutert wird, warum die Cryro-Computer nie über das Stadium eines Prototypen hinausgekommen sind. Mal gab es Kühlungsprobleme, ein anderes Mal war der Hauptspeicher der Firma Hypres nicht einsetzfähig und beim nächsten Mal waren die Schaltzyklen zu langsam. Anders gesagt, anhand der vorliegenden Informationen lässt sich die These „Es gibt derzeit nocht keine Cryo-Computer“ gut beweisen.

Daraus kann man wiederum schließen, dass beide Seiten Recht haben. Diejenigen Verschwörungstheoretiker welche behaupten, die NSA hat im Geheimen Supercomputer entwickelt haben Recht, genauso wie jene die sagen sowas liege außerhalb der Möglichkeiten. Der Unterschied besteht darin, dass sich für diese These „es gibt sie nicht“ weitaus mehr und detailiertere Informationen finden lassen. Anders formuliert, wenn es irgendwo auf dem Planeten eine Fälscherwerkstatt für wissenschaftliche Dokumente gibt, dann hat sie offenbar ein Interesse daran, darzulegen, dass Quantencomputer erst noch erfunden werden müssen.

Was man mit solchen Systemen anfangen kann ist derzeit noch offen. Einige sagen, man könne sich einen Superconduction Computer als Workstation auf den Schreibtisch stellen und hätte dann eine Maschine die ein Petaflops an Leistung besitzt und auf dem man GTA V in maximaler Auflösung spielen kann. Andere sagen, mit diesen Computern ließe sich Human-Level-AI realisieren und die nächsten wollen einfach nur heute übliche Supercomputer durch etwas ersetzen, was Strom spart und damit die Umwelt schont. Im Kern dürfte es darum gehen, Rechenleistung preiswerter zu machen.

GPUs werden überschätzt

Als Geheimtipp in Sachen wissenschaftliches Rechnen wird nach wie vor die Verwendung einer GPU propagiert, so wurde beispielsweise in einem Paper untersucht ob und wie man über eine GPU einen PDDL Solver beschleunigen kann um damit SAT Probleme zu lösen. Die Annahme lautet, dass GPU Computing der grundsätzlich richtige Weg sei und man lediglich im Detail klären müsste wie man es dann macht.

Schauen wir doch einmal die Details an. Eine typische Mittelklassegrafikkarte von nvidia kostet 300 EUR und verbraucht 150 Watt. Man kann damit einerseits Spiele in hoher Auflösung ruckelfrei spielen, andererseits aber auch GPU Computing betreiben. Was ist die Alternative? Lautet die Alternative etwa, gar keinen Booster zu verwenden und nur mit CPU zu rechnen? Nein, die Alternative lautet, sich eine zwei CPU zu kaufen, beispielsweise eine Intel Core i5 welche ebenfalls 300 EUR kostet und ebenfalls 150 Watt verbraucht. Interessanterweise lassen sich Intel CPUs nicht nur einfacher programmieren, sondern sie sind auch leistungsfähiger als das nvidia pendant. Warum gibt es also diese Benchmarks wo versucht wird PDDL Solver auf einer GPU zum Laufen zu bringen während jedoch nicht untersucht, ob sich ein PDDL Solver auf einer Intel CPU betreiben lässt? Vermutlich deshalb, weil man bereit ist auf das Marketing von nvidia hereinzufallen. Das Motto lautet, dass GPU Computing zwar viel Strom verbraucht, nur minimale Verbesserung erbringt und noch dazu sehr kompliziert ist (Java 8 unterstützt es nicht), man es aber trotzdem gegenüber CPU Computing bevorzugt weil es cool ist.

7d Hologramm ein Fake?

In einem früheren Posting habe ich bereits über die Echtheit der 7D Hologramme aus Dubai spekuliert. In einem Forum wurde jetzt ernüchternd geäußert, dass es sich dabei um ein Fake handelt. Auf https://www.tripadvisor.com/ShowTopic-g295424-i872-k7342881-7d_show_dubai_mall-Dubai_Emirate_of_Dubai.html ist zu lesen, dass die Show den Titel trägt:

Seef Mall in Bahrain, „National Geographic’s Augmented Reality“

und kein echtes Hologramm ist. Stattdessen ist die Technologie vergleichbar mit dem Microsoft Hololens System wo man eben nicht ein Hologramm vor sich sieht, sondern die Zuschauer in der Shopping Mall sehen sich selbst auf einer Videoleinwand und nur in dieser sind dann die Astronauten zu sehen.

Was jedoch derzeit verfübar sind, sind die ersten Ansätze in Richtung Holographie. Beispielsweise gibt es sogenannte „Holographie Theater“ die über einen schräg eingestellten Spiegel funktionieren und es gibt Holographie Lasershows die in der Nacht funktionieren. Und es gibt im Zimmermaßstab sogenannte FogScreens bei der auf eine Nebelwand ein 3D Bild projiziert wird. Bisher sind diese Versuche noch nicht überzeugend, entweder ist die Helligkeit zu gering oder man kann die Hologramme nicht durchschreiten. Es ist jedoch wahrscheinlich dass diese Schwierigkeiten irgendwann behoben sein werden. Es gibt im Labormaßstab sogar schon erste Versuche mit Schall auch tastbare Hologramme zu erzeugen. Anders ausgedrückt, ist das Holodeck von Startrek derzeit das, woran geforscht wird. Es ist noch nicht einsatzbereit aber es ist in Planung.