Singularity is near …

Wenn es noch eines Beweises bedarf, dass Singularity nahe ist dann wird er im obigen Video geliefert. Zu sehen ist eine Zaubershow bei der Heidi Klumm in einem Astronautenkonstüm steckt und an Halteseilen durch die Luft fliegt. Währenddessen sie von männlichen Kollegen mit Bällen beworfen wird. Der Sinn ist mir nicht ganz klar, aber offenbar haben die Beteiligten viel Spaß dabei.

An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass das klassische Outfit eines weiblichen Zauberers immernoch aus einem Umhang mitsamt altertümlichen Zylinder besteht und keineswegs ein Raumanzug ist, auch wenn der Weltraumtourist Richard Garriott bewiesen hat, dass man sowohl Astronaut als auch Zauberer sein kann.

Einen ähnlichen Plot (Astronaut as Magician) gibt es auch in der Comedy Serie „Its about time (1966)“ zu sehen, bei dem zwei Astronauten eine Zeitreise machen in die Vergangenheit und dort auf Urmenschen treffen. Auch denen zaubern sie erstmal etwas vor. Vielleicht sollte an dieser Stelle darauf verwiesen werden, dass ein zauberumhang nicht immer aus einem reinem Schwarz besteht, sondern manchmal auch aufgenähte Sterne verwendet werden.

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Zauberkunst ist Robotik

Zauberkunst ist etwas, was die Menschen schon sehr lange fasziniert. Üblicherweise wird es von der Gesellschaft in den Bereich des Übernatürlichen und Okkultistischen eingeordnet. Unter einem Zauberer stellt man sich einen Mann im schwarzen Umhang vor, der Geister beschwört aber damit natürlich keinen Erfolg hat, weil wie wir alle wissen gibt es keine Magie. Warum es keine echte Magie gibt, kann man leicht zeigen. Man muss einfach nur versuchen selbst zu zaubern, sich also wünschen, dass man sich in einen Vogel verwandelt. Selbst wenn man den richtigen Zauberspruch aufsagt wird leider gar nichts passieren. Man kann das einmal ausprobieren oder hundertmal, in einen Vogel wird man sich nicht verwandelt. Selbst so kleine Zaubereien wie einfach nur einen Gegenstand per Gedankenkraft zu teleportieren wird nicht funktionieren. Nur bei Starwars konnte Luke Skywalker durch das Anrufen der Macht Steine zum Schweben bringen. In echt kann das niemand.

So ungefähr lautet die rationale Einstellung zur Zauberkunst, sie wird verbannt in das Reichen der Legenden und des Aberglaubens. Das Problem liegt jedoch nicht in der Zauberkunst selbst, sondern in der naiven Herangehensweise allein mit Wünschen einen Trick ausführen zu wollen. Die richtige Zauberei hat eher etwas mit Apperatezauberei zu tun. Das heißt, wenn man eine Uhr konstruiert die sehr genau geht betreibt man die wirkliche Magie. Und nein, das ist nicht das selbe wie Wissenschaft, sondern Magie bedeutet, dass man keinen seiner Tricks verrät, also den Mitmenschen nicht erzählt wie der Zauberapperat intern aufgebaut ist. zauberkunst hat weniger etwas mit den individuellen Fähigkeiten als vielmehr mit der sozialen Stellung zu tun. Große Zauberer sind meist Erfinder, und zwar sehr gute Erfinder. Sie nutzen ihren Verstand nicht für plumpes Wünschen, sondern sie nutzen ihren Verstand um etwas herauszufinden was noch keiner herausgefunden hat.

Man kann diese Form der Magie relativ weit traiben. Über Pferdelosen Kutschen, drahtlose Telegrafie, frei schwebende Ballons bis hin zu humanoiden Robotern ist alles machbar. Man kann den Schwierigkeitsgrad ziemlich genau messen. Das heißt, je imposanter ein Trick, desto mehr Wissen steckt darin. Am meisten dürften wahrscheinlich jene Zaubertricks interessieren, die ganz oben stehen im Schwierigkeitsgrad. Also Zauberei die etwas zu tun hat, mit Unsichtbarmachen, fliegenden Teppichen, Unsterblichkeit usw. Auch solche Tricks sind prinzipiell möglich, sowohl in der Legende als auch in Echt. Leider sind Informationen über diese vollendete Zauberkunst nur schwer zu beschaffen. Diese Dinge sind mächtig und das Wissen darüber ist wertvoll. In einem normalen Zauberladen kaufen kann man derartige Kunststücke jedenfalls nicht. Man muss sich das ungefähr so vorstellen: Angenommen du hast per Zufall einen fliegenden Teppich entdeckt. Genauer gesagt jene Beschwörungsformel durch den dieser in die Luft steigt und dort verharrt. Würdest du den Zaubertrick jemanden anderem verraten? Vermutlich nicht, weil ein fliegender Teppich ist etwas sehr wertvolles. Es ist ein Geheimnis. Und wenn plötzlich alle Menschen damit herumfliegen, ginge die Einmaligkeit verloren. Insofern habe alle guten Zauberer ein Interesse daran, ihre besten Tricks niemanden zu verraten. Und wenn doch, dann nur sehr guten Freunden. Also anderen Menschen, denen sie wirklich vertrauen können.

Am leichtesten lässt sich Zauberkunst als nicht-öffentliche Wissenschaft definieren. Es ist vergleichbar mit normaler Physik, nur dass man eben nicht verrät wie es funktioniert. Das heißt, das physikalische Wissen wird nicht geteilt und nicht verwendet um die Welt zu verbessern, sondern man benutzt es, um seine soziale stellung als Zauberer zu festigen. Sich also unentbehrlich zu machen. Einige sagen, dass das dem Wesen der Zauberkunst widersprechen würde. Nur, echte Zauberer ist automatisch egoistische Zauberei, wo man also Geheimwissen einsetzt um sich einen persönlichen Vorteil zu erlangen um sich über andere zu erheben. Macht und Zauberei sind enge Verbündete. Nicht ohne Grund stehen Zauberer auf einer Bühne und die Aufmerksamkeit ist nur auf sie gerichtet. Sie sind Zauberer weil sie einen Vorsprung haben, sie stehen auf einer höhreren Stufe als das Publikum.

Warum Zauberkunst heute nicht mehr gefragt ist

Die Geschichte der Zauberei ließt sich wie ein Krimi. Gezaubert wurde schon vor mehreren Tausend Jahren, und Magie gibt es in allen Kulturen. Ob der indische Seiltrick, die schwebende Jungfrau oder französische Kartenzauberei, immer geht es darum, das Publikum in eine Traumwelt zu entführen. Wer jedoch aufmerksam die Geschichte der Zauberkunst studiert wird bermerken dass sie ab ungefähr dem Jahr 1900 langweilig wurde. Das war zugleich auch die Hochzeit der Zauberei, als in Zaubertheater Berufsmagier in Abendgarderobe auftragen und am nächsten Tag in der Zeitung diskutiert wurden. Seitdem ist die Zauberkunst auf einem absteigenden Pfad. Woran liegt das? Natürlich an der Erfindung des Films. Wer heute in eine andere Welt entschwinden möchte, besucht keine Zaubergala mahr sondern geht ins Kino.

Von der gesellschaftlichen Rolle haben Kino und Zauberei sehr viel gemeinsam. In beiden Fällen ist Verschwiegenheit oberstes Gebot. So wird im Regelfall nicht verraten was in einem Film passiert bevor er offiziell startet und wer einen Film von der Leinwand abfotografiert kommt im Regelfall ins Gefängnis. Allein von den Zuschauerzahlen und vom gesellschaftlichen Impact ist heute der Film das was früher einmal die Zauberei war. Vor allem aber ist Kino Motor gesellschaftlichen Fortschritts. Zur Erinnerung: im 19. Jahrhundert waren es Zauberkünstler die bereits den elektrischen Strom in ihre Vorstellungen einbauten. Als viele Leute nochnichtmal wussten, was das überhaupt ist, haben sie bereits künstliche Blitze erzeugt. Diese Vorreiterrolle ist der Zauberei inzwischen verloren gegangen, aber ihr legitimer Nachfolger ist das jetzt das Kino. Genau genommen war auch Walt Disney ein Zauberkünstler, nur einer der sich modernster Technologie bedient hat. Walt Disney war streng genommen ein Appratezauberer; nahezu sein gesammtes Werk basiert auf der Nutzung von physikalischen Gesetzmäßigkeiten und wie die Zauberer vor ihm hat Disney die Welt beeinflusst. So war es Disney der das Mondprogramm eines Werner von Braun publik gemacht hat und in Disney Spielfilmen wurden die ersten technischen Innovationen präsentiert.

Three Monte Kartentrick

Wenn man auf Youtube nach guten Zaubertricks sucht, wird man irgendwann auf den Klassiker stoßen. Er wird als „Three Monte cardtrick“ bezeichnet und kommt ursprünglich aus der Straßenzauberei wurde inzwischen aber professionell weiterentwickelt. Worum geht es dabei? Am besten schaut man sich dazu einmal einige Vorführungen an, im Regelfall sind sie sehr gut gemacht. Wenn man nach einer Auflösung sucht wird man feststellen, dass es nicht einen Trick gibt, sondern dass sehr viele Kniffe gleichzeitig angewendet werden. Meist kommen doppelt bedruckten Spielkarten, eine Karte mehr und Fingerfertigkeit zum Einsatz.

Wissenschaft ist moderne Zauberei

Als Wahrheit wird normalerweise die Wissenschaft bezeichnet. Weil diese sich anders als die Religion beweisen lässt durch Experimente. Aber ist Wissenschaft automatisch wahr und Religion gelogen? Nicht ganz, sondern man muss zunächst einmal betrachten wie die moderne Wissenschaft entstanden ist. Ausgangspunkt war in der Regel die Zauberkunst. Man kann zeitgleich mit dem entstehen der modernen Naturwissenschaften ab dem 18. Jahrhundert auch einen parellelen Aufstieg der Zauberkunst feststellen. Damit ist gemeint, dass überall dort wo Kartentricks, Seiltricks und verschwundene Elefanten dargeboten wurden gleichzeitig immer auch echte Wissenschaft betrieben wird. Zauberei ist dabei die Vorform von Wissenschaft. Insbesondere die Apperate-Zauberei ist eine Vorwegnahme des Maschinenbaus. Damit ist gemeint, dass die ersten Dieselmotoren ursprünglich nicht zur Fortbewegung konstruiert wurden, sondern um als Jahrmarktattraktion zu gefallen. Nicht viel anders ist es mit dem elektrischen Licht. Und selbst trockene wissenschaftliche Vorträge die vor einem Publikum gehalten werden, kann man historisch als Erzähldarbietung bezeichnen. Nur wird dort eben nicht mit Dingen gezaubert, sondern der Zauberer erzählt nur etwas und versucht damit sein Publikum zu beindrucken.

Das interessante bei der Bühnenkunst ist, dass hinter jeder Darbietung ein Trick steckt. Niemand kann wirklich Dinge verschwinden lassen, sondern dahinter stecken physikalische Prinzipien. Es ist eine Mischung aus Psychologie, optischen Täuschungen und einem doppelten Boden. Ein Zaubertrick ist im Kern durch einen Wissensvorsprung gekennzeichnet. Der Magier weiß etwas, was sein Publikum nicht weiß. Und was ist die systamtische Sammlung von Wissen? Richtig, es ist Wissenschaft, nichts anderes.

Interessanterweise hatte sowohl die Zauberkunst als auch die Wissenschaft mit Anfeindungen durch die Kirche zu kämpfen. Beides wurde als Teufelszeug bezeichnet und unterdrückt. Und nicht zu Unrecht übrigens. Von der Wissenschaft ist bekannt, dass sie tatsächlich Teufelszeug ist (siehe die Atombemabwürfe auf Hiroshima), aber auch Zauberkünstler sind in den seltensten Fällen ehrliche Menschen. Ja mehr noch, wirft man einen Blick in die Ratgeberliteratur für angehende Schwarzmagier so wird dort im Detail beschrieben wie man sein Publikum an der Nase herumführt.

Zwischen den modernen Wissenschaften und der Zauberei des 18. Jahrhunderts gibt es einen Unterschied. Im Regelfall verstehen sich Wissenschaftler heute nicht mehr als Magier und viele wissen gar nicht wie man zaubert. Stattdessen hat sich in den Wissenschaften ein Kodex durchgesetzt, der Geheimnisse explizit verrät. Es wird also darauf geachtet als Anti-Zauberer aufzutreten. Aber ist deshalb Wissenschaft und Zauberei etwas grundsätzlich gegensätzliches? Nicht zwangsläufig. Auch die moderne Wissenschaft gibt Rätsel auf. Das beginnt schon damit, dass man mitunter Jahre studieren muss, bis man es halbwegs verstanden hat. Wissenschaft ist nichts was man nebenbei machen kann. Weiterhin ist Wissenschaft ähnlich wie früher die Zauberei etwas sehr mächtiges. Auf dieser Grundlage wird nicht nur Wirtschaft betrieben sondern auch Weltraumfahrt. Und ähnlich wie ein Zaubertrick mit gezinkten Spielkarten hat sich irgendjemand die Wissenschaft zuerst ausgedacht. Man kann sehr gut zurückverfolgen, wer zuerst den Elektromotor erfunden hat, oder wer den ersten Computer gebaut hat.