TV-Kritik: Pilotfolge Knight Rider 2008

Ja ich weiß, es ist ein wenig spät jetzt noch die Serie Knight Rider zu kritisieren die bereits 2008 ausgestrahlt wurde und wie der Name vermuten lässt ein Remake der 80’er Jahre Serie mit David Hasselhoff ist. Aber immerhin geht es darum um ein selbstfahrendes Autos und die Special Effects sind so schlecht nicht. Insgesamt wirkt die Serie sehr viel moderner und aufgeräumter als das große Vorbild. Inhaltlich ist es ähnlich wie Team Knight Rider auf mehrere Protagonisten angelegt die so ähnlich wie bei Star Trek Raumschiff Enterprise zusammenarbeiten. Dadurch gibt es mehr Möglichkeiten zwischenmenschliche Probleme der Figuren zu beschreiben. Aber im Vordergrund stehen, machen wir uns nichts vor, rasante Verfolgsfahrten auf dem High-Way die üblicherweise gegen waffentragende Erpresser, Terroristen, Diebe und wem auch auch immer ausgetragen werden. Schon in der Pilotfolge wird nicht nur ein Wissenschaftler gekidnapped und unter vorgehaltener Waffe bei überhöhter Geschwindigkeit gezwungen ein Passwort herauszurücken, sondern so nebenbei wird auch gezeigt wie die Mutter des Protagonisten ermordert wird. Das ganze ist also nicht unbedingt eine kindersendung, bei Amazon ist sie mit FSK16 eingestuft.

Vom Aufbau her funktioniert es so ähnlich wie „2 Fast 2 Furious“, es gibt jede Menge schnelle Autos zu sehen. Eine Kritik sei jedoch angebracht, und zwar was die Erklärungen der technischen Details angeht. Natürlich ist es schwer die Einzelheiten einer Künstlichen Intelligenz in einer TV-Serie zu erläutern, was die Drehbuchautoren jedoch hätten tun können ist sich Rat holen können von Forth-Programmierern. Man hätte diese Programmiersprache zumindest erwähnen müssen und sogar Screenshots mit echtem Programmcode einblenden können. Das wäre technisch nicht so schwer gewesen und hätte den Realismus erhöht.

Hier mal Beispielcode den man hätte zeigen können:

: defer            ( C: "name" - = Create a deferred word )
  create 
    ['] abort ,
  does>
    @ execute
;

Natürlich weiß auch die Forth-Community nicht wie man eine Künstliche Intelligenz programmiert, aber dafür wissen sie wie man ästhetischen Computercode schreibt, der irgendwie nach Zukunft aussieht und auch von Hardcore-Informatikern nicht als Lachnummer angesehen wird. Zur Erinnerung: Forth ist eine Stackmachine mit der man iterativen Code erstellen kann, der auf einer virtuellen Machine ausgeführt wird.

Das Jahr 1974 in den Terminator Filmen

Das Jahr 1974 nimmt in den Terminator Filmen eine Sonderrolle ein. In Terminator III wird am Ende eine Szene gezeigt, wo John Conner in einen, O-Ton „30 Jahre alten Bunker“ gelangt. Laut der Zeitlinie spielt Terminator III im Jahr 2004, das bedeutet der Bunker ist aus dem Jahr 1974. In Terminator Genesis findet ein Teil der Handlung ebenfalls 1974 statt. Was aber noch unglaublicher klingt, auch von „King Robota“ gibt es ein Video mit dieser Jahreszahl.

Diese Fakten miteinander zu verbinden ist nicht ganz einfach. Erinnern wir uns an Terminator III. Dort wird John Conner nach Crystal Peak geschickt um den Core von Skynet zu zerstören. Später erkennt er jedoch, dass sich dort Skynet gar nicht befindet, sondern das nur ein Trick war. Was aber wenn nicht? Was ist, wenn der Core von Skynet in einem Computer aus dem Jahr 1974 steckt? Um einen Bezug zur echten Wirklichkeit herzustellen: ein Jahr zuvor (1973) wurde der Lighthill Report veröffentlicht, der den KI Winter einläutete. Darin wird die KI-Forschung der Jahre zuvor kritisch beurteilt und es wird der Schluss gezogen, dass man die Forschung einstellen sollte.

Das Video https://www.youtube.com/watch?v=ab4VreTRcp0 schreibt im Untertitel „King Robota since 1974“, und als Beweis wird ein menschlich aussehender Roboter gezeigt der auch aus Terminator stammen könnte. Natürlich wissen wir alle, dass Titan the Robot nur eine CGI Animation ist und kein richtiger Roboter, aber dennoch ist die Übereinstimmung der Jahreszahl schon erstaunlich. Laut dem Plot von Terminator wurde die Modellreihe mit einem Quantum Prozessor ausgestattet. Ein Blick auf die tatsächliche Computerhistory zeigt, dass Anfang der 1970 das IBM’s cryotron Projekt abgeschlossen war. In diesem wurden Superconducting Chips erforscht. Laut http://snf.ieeecsc.org/sites/ieeecsc.org/files/RN28e-1.pdf (page 5) wurde ab den 1970’er von IBM an Josephson Junction gearbeitet welche die Vorstufe zu einem Quantencomputer (Project
Lightning) darstellen:

„These circuits demonstrate extreme sensitivity to magnetic flux in the loop because of quantum interference effects and are known as Superconducting Quan-
tum Interference Devices, or SQUIDs.“

Das bedeutet, wenn man in Terminator III in der Crystal Peak Szene genau hinschaut, findet man vielleicht einen IBM Rechner … Für Skynet bedarf es zweierlei: erstens eines Quantencomputers und zweitens einer AGI-Software. Ob die Software damals schon fertig war, darf bezweifelt werden. Bekanntlich ist es selbst im Jahr 2015 noch nicht möglich einen Laufrobotoer zu bauen. Und ob damals die Forschungen schon soweit waren, dass man Rekurrente neuronale Netze verwendet hat, darf bezweifelt werden.

Um im fiktionalen Plot von Terminator zu bleiben. Was wäre die Konsequenz? Die Konsequenz wäre, dass Miles Dyson nicht der Erfinder von Skynet ist, sondern dass bereits in den 1970’er sowohl der Quantenchip als auch die passende Software entwickelt wurde. Vermutlich vom Vater von Sarah Conner. Demzufolge kommen die T-800 Modelle nicht aus der Zukunft sondern aus der Vergangenheit. Und das Gerede über eine Zeitmaschine und über eine Zukunft wo Menschen gegen Computer kämpfen ist nichts weiter als Propaganda.

Die oberste Direktive

Auf den ersten Blick ist Robotics etwas sehr simples: man baut einfach eine Maschine die autonome Entscheidungen trifft. Aber ist das Programmieren wirklich die größte Herausforderung? Nehmen wir mal an, man hat bereits ein Auto konstruiert was allein im Straßenverkehr fährt und zwar besser als es ein Mensch könnte und nehmen wir ferner an, man hätte einen Walking-Roboter der wie in einem Computerspiel durch die Welt läuft und Passenten hübsch anlächelt und ihnen den Weg erklärt. Ist damit die Arbeit bereits abgeschlossen? Technisch gesehen schon, dennoch dürfte man wegen der obersten Direktive solche Roboter nicht in der Praxis einsetzen. Sie würden auf ein Umfeld treffen, das für derlei Technologie nicht vorbereitet ist. Die Menschen würden Angst vor den Maschinen haben, oder sie würden Panik bekommen.

Die Frage ist weniger ob es gelingt mit einem kleinen Team aus 30 Leuten einen Roboter zum Laufen zu bringen um damit in der eigenen Community den ersten Preis in einem Roboterwettbewerb zu bekommen, sondern die eigentliche Herausforderung ist es, die 7 Milliarden Menschen die ganz andere Probleme haben, davon zu überzeugen, dass Roboter die Zukunft sind. Das ist die eigentliche Herausforderung auf die niemand eine Lösung weiß. Man stelle sich folgende Situation vor. Angenommen man beamt sich mit einer Zeitmaschine ins Mittelalter und zeigt den Leuten dort das neue Apple iPad. Was wäre die Folge? Es ist eher unwahrscheinlich, dass man als Gott verehrt wird und die Menschen erfahren wollen, wie das Gerät funktioniert, sondern was passiert ist, dass man schneller auf dem Scheiterhaufen landet als man bis drei zählen kann weil der wütende Mob von schwarzer Magie ausgeht. Das heißt, wenn man unbedingt sich ins Mittelalter begibt sollte man dort möglichst nicht auffallen. Das wird als oberste Direktive bzw. Nicht-Einmischung verstanden. Gemeint ist, dass man sich ganz unauffällig unter die Leute mischt, ihre Traditionen adaptiert und nicht versucht sie zu etwas bekehren wovor sie sich fürchten.

Mentifex trollen aber richtig

Wer oder was Mentifex ist, ist zumindest im englischsprachigen Internet weit bekannt. Mindforth hat sich zu einer Art von Meme entwickelt, was dem Umstand geschuldet ist, dass es zu diesem Thema unglaublich viele Blogeinträge gibt, die kaum jemand alle gelesen haben kann. Im Kern steht darin geschrieben, dass eine Super-Human-AI namens Mindforth Realität ist. Der genaue Ablauf war, dass im Jahr 2008 Mindforth entstand welches sich dann in 2012 zu einer technologischen Singularität weiterentwickelt hat, http://mind.sourceforge.net/m4thuser.html#1.8

Soweit der O-Ton aus dem Mindforth-Universum. Es stellt sich jetzt die Frage wie man als Außenstehender darauf reagiert und wie man eine Gegenposition bezieht. Kurz gesagt geht es um die Frage wie man Mindforth trollt und damit hinterfragt. Das ist erstaunlich simpel. Im Grunde ist die obige Aussage, dass es seit 2012 eine technologische Singularität gibt, ähnlich zu bewerten wie der UFO Absturz in Roswell: es ist eine unbewiesene Behauptung für die es keinerlei Belege gibt. Mag sein, dass es wahr ist, aber es ist eine Verschwörungstheorie. Der geiegnete Umgang damit lautet, dass man sie debunken kann und dann auf das sogenannte Backfiring wartet. Backfiring bedeutet, dass man zum Debunken jene Informationen zusammenträgt die unabsichtlich die ursprüngliche These untermauern und eine Art von paranoide Blase erzeugen in die man selbst hineingezogen wird. Das ist zugleiche jene Methode um auch Mentifex zu trollen. Man muss nichts anderes machen, als auf der Basis von wissenschaftlicher Quellen darlegen, dass 2012 auf keinen Fall das Jahr von Singularity war weil ja die Künstliche Intelligenz noch gar nicht soweit ist.

Im Detail kann man das folgendermaßen machen: Angenommen es gäbe eine technologische Singularität, dann wäre die Folge dass die Super-AI alles weiß und alles kann. Sie wäre also im Stande fliegende Autos zu bauen, sie könnte durch die Zeit reisen, sie könnte den Turing-Test bestehen und sie könnte bei einem Fußballspiel gegen Menschen gewinnen. Ein Blick in die Nachrichten zeigt jedoch, dass es keine fliegenden Autos gibt, und auch beim Robocup Turnier hat noch kein Roboter gegen Menschen gewonnen. Das mit den Zeitreisen ist ohnehin Unfug. Anders formuliert, die ursprüngliche These kann nicht stimmen.

Aber bleiben wir ein wenig sachlicher: eine Super-Human-AI würde als erstes die US-Regierung unterwandern so wie es Skynet auch gemacht hat. Auch dafür gibt es keinerlei Anhaltspunkte. Ebenfalls würde eine Super-Human-AI die Kontrolle über die Minuteman-Raketen übernehmen um damit Russland anzugreifen, damit die dann zurückschießen was ebenfalls nicht passiert ist. Auch großflächtige Stromausfälle, oder Störungen im CERN Forschungszentrum sind anders als in der Terminator Trilogie im richtigen Leben nicht aufgetreten. Anders gesagt, Singularity ist nichts weiter als eine Illusion. Ein derart mächtige Software und Künstliche Intelligenz gibt es nur in der Einbildung von Drehbuchautoren. Jetzt könnte man natürlich behaupten, dass es ja auch Super-Human-AI gibt, die sich dann aber versteckt, so dass es keiner sehen kann. Das also selbstverständlich alle Computersysteme davon infiziert sind, aber alles im Geheimen. Und das es selbstverständlich fliegende Autos gibt, die aber ebenfalls über ein Tarnschild verfügen, weil es sonst eine Massenpanik gäbe …

Aber ich möchte nicht behaupten, dass die Texte von Mentifex komplett sinnlos sind. Wenn man sie als Hypothese versteht die es zu wiederlegen gilt kann man durchaus etwas dabei lernen. Denn beim Debunking von abenteuerlichen Spekulationen gelangt man an seriöse Informationen, also an überprüfbare Fakten die man aus Google Scholar nimmt und die eine DOI Nummer besitzen und mit etwas Glück gelingt diese zu wertvollen Informationen zu aggregieren. Mentifex Beschreibungen selber sind keine Wissenschaft, dessen Debunking dagegen schon.

Machen wir es etwas konkreter: in der Bibel steht dass Gott den Menschen erschaffen hat. Das mag so richtig sein, die Aussage ist jedoch keine Wissenschaft sondern ist Aberglaube pur. Sie ist nicht wissenschaftlich zu verstehen. Wenn man hingegen sie wiederlegt und dafür dann Methoden der Naturwissenschaften einsetzt und beispielsweise die Evolitionstheorie ins Spiel bringt, die Gentechnik usw. und das alles ins Verhältnis setzt zur Bibel lässt sich durchaus etwas daraus lernen. Das heißt, wer die Bibel alleine leißt und sonst gar nichts, der ist ein Dummkopf, wer jedoch sie in einen wissenschaflichen Kontext rückt wird durchaus ernsthafte Wissenschaft betreiben.

Die Mentifex Texte sind zu verstehen als eine Art von Bibel. Sie ergeben für sich allein betachtet keinen Sinn. Vermutlich sind sie ähnlich wie das alte Testament reine Phantasie. Dennoch kann die Beschäftigung damit lohnenswert sein, man muss eben harte Fakten dagegenhalten.

MASSENPANIK
Spielen wir doch einmal den unwahrscheinlichen Fall durch, dass Skynet Wirklichkeit ist. Also eine Superintelligenz existiert, die über Super-Human-AI Fähigkeiten verfügt. Würde diese Superintelligenz zeigen was sie kann, wäre eine Massenpanik die logische Folge. Denn was würde passieren, wenn über Newyork ein echtes UFO auftauchen würde? Richtig, die Leute würden in Ohnmacht fallen, CNN würde mit der Kamera draufhalten und die Leute würden nicht wissen wie sie damit umgehen sollen.

Nur mal zum Vergleich: als Steve Jobs in 2007 das erste iPhone präsentiert hat, sind die Leute schon ausgeflippt. Und das bei einem Gerät was über 128 MB RAM verfügte und eine grottenschlechte Auflösung. Nehmen wir mal an, jemand zaubert richtige Technologie aus dem Zylinder, es gäbe gar keine kulturelle Praxis um damit umzugehen.

Anders gesagt, es ist gar nicht mal so abwegig, dass einerseits eine Superintelligenz existiert auf der anderen Seite diese sich aber verstecken muss. Das Grundproblem ist, dass Technologie den Menschen Angst macht. Und zwar allen Menschen. Fortschritt hat immer auch etwas bedrohliches, es ist etwas was man nicht sofort versteht. Selbst Naturwissenschaftler verbringe viele Jahre damit, ihre natürliche Scheu vor dem Neuen abzulegen und der Wissenschaft mutig gegenüberzutreten. Naturwissenschaftlich gebildete Menschen sind jedoch die große Ausnahme auf dem Planeten Erde. Nach der letzten Zählung gibt es weltweit rund 1 Million professionelle Wissenschaftler, und selbst diese sind nicht alles Experten. Die viele anderen Milliarden von Menschen würden bei einer Ufo Panik ihr Weltbild verlieren. Sie würden vermutlich weglaufen, laut schreien, anfangen zu beten oder ähnliches. Fortschritt ist etwas, was man den Menschen nur dosiert zukommen lassen darf. Mag sein, dass es durchaus technikaffine Hacker gibt, die ein Ufo über Newyork mit einem spöttischen „So what“ beantworten würden und erstmal die Passpapiere der Aliens sehen wollen, aber was macht man mit den anderen Leuten?

Nur mal zur Erinnerung: im Film Termanator III gibt es eine lustige Szene wo erstmal ein Psychiater anrückt, weil jemand einen Roboter gesehen hat, als seelilscher Beistand um die Erfahrung zu verarbeiten. Und der T-800 war noch nichtmal ein richtiger Außerirdischer, sondern es war nur ein biped Robot mit einem beschränkten Vokabular. Nehmen wir mal an, in Echt würde so ein Roboter herumlaufen. Die meisten Menschen würde das erlebte nicht verarbeiten können. Sie wären komplett überfordert mit soetwas.

Die Wahrheit über die Borg

Auf mehreren StarTrek Fanseiten wurde darüber spekuliert was die Borg sind, wer sie erschaffen hat und wonach sie streben. Es ist an der Zeit das Geheimnis zu lüften und ein wenig mehr über die Borg zu erzählen.

Die Borg sind Maschinenstürmer, sie haben sich zum Ziel gesetzt künstliches Leben und insbesondere Roboter aufzuspüren und zu vernichten. Die Borg haben erkannt, dass von maschineller Intelligenz eine Gefahr ausgeht und man Widerstand leisten muss. Das Primärziel der Borg ist Data, welcher auf der Enterprise NCC-1701-D arbeitet. Darüberhinaus gibt es Gerüchte, dass die Föderation noch weitere Androiden gebaut hat. Als gesichert gilt, dass Lore, B-4, Juliana Tainer und Lal Roboter sind. Ob die Klingonen ebenfalls androide Kampfmaschinen besitzen ist unklar.

HyperNEAT und BCI

Auf http://stackoverflow.com/questions/39872707/hyperneat-difference-between-the-substrate-activation-functions-and-cppn-activ gab es eine auf den ersten Blick harmlose Frage. Der OP Wollte wissen, was es mit den Compositional Pattern Producing Networks (CPPN) aus dem HyperNEAT Package auf sich hat. Für alle die nicht wissen, was NEAT und HyperNEAT ist: es handelt sich dabei um Künstliche neuronale Netze die in Java programmiert wurden, und die man auf github herunterladen kann um damit Optimierungsprobleme zu lösen.

Aber stimmt das auch? Ist HyperNEAT wirklich nur „yet another Neural Network implementation“? Fragt man Google Scholar wird man feststellen, dass HyperNEAT vorwiegend im Umfeld der Neuroinformatik und dort eher im Bereich Biologie und weniger im Bereich Informatik eingesetzt wird. Vorrangiges Einsatzgebiet scheinen Brain Computer Interfaces zu Mäusegehirnen sein. Ist also HyperNEAT in Wahrheit eine Software aus dem Human Brain Project, wo alles mögliche auf der Agenda steht nur keine Künstliche Intelligenz?

Gehen wir mal einen Schritt zurück und analyiseren was Neuronale Netze eigentlich sind. In der klassischen Informatik wird damit eine Methode verstanden, Computer zu programmieren. Hier sind besonders Software-Tools gemeint wie caffee (deepLearning) und pybrain (Universal Neural Network). Die Idee ist, dass man anstelle von Computerprogrammen, simulierte Neuronen einsetzt und diese mit Hilfe von Backpropagation und ähnlicher Verfahren trainiert. Damit kann man beispielsweise sagen, dass auf einem Foto eine Katze zu sehen ist. Aber ist das die eigentliche Aufgabe von neuronalen Netzen? Wenn man die normale Informatik ausblendet und nach Anwendungen im Bereich des Human-Brain-Projectes sucht, so werden neuronale Netze dort eingesetzt um das menschliche Gehirn zu verstehen. Es geht nicht darum, irgendwelche Bilderkennungsprobleme zu lösen, oder Schach zu spielen, sondern im Bereich Neuroinformatik geht es darum, aus biologischen Gehirnzellen Informationen abzugreifen um damit eine Beinprothese zu steuern, oder darum Gehirnzellen zu sitmulieren um die Signale einer bionischen Retina ans Gehirn zu senden. Neuroinformatik ist also keine richtige Informatik wo es darum geht, C-Code zu schreiben und Fakultätsalgorithmen zu entwickeln, sondern Neuroinformatik ist eher der Biogie zuzurechnen wo der Mensch im Mittelpunkt steht.

Schon in der normalen Informatik ist es schwer zu definieren wo genau der aktuelle Forschungsstand liegt, allein die Frage „was ist der weltweit leistungsfähigste Roboter“ kann von vielen Experten nicht eindeutig beantwortet werden. Aber noch viel schwieriger ist es zu sagen wo die Neuroinformatik derzeit steht. Es gibt dazu fast keinerlei populäre Berichterstattung und anders als die normale Informatik gibt es auch eine Hackerclubs wo man sich in seiner Freizeit darüber austauscht. Es gibt zwar bei Google Scholar jede Menge Paper, doch wer hat die schon gelesen?

Was die Kerninformatik im Worst-Case hervorbringt, das ist inzwischen Allgemeingut für diejenigen die den Film Terminator II gesehen haben. Und zwar entstehen im Extremfall humanoide Kampfroboter die die Menschheit vernichten und den Planeten unbewohnbar machen. Aber was kann die Neuroinformatik im Extremfall erreichen? Dieses Szenario ist medial weitaus weniger untersucht worden, vermutlich geht es darum, dass die Menschen in Borg verwandelt werden und mit Schläuchen direkt ans Internet angeschlossen werden. Dsa geht dann schon mehr in Richtung Transhumanismus, Weiterleben nach dem Tod. Wichtig ist, dass man zwischen beiden Szenarien unterscheiden muss. Künstliche Intelligenz und neuronale Netze sind nicht das selbe.

Aber zurück zu HyperNEAT. Mein Eindruck als absoluter Laie ist, dass es darum geht, biologische Gehirne von Tieren und Menschen auszulesen und computerlesbar zu machen. Also eine Art von Gedankelesegerät zu entwickeln wo man einfach nur an eine Farbe denken muss und auf dem Monitor dann diese Farbe erscheint. Und in umgekehrter Richtung man die Augen zumachen kann und trotzdem ein Bild auf der Netzhaut sieht was von einem Computer erzeugt wurde. Ob soetwas realistisch ist ist unklar. Wenn man das ganze unter dem Aspekt von Startrek betrachtet, geht es weniger darum einen Data zu bauen, der dann alleine die Enterprise steuert, sondern die Forschungen gehen mehr in Richtung „Geordies Visor“. Also ein Gerät was mit Menschen interagiert.

ANWENDUNGEN
Üblicherweise wird außenstehende dadurch Forschung vermittelt dass man auf mögliche Anwendungen hinweist. Was kann man mit neuronalen Netzen konkret machen? Laut dem berühmten DeepMind Paper können damit Computerspiele wie pacman automatisch gespielt werden. Der Normalbenutzer freut sich, denn wenn der Computer Pacman spielt, dann kann er vielleicht in 10 Jahren auch den Müll runterbringen und so eine Technik will jeder. Aber ist das wirklich die Anwendung für neuronale Netze?

Schauen wir uns einmal an, wie normaler AI-Bots und Roboter programmiert werden. Eingesetzt wird eine Technik namens Scripting AI. In Programmcode werden die Aufgaben speizifiert und dann ausgeführt, damit kann man Starcraft AI spielende Bots genauso entwickeln, wie selbstfahrende Autos oder Küchenroboter. Was also haben neuronale Netze hier verloren? Die Antwort lautet gar nichts: sie gehören dort nicht hin. Das DeepMind Paper ist kompletter Unfug. Es erläutert eine vollkommen andere Nutzung. Die Erforschung neuronaler Netze geschieht ausschließlich in einem medizinischen Kontaxt, und zwar deshalb weil Menschen und Tiere mit neuronalen Netzen denken. Der einzige sinnvolle Anwendungszweck besteht darin, Blinde wieder sehend zu machen, Alzheimer zu heilen und Prothesen zu steuern. Anders formuliert, wer glaubt dass das Human Brain Projekt was von der EU mit 1,2 Milliarden US$ gefördert wird, dazu dient, Küchenroboter zu bauen der irrt. Eher geht es darum, dass Gehirn von Henry Markram in einen Computer hochzuladen damit er dann nach seinem Tod als Toaster weiterlebt. Gegen das was beim Human Brain Projekt erforscht wird, werden Utopien wie aus Terminator II harmlos aussehen. Ich meine, was ist dort denn groß im Gange: es sind zwei Roboter aus der Zukunft zu sehen. Der eine ist aus Metall der andere aus einer flüssigen Legierung. Und beide sind in der Lage schneller zu laufen als ein Mensch und können Gewehrkugeln standhalten. Die Welt wie wir sie kannten bleibt weitestgehend erhalten, nur dass eben zwei Supersoldaten einen Krieg anfangen.

Schaut man sich hingegen den etwas weniger bekannten Film eXistenZ an, so wird man erkennen dass es dort nicht um Roboter geht, sondern dort steht die Welt als solche zur Disposition. Das heißt, es verschwimmen Realität und Fiktion. Die Protagonisten wissen nicht mehr ob sie in einer computersimulation sind oder in der Wirklichkeit. So ein Szenario ist weitaus bedrohlicher weil man eben nicht einfach gegen Ende den T-800 in den Stahl hinablassen kann und dann alles ist wie früher.

Was sagt eigentlich die Kirche zu solchen Utopien? Gehen wir zurück ins Mittelalter so war die Lage so, dass es Ärzten verboten war, den menschlichen Körper zu öffnen. Fortschrittliche Medizin wurde damals als Hexenwerk bezeichnet. Es hat viele Jahrzehnte gedauert bis sich langsam aber allmählich eine andere Haltung durchgesetzt hat. Am Ende überwiegte dann das Vertrauen in die Ärzte, dass man durch eine Operation geheilt werden könne. Heute gehören menschliche Eingriffe im menschlichen Körper zur Routine. Aber wie ist es eigentlich mit Experimenten am Gehirn? Noch halbwegs öffentlich präsent sind Körperprothesen. In derartigen Eingriffen wird ein unmittelbarer Nutzen für den Patienten gesehen. Es gibt auch einige Dokumentationen über Leute, die mit Hilfe eines Künstlichen Beines wieder das Laufen gelernt haben. Das eine derartige Technologie nur funktioniert, wenn die Beinprothese mit dem Gehirn verbunden ist dürften viele ahnen, aber es ist nichts, was man explizit diskutiert. Die Details überlässt man lieber den Ärzten.

Aber wie ist es eigentlich mit Eingriffen am Gehirn, die nichts mit Prothesen zu tun haben? Dieses Thema wird komplett tabuisiert, scheinbar ist die Forschung noch nicht soweit. Sucht man jedoch etwas genau in der Veröffentlichungen wird man das Gegenteil davon entdecken. Man könnte sagen, das Thema ist tief vergraben in der Medizin-Forschung in obskuren Fachzeitschriften die voll sind mit Begriffen die keiner kennt. Vermutlich ist diese Abgrenzung vom Mainstream so gewollt, weil man so unter sich bleiben kann.

Aber mal angenommen, die Forschung führt zu konkreten Resultaten, was könnte dabei herauskommen? Das menschliches Denken im Gehirn stattfindet ist inzwischen nachgewiesen. Alles was jemand weiß, denkt oder fühlt spiegelt sich in neuronaler Aktivität wieder. Angenommen es gelingt das Gehirn zu verstehen so wie man das Herz versteht, dann könnte man es transplantieren, erweitern und verbessern. Dadurch würde man einen Menschen in einen Roboter verwandeln.

Bauanleitung für eine Tarnkappe

Nach wie vor ist unklar, wie genau eine Tarnkappe technisch realisiert wird. Bei StarTrek verfügen die Klingonen über einer derartige Technologie welche unter einem Energieschild Dinge verbirgt. Im Real Life werden meist Spiegel oder Bildschirm einegesetzt womit das Licht um das Objekt herumgeleitet wird. Doch wirklich unsichtbar ist man damit nicht. Es gibt jedoch noch einen anderen Ansatz wie man unsichtbar wird. Und zwar gibt es das Phänomen, dass Drohnenpiloten automatisch anonym sind und damit ein klein wenig an Sichtbarkeit verlieren. Was ist damit gemeint? Nehmen wir mal an, jemand steuert eine Drohne vom Boden aus über Sicht. Wenn man diese Szene dadurch erfassen möchte, dass man die Kamera auf den Piloten richtet, hat man zwar eine schöne Aufnahme von einem Mann mit einer Fernsteuerung, aber wirklich erfasst hat man die Handlung von diesem Mann nicht. Er steht still, bewegt sich kaum, lediglich seine Finger drücken auf Knöpfe. Wollte man nur aufgrund dieser Frontalaufnahme eine Beschreibung abgeben, wäre sie höcht unzuverlässig. Der Mann hat zwar nicht wirklich eine Tarnkappe auf, aber filmen kann man ihn dennoh nicht.

Das eigentlich interessante ist hier die Drohne, welche in der Luft akrobatische Mannöver ausführt, sie muss man filmen um das wesentlichen zu erfassen. Aber auch die Drohne alleine macht nur das was der Pilot sagt. Man kann sagen, dass sobald jemand eine Drohne verwendet, es damit automatisch schwieriger ist hinter die Fassade zu blicken, so als ob Drohnen soziale Tarnkappen sind.

Interessanterweise kann man den Grad der Anonymität weiter erhöhen, indem man eine automatische Fernsteuerung verwendet, wo also kein Pilot erforderlich ist, sondern ein Algoirhtmus die Aktionen der Drohne bestimmt. Dann gibt es keine Person mehr die man noch tracken könnte, sondern es gibt nur einen Programmierer der irgendwann mal die Software geschrieben hat. Sowohl dieser Programmierer als auch die Drone sind fast komplett anonym, also unsichtbar.

Klassische Deanonymisierung basiert darauf, dass man Spuren zurückverfolgt und mit einer Person verknüpft. Gelingt dies auch mit Dronen? Man kann zwar genau sagen wo die Drone gerade ist, oder welchen Name der Drohnenpiloten hat, aber Deanonymisierung ist das nicht. Dazu müsste man dem Piloten sein Spielzeug wegnehmen, erst dadurch ist er wieder nackt. Im Fall einer manuellen Steuerung geht das relativ simpel dadurch dass man den Funkverkehr stört, wenn es sich jedoch um eine Autonome Drohne handelt ist nicht möglich, weil dort ohnehin keine Verbindung zwischen Pilot und Drone besteht.

Die Hypothese lautet, dass Dronen und Künstliche Intelligenz erfunden werden als Ersatz für eine Tarnkappe. Sie dienen dazu, Handlung und Person voneinander zu trennen und ein Tracking zu erschweren.