Ist Raumfahrt möglich?

Wer schonmal in den abendlichen Sternenhimmel geblickt hat, wird sich gefragt haben ob es möglich ist zu den Sternen aufzubrechen. Immerhin verfügt die Menschheit heutzutage über leistungsfähige Flugzeuge, Raketen und Ballone. Mit einem dieser Transportmittel müsste es also grundsätzlich möglich sein, eine Reise in den Weltraum zu unternehmen. Wenn man jedoch etwas näher die Realisierbarkeit dieser kühnen Idee überprüft stößt man auf allerhand technische Schwierigkeiten. Mit einer simplen Kanonenkugel so wie es Jules Verne beschrieben hat, kann man jedenfalls nicht in den Weltraum vordringen. Zu groß wären beim Start die Rückstoßkräfte und auch die Reichweite einer Kanonenkugel ist zu gering. Noch halbwegs überschaubar ist das Ziel in die Stratosphäre vorzudringen, also in eine Höhe von 20 Kilometern. Sogar als normaler Tourist kann man gegen die Bezahlung von 20000 EUR eine derartige Reise unternehmen und zwar mit Hilfe einer russischen Mig 29. Sogenannte Stratosphärenflüge kann jeder buchen, der körperlich fit ist und sich auf der Rückbank eines Überschallflugzeuges wohlfühlt.

Leider wird der russische Pilot auch gegen Bezahlung eines saftigen Extra-Obulus dem Wunsch nicht nachkommen wesentlich höher als 20 Kilometer aufzusteigen. Entweder weil es seine Vorschriften nicht zulassen oder schlichtweg weil er die Grenzen seines Flugzeuges kennt. Eine Mig 29 ist eben kein Weltraumgleiter, man kann damit zwar Loopings und Höhenflüge unternehmen aber nicht auf 50 Kilometer und höher vorstoßen.

Die Schwierigkeit besteht darin, dass in der oberen Erdatmosphäre wegen der geringen Dichte der Teilchen der Rückstoß einer Rakete nur mit geringer Effizienz funktioniert. Aber womöglich kann man mit stärkeren Antrieben die irdische Schwerkraft überwinden? Eine Rakate wäre das geeignete Mittel für eine Weltraumfahrt.

Bis heute gilt die Frage als offen, ob es möglich ist, mit einer Amteurrakete in den Weltraum vorzudringen. In der Theorie wäre es mit einer mehrstufigen Flussigkeitstreibstoffrakete möglich die Erdanziehung zu überwinden um damit auf orbitale Höhen vorzustoßen und von dort weiter zu Nachbarplaneten wie Mond und Venus. Zumindest in der Science-Fiktion Literatur funktioniert dieses Verfahren ausgezeichnet.

Unbeantwortet ist jedoch die Frage was Raketen im Real life zu leisten im Stande sind. Als gesichert gilt, dass Raketen ähnlich wie Jet-Flugzeuge in der Lage sind, große Distanzen auf der Erde zurückzulegen. Man kann sie von einem Startplatz aus abfeuern und wenn das Leitwerk korrekt ausgerichtet ist, fliegen sie in einem Halbkreis 1000 Kilometer und weiter in ein unbewohntes Zielgebiet wo sie dann aufschlagen. Offen ist hingegen die Frage ob man Raketen auch in die Höhe schicken kann. Also nicht 1000 Kilometer über Boden zurücklegen, sondern die 1000 Kilometer direkt nach oben in den Himmel vordringen.

Es gibt zu dieser Fragestellung einige wichtige gescheiterte Projekte wovon das Spacex Projekt von Elon Musk das bekannteste ist. Seine Falcon 1 Rakete hatte eine Länge von 21 Meter und einen Schub von 318 kn. Zum Vergleich, die V2 Rakete von Werner von Braun hatte eine Länge von 14 Meter und einen Schub von 250 kn. Laut Wikipedia waren die ersten drei Starts der Falcon 1 Rakete allesamt ein Mißerfolg. Das heißt, es ist nicht gelungen in den Weltraum vorzudringen. Vom Konzept her kann man die Falcon 1 Rakete als anspruchsvoll bezeichnen. Als Treibstoff wird flüssiger Sauerstoff und Kerosin verwendet, beides sind Chemikalien die sehr viel Energie besitzen.

Gehen wir mal vom worst-Case aus, dass es mit der Falcon 1 Rakete nicht gelingt in den Weltraum vorzustoßen. Wäre es möglich, eine stärkere Rakete mit besserem Treibstoff zu bauen, also einen Antrieb der mehr Schub entwickelt? Derzeit sieht es nicht danach aus. Das was die Falcon 1 als Treibstoff verwendet ist bereits die Oberklasse der Raketentreibstoffe, darüber kämen nur noch Nukleare Explosionen zum Einsatz die noch wesentlich mehr Leistung entfalten, jedoch radioaktiven Fallout verursachen. Man kann also sagen, dass man entweder mit der Falcon 1 bis in den Weltraum vorstoßen kann oder aber gar nicht. Auf https://www.bernd-leitenberger.de/falcon1.shtml gibt es Details, unter anderem ist auch ein eindrucksvolles Foto zu sehen, was die Falcon 1 auf einer Startrampe zeigt. Die Rakete sieht aus, wie ein übergroßes Projektil aus einer Handfeuerwaffe.

Schaut man sich die Falcon 1 näher an, und betrachtet die dahinterstehende Firma SpaceX so macht das alles ein gut durchdachten Eindruck. Da sind offenbar Leute am Werk die wissen was sie tun. Wenn es jemanden gelingt, bis in den Weltraum vorzustoßen, dann Elon Musk.

Leider verliefen die ersten Starts alles andere als überzeugend. Immer wieder gab es technische Probleme. Manchmal war ein defektes Ventil in der Treibstoffversorgung die Ursache, dann wiederum gab es Computerprobleme. Der eihzige Ort wo die Falcon Rakete halbwegs stabil funktioniert ist noch im Probebetrieb in der Testanlage, wo kurz der Raketenmotor gezündet wird, und dann wieder gestoppt wird. Das zumindest hat die Frima SpaceX im Griff. Sobald jedoch ein Probeflug ansteht, der womöglich noch in den Weltraum geht ist es praktisch unberechenbar was passiert. Im Worst-Case explodiert das ganze Ungetüm in der Luft, wie bei einem Feuerwerk zu Kirmes.

Zur Interpretation des Vorhabens gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder kann man optimistischerweise von kleineren Problemen ausgehen, die in späteren Versionen behoben sind oder aber die Raketentechnik an sich ist zu fehleranfällig um damit in den Weltraum vorzudringen. Nehmen wir mal an, dass Elon Musk die Probleme nicht in den Griff bekommt, dann steht kein Transportmittel zur Verfügung für die Weltraumfahrt. Aus dem eingangs erwähnten Wunsch zu den Sternen zu reisen wird dann leider nichts. Im Grunde bleibt dann nur die Phantasie übrig, das heißt, man kann sich vorstellen wie es wäre auf einem fliegenden Teppich immer höher zu steigen und von dort aus dann zu fernen Planeten zu reisen. Bis zum Mond, um dort außerirdische Wesen zu treffen, die eine völlig andere Sprache sprechen.

EINIGE DETAILS
Das Grundproblem mit Raketentriebwerken besteht darin, dass der Schub abhängig ist von der Luftdichte. Je höher man steigt, desto geringer wird die Luftdichte und die Effizienz der Rakete sinkt. Auf http://walter.bislins.ch/aviatik/index.asp?page=Berechnung+von+Schub+und+Gegenschub#H_Einfluss_von_Geschwindigkeit.2C_Luftdichte_und_Temperatur_auf_den_Schub heißt es:

„Der Brutto-Schub des Triebwerks nimmt proportional mit der Luftdichte ab.“

Gleichzeitig sinkt in der Stratosphäre der Luftdruck jedoch fast auf null. Womöglich ist das das Problem an dem die Falcon 1 gescheitert ist. Um in den Weltraum vorzustoßen, bräuchte man ein Triebwerk was auch bei geringer Luftdichte noch effizient arbeitet. Ein solches Triebwerk existert derzeit nicht, allenfalls in der Science-Fiktion Literatur werden solche Konzepte unter der Bezeichnung Anti-Gravitation diskutiert. Wo man also die Erdanziehungskraft überwindet ohne das Rückstoßprinzip einer Rakete zu verwenden.

Zum Glück wird beim beliebten PC-Spiel „Kerbal Space Program“ die Luftdichte nicht berücksichtigt. Dort heißt es in einem Tutorial lapidar, dass die geringere Luftdichte dafür sorgt, dass die Beschleunigung der Rakete leichter fällt und man damit in großer Höhe sogar noch die Beschleunigung erhöhen kann wodurch die Rakete immer schneller wird auf dem Weg in den Weltraum. Nun ja, in der Simulation funktioniert es ausgezeichnet, im „Kerbal Space Program“ kann man schön den Raketenstart durchführen bis in den Erdorbit und darüberhinaus. Aber bekanntlich gibt es dort auch Explosionen im Weltraum zu sehen, was physikalisch nicht möglich ist, da dort kein Sauerstoff vorhanden ist.

REALE STRATOSPHÄRENFLÜGE
Schauen wir uns die Stratosphärenflüge in einer Mig-29 etwas genauer an. Bei Youtube gibt es mehrere Videos die das Unternehmen in HD zeigen. Zu sehen ist ein etwa ängstlich dreinblickender Passagier auf der Rückbank, der eine Sauerstoffmaske umhat und der den Eindruck macht, als würde er sich gleich übergeben während man aus dem Off den Piloten der Maschine hört, der gerade freudig den dritten Looping ankündigt und es gar nicht erwarten kann bis auf 20 km aufzusteigen. Halbwegs sicher scheinen die Flüge zu sein, sonst gäbe es wohl keine Nachfrage danach. Und technisch sind sie ebenfalls auf der Höhe der Zeit. Doch wenn man etwas genauer hinschaut wird man feststellen, dass es dennoch sehr riskant ist. Im Grunde hat man in der Mig-29 nicht sehr viel Platz, man sitzt eingezwängt in einem Cockpit und die Außenhat das Flugzeuges ist nur wenige Zentimeter dick. Danach ist dann bereits das Außen, also die Atmosphäre bzw. der Weltraum.

Obwohl langjährige Piloten den Eindruck vermitteln man können es lernen einen Kampfjet zu fliegen und man würde irgendwann sogar Spaß dabei haben, ist weder die große Höhe noch die hohe Geschwindigkeit für Menschen gemacht. Das ganze ist Stress pur, so ähnlich als wenn man eine Achterbahnfahrt macht. Es werden dabei Stresshormone ausgeschüttet und das geht auch bei häufiger Wiederholung nicht weg. Ist es vorstellbar, dass man in Zukunft noch höher und noch weiter fliegt? Eher kaum. Vielmehr ist der Stratosphärenflug in einer Mig-29 eine äußere Grenze. Das heißt, man geht bewusst ans Limit.

Das interessante an einem Mig-29 Stratosphärenflug ist, dass er sich stark von dem unterscheidet was in der Science-Fiktion Literatur als Weltraumflug beschrieben wird. Der Grund ist, dass man strikt zwischen Phantasie und Realität unterscheiden muss. In der Phantasie eines Jules Verne oder eines Gene Roddenberry ist Raumfahrt eine wissenschaftliche Sache, die ähnlich abläuft wie eine Kreuzfahrt. Wo es also einen privaten Steward gibt und wo man die Reise genießt. Während ein echter Flug mit einer Mig-29 eher wie die Bezwingung des Mount Evererst abläuft, das heißt man hat Atemprobleme, der Blutdruck steigt an, vielleicht muss man sich sogar übergeben.

Man könnte jetzt vielleicht einwenden, dass das ein menschliches Problem ist. Das es also Leute gibt, die an Flugangst leiden. Schaut man jedoch nur das Flugzeug als solches an, so sind auch für die Technik die großen Höhen ein Problem. Die Belastung für das Flugzeug um in die Stratophäre vorzudringen ist enorm, der Kraftstoffverbrauch ebenfalls. Und nach mehrmaligem Gebrauch ermüdet das Material. Selbst wenn man die Mig-29 unbemannt steuern würde, wäre es eine Grenzerfahrung.

Derzeit ist die technische Entwicklung noch nicht so weit vorgedrungen um Weltraumflüge mit einer Rakete durchzuführen. Vielleicht wird es niemals gelingen. Mit der heute üblichen Raketentechnik wird es jedenfalls nicht gelingen in eine Höhe von 50 Kilometer und mehr zu fliegen. Neuartige verbesserte Antriebe werden zwar von der Wissenschaft interessiert diskutiert, aber Konzepte wie der Warp-Antrieb oder elektrische Antriebe befinden sic noch in einem frühen Stadium. Und selbst wenn sie eines Tages Wirklichkeit werden ist es fraglich ob damit ein Vorstoß in den Weltraum realitisch wird.

FORTSCHRITT
Da die erhofften Durchbrüche in Sachen Raumfahrt bisher ausbleiben stellt sich die Frage, was stattdessen die Herausforderung ist. Soll man womöglich ältere Technik wie das Segelboot und Luftschiff neu entdecken und sich vorstellen, es gäbe noch etwas zu entdecken obwohl natürlich jeder weiß Amerika längst entdeckt wurde? Natürlich nicht, man kann die Grenzen des Machbaren nur einmal aufstoßen. Die Antwort auf das Dilemma in Sachen Raumfahrt lautet, dass man sich ein anderes Gebiet suchen muss, was erstens noch unerschlossen ist aber dafür erfolgversprechender ist. Dieses Gebiet wäre die Künstliche Intelligenz. Es handelt sich um eine Disziplin die bis heute weitestgehend unerforscht ist, wo es aber gleichzeitig noch viel zu entdecken gibt. Der Vorteil in der Künstlichen Intelligenz besteht darin, dass es keine Naturgesetze zu beachten gilt. Man ist hier wesentlich freier was die Umsetzung von Ideen betrifft.

Dennoch gilt es auch bei im Fachgebiet der Künstlichen Intelligenz eine Base-line zu überwinden gegen die man arbeitet. Und zwar bemisst sich dieser im Urteil des kritischen Fachpublikums. Dieser Wertmaßstab ist zwar keine mathematische Formel wie z.B. die Raketengleichung ist aber nichts desto trotz sehr wirkmächtig. Das heißt, es ist selbst für Außenstehende relativ leicht möglich den Wert einer Robotik-Software einzuschätzen während es ungleich schwerer ist, eine zu programmieren. Während Raketenbauer gegen die Naturwissenschaft ankämpfen, sind Erfinder von Künstlicher Intelligenz dem fachkundigen Urteil der Kunstszene ausgesetzt. Künstliche Intelligenz ist zwar keine ernste Naturwissenschaft wie der Flugzeugbau kann aber nichts desto trotz mit wissenschaftlichen Methoden (Experiment, Wiederholbarkeit, Theorie) durchgeführt werden.

Im Grunde ist das die Antwort die im Film „Truman Show“ gegen Ende offengelassen wurde. Was soll Truman Burbank denn machen, wenn er entdeckt, dass seine physikalische Welt begrenzt ist? Richtig, er muss sich etwas ausdenken was keine Grenze hat. Also ein System was nur in der Phantasie existiert, eine virtuelle Realität bzw. eine künstliche Intelligenz die auf Naturgesetze nicht angewiesen ist.

Erinnern wir uns an die berühmte Szene als er sich aufmachte mit dem Segelboot ins Unbekannte vorzudringen. Natürlich hat Burbank geahnt, dass es nicht funktionierend wird. Er wusste, dass der Mast seines Schiffes irgendwann gegen die Grenze stößt. Als er das Ergebnis dann in Echt sah fühlte er sich bestätigt, aber etwas neues hatte er dabei nicht gelernt. Selbst wenn Truman das Boot nochmal zurückgesetzt hätte wäre er beim zweiten Versuch erneut durch die Wand gestoßen. Es spielt keine Rolle wie oft man es wiederholt, an der Realität kann er nichts ändern. Die Frage ist weniger, ob die Welt von Truman begrenzt ist, sondern die Frage ist wie der einzelne damit umgeht. Es geht darum, über diese Grenze hinauszuwachsen, so ähnlich als wenn man in einem Labyrinth eine Sackgasse erkundet. Man erkennt das Problem, bezeichnet die Stelle als Sackgasse und setzt dann seine Suche nach Futter fort.

Richtig ist, dass die Welt von Truman Burbank begrenzt ist. Sie war als Fernsehshow konzipiert, hatte eine physische Grenze und die Rollen der Schauspieler waren gescripted. Falsch ist es jedoch, diese Grenze stellvertretend für das ganze zu betrachten. Denn die Welt enthält trotzdem noch Dinge wie Zeitungen, Bücher, Schokoriegel, einen Spaziergang im Park usw. Richtig ist nur, dass Burbank in seiner kleinen Welt kein Seefahrer werden kann. Das hat er gegen Ende des Films selbst erkannt, es wurde ihm in der Schule aber auch schon beigebracht.

Wie man die Kosten im Weltraum senken kann

Raumfahrt gehört zu den teuersten Disziplinen überhaupt. Häufig geht es um Milliardenbeträge für die Starts von Satelliten. Es gibt jedoch eine Methode, wie man die Kosten drastisch reduzieren kann. Das Google Loon Projekt hat sich bereits damit intensiver beschäftigt. Entstanden sind dabei Helium-Ballons die bis zu 100 Tage in der Stratosphäre bleiben können und Internet in entlegene Regionen bringen. Aber es geht noch besser. Im Rahmen des PasComSat Projektes https://en.wikipedia.org/wiki/PasComSat wurde in den 1960’er ein aufblasbarer Helium-Ballon entwickelt der mit Aluminium verstärkt wurde und bis zu 10 Jahre im Weltraum verbleiben kann. Wenn man diese Konstruktion mit einem UAV kombiniert hat man eine frei schwebende Plattform an die man eine LTE Funkstation plus Kamera dranhängen kann. Man braucht eine Art Blimp, der über Minirotoren gesteuert wird und die Position hält, während das Helium in dem Ballon für den nötigen Auftrieb sorgt. Kernstück ist jedoch nicht die Hardware, sondern wiedereinmal die Software. Ohne das entsprechende Computerprogramm kann der Ballon nicht autonom in der Luft verbleiben.

Wiehoch die Kosten eines solchen Luftschiffes sind ist unklar, aber ich würde mal schätzen dass es in der Summe nicht mehr als 50000 US$ sein dürften. Man platziert so einen Internetballon einfach über einem Kontinent wie Europa und kann dann alle Leute mit kostenlosem Internet versorgen. Gleichzeitig hat man von dort oben einen wunderbaren Ausblick. Aktuell ist das noch Zukunftsmusik. Das Google Loon Projekt ist noch in einem frühen Studium, und was damals im PascomSat Projekt genau erforscht wurde ist ohnehin unklar. Fakt ist nur, dass es bis heute keinen Opensource Ballon-Satelliten gibt. Es gibt da also noch viel zu forschen. Das fertige Projekt dürfte dann aus einer Mischung aus Bauanleitung für den Ballon selber plus dem entsprechenden Sourcecode für den Microcontroller bestehen. Erst damit kann man Projekt reproduzieren.

Vom Prinzip her könnte man damit Großprojekte der NASA überflüssig machen, und seinen eigenen OpenHardware Amateuer-Ballon in den Weltraum senden. Natürlich angetrieben mit Linux als Betriebssystem.

Eine vereinfachte Version gibt es bereits. Sogeannnte UAV Blimps werden im Modellflugbereich seit längerem getestet. Im Grunde ist das Prinzip abgeleitet von einem normalen UAV, nur mit dem Unterschied dass die Rotoren viel weniger Schub erzeugen und damit auch weniger Strom benötigen. Der Grund ist, dass die Last vom Helium getragen wird, und die Rotoren nur die Mikroposition sicherstellen. Während normale Dronen nach maximal 30 Minuten landen müssen, können UAV Blimps mehrere Stunden in der Luft bleiben. Verwendet man Solarzellen sogar noch länger.

Die Hauptproblematik besteht im bereits erwähnten Softwareproblem. Bauartbedingt fliegen UAV Blimps unbemannt, das heißt es gibt keinen Piloten der die Rotoren in den Wind dreht. Überlicherweise behilft man sich mit einer Fernbedienung, wo also der Pilot am Boden verbleibt und von dort das Gefährt steuert. Dazu benötigt man jedoch permanent einen Operator vor Ort, der noch dazu auf Sicht des Blimps sein muss. Das schränkt die Verwenungsmöglichkeit natürlich ein. Große Höhe lassen sich damit nicht überwinden, nach spätestens 300 Meter kann man das Fluggerät mit bloßem Auge nicht mehr sehen, auch ist ein 24/7 Betrieb damit ausgeschlossen. Insofern ist die Grundvoraussetzung für autonome Blimps eine Control-Software, genauer gesagt eine Künstliche Intelligenz die den Blimp an der Zielposition halten kann, sowie Aufstieg und Landung übernimmt. Soetwas zu programmiere ist nicht simpel. Derzeit gibt es praktisch keine OpenSource Library die soetwas kann.

Böse formuliert, sind die meisten UAV Blimps die mit viel Ehrgeiz von Amateuren erstellt werden kompletter Unfug. Man kann einmalig ein wenig herumfliegen damit, stellt dann relativ schnell fest, dass man permanent einen Human-Operator an der Fernbedienung benötigt und weil keiner Lust hat, 24/7 ein Blimp-Pilot zu sein, schläft das Projekt rasch wieder ein. Hardwaremäßig ist die Technologie längst vorhanden: Heliumballons gibt es vom Hochzeitsveranstalter, Solarzellen kann man preiswert als Elektronik-Bedarf erwerben und kleine Steuerotoren sind ebenfalls für unter 1 Euro zu erhalten. Was noch fehlt ist die Software, erst damit hebt so ein Blimp so richtig ab.

Ein passendes Youtube Video gibt es auch schon:

Der Erfinder von dem solar-powered-Blimp behauptet, dass sein Fluggerät eine Revolution darstellt. Leider ist das zu optimistisch gedacht. Rein von der Mechanik her ist das Problem in der Tat gelöst: über die Solarzellen ist die Energieversorgung gesichert, das Helium hällt den Blimp sicher in der Luft, es kann auch nicht brennen wie bei den früheren Luftschiffen und die Reichweite ist unbegrenzt. Was der Erfinder jedoch wie alle anderen nicht bedacht ist das klitzekleine bisschen namens Software, was bei diesem Projekt geschätzt 95% der Entwicklungszeit ausmacht und aktuell noch nicht fertig ist. Das heißt, so wie der Blimp in dem Video gezeigt wird, ist es komplett unbrauchbar.

Ein ähnliches Problem gibt es mit dem folgenden Blimp

Auch der ist technisch in der Lage unendlich lange in der Luft zu bleiben. Und mit Sicherheit kann er auch eine kleine Last befördern. Wenn der Blimp nur 30 Minuten in der Luft bleiben soll, findet sich sicherlich ein interessierter Pilot der nach einer kurzen Eingewöhnung die Fernbedienung steuert wie ein Pro. Aber was ist, wenn der Pilot mal aufs Klo muss oder wenn er nach 1 Stunde dauerfliegen keine Lust mehr hat?

Die Zukunft der Raumfahrt

Die Raumfahrt der Zukunft ist vor allem preiswert. Das geht bei den Satelliten los, die man als Femto-Satellit auslegt und die weniger als 100 Gramm wiegen und wird bei den Raketen fortgeführt. Der sogenannte Wiki-Launcher ist ein Beispiel für eine Rakete die leichter ist als 100 kg aber dennoch einen Femtosatelliten in den Erdorbit bringen kann. Und es geht noch preiswerter. Wenn man einen Wetterbalon aufsteigen lässt und von dort eine Kleinstrakete abschießt mit einem Minisatelliten an Bord hat man ein Raumfahrtprogramm fast zum Nulltarif. Die Treibstoffkosten für die Rakete sind Minimal, die Baukosten für den Satelliten nicht der Rede wert und der Wetterballon steigt ebenfalls gratis in den Himmel. Warum wurde daran nicht schon länger geforscht, warum kommt man erst ganz langsam auf die Idee, dass man auch kleine Raketen bauen kann? Die Antwort hat etwas mit der Steuerung solcher Anlagen zu tun. Minisatelliten kann man nur über sehr kleine CPUs steuern, also eine Digitalsteuerung genauer gesagt ein Kleinstcomputer. Ohne solche Computer und ohne dessen Programmierung lassen sich derartige Projekte nicht durchführen. Und hier liegt die eigentliche Ursache warum MEMS Rockets erst seit ca. 2010 in der Fachliteratur erwähnt werden. Die Rahmfahrt welche davor durchgeführt wurde, war noch eine analoge Raumfahrt wo riesige Analog-Computer in die Raketen als Steuercomputer eingebaut wurden und wo teilweise sogar Menschen in die Reaketen gesetzt wurden, damit diese dann die Steuerung übernehmen. Es war weniger eine technische Erforderniss sondern eher das Selbstverständnis der Weltraumpoioniere.

Starts mit Mikroraketen hingegen hat nicht viel mit der klassischen Raumfahrt zu tun. Es gibt keine Bodenstation, keine NASA und auch keine Livebilder. Auch heute noch gelten Femtosatelliten als Spielerei für Armateure die nichts mit richtiger Raumfahrt zu tun haben.

Veralterte Computerausstattung bei der NASA

Die NASA sieht sich selbst gerne als technologisch führend, wo zuerst in Geheimprojekten Technologie entwickelt wird, die dann mit einer Sperrfrist von 20 Jahren auch im zivilen Sektor eingesetzt wird. Flankierend dazu gibt es auf Verschwörungswebseiten Erzählungen über geheime Weltraumprogramme, bei dem komplette Raumstationen unter einem Schutzschild im Erdorbit versteckt sind die weit über das hinausgehen was aktuell möglich zu sein scheint. Die Wahrheit ist viel banaler. Die strengen Geheimhaltungsvorschriften bei der NASA dienen weniger dazu Technologie von morgen zu schützen als vielmehr zu verheimlichen, dass die NASA abgewirftschaftet hat. Das Durchschnittsalter des NASA Personal war früher einmal bei 20 Jahren heute sitzen 60 jährige alte Männer hinter den Steuerpulten. In den meisten Raumsonden des JPL werden immernoch Prozessoren des Typs RTX2000 verbaut. Es handelt sich dabei um einen Stackprozessor ohne eigenes Betriebssystem. Es gibt für diesen Chip auch keinen C-Compiler, sondern die Software muss in Forth programmiert werden. Forth ist eine Programmiersprache welche eingesetzt wurde, bevor das erste UNIX erfunden wurde.

Aber auch die Laptops auf der ISS machen keine gute Figur in Sachen zukunftsfähigkeit. Dort ist entgegen anderslautender Berichte keineswegs ein Linux installiert, sondern das gute alte Windows XP läuft dort vor sich hin. Und zwar deswegen, weil dieses Betriebssystem auch bei der NASA Bodenstation genutzt wird und vermutlich auch von den NASA Veteranen privat, wenn sie zur Erholung eine Runde Solitär spielen. Zu moderner zeitgemäßer Technik fehlt der NASA jeder Bezug. Vielmehr hat man im Laufe der Jahre eine Furcht vor dem Neuen entwickelt. Das heißt, die NASA würde auch dann keine neuen Computer in ihre Weltraumteleskope einsetzen, wenn nachweislich das bestehende nicht mehr funktioniert. Die Idee lautet, dass man ja nichts verändern dürfte, und alles als Computermuseum betrachten müsse bei dem eine als positiv erlebte Zeit konserviert wird. Die größten Erfolge feierte die NASA in den 1960’er Jahren als sie wichtige Raummissionen in den Weltraum übernommen hat. Damals war die NASA als technologisch führend anerkannt. Die Idee lautet, dass man die Technik der 1960’er weiterverwendet in er Hoffnung damit etwas vom altigen Glanz retten zu können. Diese Falle führt dazu, dass die NASA an ihre einstigen Erfolge nicht mehr anknüpfen kann. Die aktuell betriebene ISS ist technisch wie wissenschaftlich wertlos. Sie ist bereits heute in einem ähnlichen Zustand wie die MIR kurz vor ihrem verglühen in der Atmosphäre. Es ist kein Zufall dass das private Weltraumunternehmen SpaceX den Platz der NASA eingenommen hat.

Aber wenn die NASA technologisch zurückgefallen ist, was sind dann die Best-Practices in Sachen Raumfahrt für die nächsten 50 Jahre? Die Antwort ist simpel: man muss den Weltraum als ein Computerspiel betrachten. Gaming-Technologie wie sie vom Endverbraucher verwendet wird muss an die Erfordernisse der Wissenschaft angepasst werden. Ein Raumschiff muss sich anfühlen wie eine fliegende Jukebox, wo aus fetten Lautsprechern Technomusik abestrahlt wird und eine Art von Max Headroom die Interaktion mit dem Operator übernimmt.

Interplanetare Raumfahrt mit Nanotechnologie

Große Raumschiffe haben Vorteile was die Reichweite betrifft. Je größer man eine Rakete baut, desto mehr Treibstoff kann man einfüllen und die maximale Reichweite erhöht sich. Wenn man hingegen die Abmessungen verkleinert sinkt überproportional die Leistung. Das ist auch der Grund dafür, warum nur sehr große Tiere wie der Wal in der Lage sind, lange Distanzen zurückzulegen, während kleine Fische wie die Forelle nur wenig Kilometer zurücklegt.

Aber, diese Schwierigkeit ergibt zugleich auch einen Anreiz über verbesserte Antriebssysteme nachzudenken. Das heißt, wenn man die Größe einer Rakete verkleinern möchte, muss man gleichzeitig über effizientere Triebwerke nachdenken um eine ähnliche Reichweite zu erzielen wie größere chemische Raketen. Anders ausgedrückt, die Entwicklung von MEMS Raketen ist technisch anspruchsvoller, erzeugt mehr Probleme aber genau deshalb steigt auch die Möglichkeiten zum Lernen von etwas neuen. Was kann im besten Fall bei so einem Technologieabenteuer herauskommen? Mit etwas Ehrgeiz kann man eine Rakete bauen, die nicht viel größer ist als eine Amateurrakete, die natürlich elektrisch betrieben wird und die zu einer Marsmission aufbricht um dort dann kleinst-Satelliten abzusetzen. Nicht mehr aber auch nicht weniger. Der Nachteil besteht darin, dass um so eine Rakete zu bauen, man zuvor noch viele andere Dinge entwickeln muss wie z.B. eine autonome Steuerung, die MEMS Technologie, den Ionenantrieb und winzig kleine Super-CPUs die fast keinen Strom benötigen. Anders ausgedrückt, das Bauen einer sehr kleinen Rakete dient hauptsächlich dazu, die technische Entwicklung an sich voranzutreiben.

Zukunft der Raumfahrt

Um es abzukürzen, die Raumfahrt hat keine Zukunft. Die Zeit der Entdeckungen ist vorbei, man kann nur einmal als erstes auf dem Mond landen. Um der Raumfahrt eine Fortschrittstreibende Bedeutung zuzumessen, muss man sich gedanklich in die Vergangenheit begeben. Vielleicht in die 1950’er. Damals hatte Raumfahrt eine Zukunft. Denn es war damals noch unklar wie man eine Raumstation baut, wie man andere Planeten besucht oder wie man Satelliten baut. Heute wissen wir es. Allerdings ist die unmittelbare Nachbarschaft der Erde inzwischen kartographiert und Leben gibt es auf dem Mond oder Mars auch keines. Neue Erkenntnisse über den Weltraum sind auch nicht zu erwarten und so fragt man sich welche Perspektive die NASA noch hat?

Leider gar keine. Selbst technologisch ist das was in Weltraummissionen verwendet wird, völlig veraltet. Bei der hochgelobten Deep-Space-1 Mission kam im Jahr 1998 beispielsweise ein RAD6000 CPU zum Einsatz. Das ist für die NASA so eine Art von workhorse was in vielen Missionen eingesetzt wird. Die leistung dieser weltraumtauglichen CPU ist weitaus niedriger als bei einem raspberry PI. Selbst ein Computerspiel wie Doom würde darauf nicht laufen. Zum damaligen Zeitpunkt war die RAD6000 CPU jedoch das leistungsfähigste Modell was man hatte. Das Problem liegt schlichtweg darin, dass man in einer Raumsonde nur sehr wenig Strom hat, dass die CPU gehärtet sein muss gegen Strahlung, und dass die Innovationszyklen in der Raumfahrt sehr langsam laufen.

Wird sich daran in Zukunft etwas ändern? Wohl kaum, auch Raummissionen der Zuukunft werden mit altersschwachen CPUs durchgeführt werden, und die Verwendung eines Großcomputers auf der Erde der Signale zum Raumsonde sendet geht auch nicht, weil dafür die Distanzen zu groß sind. Aber was noch schwerer wiegt: selbst wenn man eine Raumsonde mit einer modernen Intel Core i7 Gamer-CPU ausstatten könnte, würde es nichts bringen, weil man auf dem Mond oder Mars ohnehin nichts sinnvolles mit einem Roboter anstellen kann. Weitere Distanzen zu anderen Planeten kann man auch nicht überwinden (Konstanz der Lichtgeschwindigkeit) und selbst die Utopie mittels Laser und Sonnensegel in eine Nachbargalaxie vorzustoßen würde selbst im Erfolgsfall keine neue Erkenntnisse bringen. Das dort kein intelligentes Leben ist, wissen wir durch die Teleskope und Radiomessungen ohnehin.

Offiziell lässt die NASA nach wie vor verlautbaren dass die große Pläne hat, neue Antriebskonzepte erforschen will und unbemannte Missionen mit mehreren Raumsonden durchführen möchte. Tatsächlich ist die Raumfahrt in einer schweren Krise. Menschen in den Weltraum zu schicken ist zwar möglich, ist aber viel zu teuer. Roboter in den Weltraum zu schicken ist zwar billiger bringt aber nichts. Denn mal ehrlich, was genau hat das Mars Sojourner der Menschheit gebracht? Gar nichts.

Keineswegs ist Raumfahrt per se etwas schlechts. Geht man in den 1950’er Jahre zurück, war Raumfahrt das spannenste was man sich vorstellen konnte. Es gab viel zu erforschen. Aber heute? Selbst wenn man zig-Milliarden in die Raumfahrt geben würde, hätte man im Erfolgsfall in 20 Jahren eine bemannte Mars-Mission. Wo also ein Amerikaner auf dem roten Planeten landet, dort Staub einsammelt, die Fahne in den Sand steckt und dann gesund und munter zurückkommt. Irgendwas bringen würde das nichts. Es handelt sich hier um eine Mission, die extrem risikoreich in Sachen Kosten ist, auf der anderen Seite keinerlei Nutzen verspricht.

Natürlich hat die Raumfahrt generell betrachtet einen hohen Nutzen. Durch Satelliten im Weltraum ist beispielsweise heute weltweite Telekommunikation möglich, und wenn Apollo 11 nicht gewesen wäre, so müsste man jetzt eine Mondmission durchführen nur um zu sehen ob es geht. Ferner waren Projekte wie Voyager 1 sicherllich eine gute Sache. Aber das sind alles Erfolge der Vergangenheit. Relevant ist jedoch nur die Gegenwart und das Morgen, weil man hier Entscheidungen treffen kann. Und zu glauben, dass man die Erfolge der Vergangenheit wiederholen kann ist ein Trugschluss. Die Zeit der Raumfahrt ist vorbei, die Wünsche sind realisiert worden.

Ernüchternd ist die Erkenntnis dass es außerhalb der Erde kein Leben gibt. Gäbe es auf dem Mond Wasser und Bäume, könnte man überlegen dort eine Kolonie zu errichten. Gäbe es auf dem Jupiter bakterielles Leben, könnte man es erforschen. Gäbe es Radiosignale mit intelligenten Botschaften aus anderen Sonnensystemen könnte man Kontakt aufnehmen. Aber nichts davon existiert. Es wurde kein Anzeichen für Leben gefunden, und das bedeutet nichts anderes, als dass jede Form von Raumfahrt die in den nächsten 50 Jahren möglich wäre, daran auch nichts ändern wird. Man kann den Mond noch dutzendmal besuchen, das Ergebnis dass es sich um einen trostlosen Planeten handelt wird das selbe sein.

Ich glaube, man sollte unterscheiden zwischen Raumfahrt einerseits (das was die NASA macht) und Astronomie. Astronomie ist die Wissenschaft von der Erforschung des Weltraums. Also das Erstellen von Sternenkarten oder das Entwickeln von Hypothesen über den Urknall. Diese Wissenschaft hat wie jede andere Wissenschaft ihre Daseinsberechtigung, man kann hier neue Erkenntnisse gewinnen. Auf der anderen Seite gibt es noch die Raumfahrt, welche praktisch orientiert ist, wo es also darum geht, Raumschiffe zu bauen, Menschen in den Weltraum zu schicken oder Nutzlasten zur ISS zu transportieren. Diese Fragen haben mit Wissenschaft nicht das geringste zu tun. Es wird nichts erforscht, sondern es wird ein wirtschaftlicher Komplex am Laufen gehalten.

Die Gesamtausgaben für die ISS Raumstation betrugen bereits 150 Milliarden US$. Einen wissenschaftlichen Nutzen gab es keinen. Hätte man dieses Geld nicht eher in die Forschung stecken sollen? Also anstatt eine Raumstation zu bauen, lieber Grundlagenforschung zu betreiben? Ich sage ja. Das Problem ist, dass die NASA niemals eine wissenschaftliche Organisation war, sondern sich dem Machen verpflichtet fühlt. Immer ging es darum, irgendwelche Projekte durchzuführen, Menschen ins All zu schicken, Bodenproben zu sammeln. Das war das erklärte Ziel der NASA. Nur was bringt das? Ein gutes Beispiel ist wohl die Apollo Mission. Der erste Mann auf dem Mond in Apollo 11 hatte durchaus noch einen wissenschaftlichen Nutzen. Es war der Beweis, dass es grundsätzlich möglich ist. Aber die Folgemissionen Apollo 12 usw, hatten mit Wissenschaft nichts mehr zu tun. Es war lediglich die Freude an einer funktionierenden NASA Machinerie. Das also alle Mitarbeiter gut zusammenarbeiten, in der Lage sind ein Projekt durchzuziehen und ausgelastet sind. Genausogut hätte die NASA auch einen olympischen Wettbewerb austragen können und sich darüber freuen, dass er so gut beim Publikum ankommt. Das wäre zwar ein erfolgreiches Projekt gewesen, aber eben kein wissenschaftliches Projekt.

KALTER KRIEG
Um zu verstehen, warum die NASA gegründet wurde, muss man in den kalten Krieg zurückgehen. Ursprünglich wurden die Trägerraketen für militärische Aufgaben (Atombombe über weite Distanzen zu verschießen) entwickelt. Die zivile Raumfahrt wurde als Alibiprojekt betrieben um die Entwicklung von Raketen zu begründen. Aus Sicht der 1950’er machte diese Symbiose Sinn. Einerseits gab es wissenschaftliche Fragestellungen wie „Gibt es Wasser auf dem Mond?“ andererseits benötigte das Militär Raketen.

Heute ist jedoch die Lage eine andere. Wissenschaftliche Fragestellungen gibt es keine mehr, und das Militär besitzt inzwischen leistungsfähige Raketen. Das heißt, der NASA fehlt es an Legitimation. Noch immer wird so getan, als gäbe es im Weltraum irgendwas zu erforschen. Aber schauen wir uns dochmal die konkreten Pläne der NASA an: sie wollen eine Mondbasis bauen und sie wollen den Mars mit Menschen besuchen. Macht das für jemanden noch Sinn? Wie es auf dem Mars aussieht wissen wir. Es gibt umfangreiches Videomaterial, Bodenproben und Beobachtungen durch Teleskope. Auf dem Mars gibt es keinerlei Städte von alten Kulturen, keinerlei höhere Lebensformen. Lediglich einige Details sind noch offen wie die Frage ob es dort Wasser gibt, und ob möglicherweise in der Vergangenheit dort Leben existierte. Aber, das sind keine wichtigen Fragen, die irgendwas verändern würden wenn man sie beantwortet. Und außerdem würde eine Mars Mission der NASA diese Fragen ohnehin nicht beantworten können.

Überlegen wir doch einmal, was man mit dem Geld hätte anfangen könnten das zum Bau der ISS verschleudert wurde. Man hätte mit den 200 Mrd US$ beispielsweise die komplette Erde mit Fiber-to-the-Home ausstatten können. Für Deutschland würden Kosten entstehen von einmalig 30 Mrd. EUR. Hätte man das gemacht und auf die ISS verzichtet, wäre ein Nutzen vorhanden. Nicht nur die Wissenschaft würde profitieren, die teilweise nach wie vor mit ISDN Geschwindigkeit Paper aus dem Netz saugt, sondern auch die meisten Privatleute hätten einen Nutzen davon. Oder man hätte mit dem Geld Bibliotheken digitalisieren können, was ebenfalls einen wissenschaftlichen Nutzen bringt. Kurz gesagt, es gibt viele interessante Projekte die sehr teuer sind und die einen Nutzen versprechen. Das Geld der NASA zu geben ist hingegen ein Fehler.

Selbst wenn man daran interessiert ist, ob es intelligentes Leben im Weltraum gibt, wäre die NASA unfähig das zu beantworten. Bekanntlich sind die Distanzen im Weltraum so groß, dass Raumschiffe ohnehin die Strecken nicht zurücklegen könnten. Man müsste stattdessen eine Technologie weiterentwickeln wie die Lasertechnik oder die Radioastronomie. Es ist eine Technologie die nichts zu tun hat mit Mondbesiedelung oder funktionierenden Weltraumtoiletten, sondern es wäre Grundlagentechnik die dazu führt, dass man auf der Erde Teleskope baut oder Subraum-Nachrichten versendet. Obwohl die Suche nach außerirdischem Leben mittels SETI umstritten ist, handelt es sich doch zumindest um ein wissenschaftliches Projekt mit einem klaren Ziel. Man kann jetzt darüber streiten, wieviel Geld man dafür aufwenden möchte, aber immerhin steckt dahinter eine Utopie. Die NASA hingegen hat gar keine Ziele. Die NASA lebt in der Vergangenheit und legitimiert sich dadurch, dass sie in den 1950’er Jahren eine Zukunft hatte. Das einzige was die NASA macht ist es, immer neue Arten von Raumsonden in den Weltraum zu schicken und immer neue Formen von Raketen zu testen, in der absurden Vorstellung, das wäre Fortschritt.

Einige behaupten, es gäbe einige wenige gescheiterte NASA Projekte wie die Challanger Explosion oder Apollo 13. Tatsächlich ist jedoch insgesamt ein Fail, jedenfalls wenn man eine Kosten-Nutzen-Analyse betreibt. Vielleicht ein Detail dazu: einerseits baut man komplexe Raumsonden, um auf einem Astroiden zu landen, Gesteinproben zu nehmen und diese zur Erde zu bringen. Auf der anderen Seite gibt es genug abgestürzte Astroiden auf der Erde, wo man das Gestein nur einsammeln braucht, wenn man es untersuchen möchte. Die Frage ist weniger, wie man die Raumfahrt preiswerter gestalten kann, sondern die Frage ist wie man komplett darauf verzichtet.

Hier noch ein weiterer Fail der NASA. Im Jahr 2011 hat ein Amateur einen Wetterballon mit einem iphone in die Erdatmosphäre geschickt. Die Kosten für den Steuerzahler damals waren gleich Null. Die Bilder die dabei entstanden waren von der selben Qualität wie sie die NASA auch lieferte, nur mit dem Unterschied, dass die NASA weitaus mehr Aufwand treibt mit all den Raumschiffen. Würde es wirklich nur darum gehen, wissenschaftliche Erkenntnisse oder Videomaterial aus dem Weltraum zu bekommen, bräuchte man die NASA gar nicht.

Keine Zukunft für die NASA

In den Medien wird die ISS Raumstation immernoch als Wunderwerk der Technik angeprisen. Dabei wird vergessen, dass ab dem Jahr 2020 die veranschlagte Lebensdauer zu Ende ist und dann die Station entweder evakuiert wird, oder ähnlich wie die MIR solange weiterbetrieben wird, bis es nicht mehr geht. Ein Rückblick auf die Geschichte der ISS ergibt, dass die Schwierigkeiten größer waren als die Erfolge. So ist bei einem Außeneinsatz der Helm eines Astronnauten mit Wasser vollgelaufen, so gab es Computerprobleme und einige Sojus-Transporte sind ebenfalls nicht pünktlich eingetroffen. Auf der anderen Seite ist der einzige nenneswerte wissenschaftliche Erfolg, ein Experiment bei Null-Schwerkraft gewesen, was in ein Paper gemündet hat, was heute keinen mehr interessiert. War es das wert? War es nötig, das Leben der Astronauten zu riskieren und Unsummen an Steuergeldern zu investieren nur um am ewiggestrigen Traum der friedlichen Besiedelung des Weltraums festzuhalten?

Ein Nachfolgeprojekt zur ISS ist derzeit nicht geplant, jedenfalls keine Raumstation die noch größer und schöner ist. Sondern allenfalls sollen kleinere Raumstationen in Planung sein, aber auch das ist nicht sicher. Der eigentliche Grund warum das ISS Projekt durchgeführt wurde, waren weniger militärische oder wissenschaftliche Fragestellungen sondern es ging einzig um die Idee als solche. Das also mehrere Nationen gemeinsam ein Raumfahrtprojekt durchführen und das im Weltraum tun, wozu sie auf der Erde nicht in der Lage sind: Frieden stiften.

Die Raumfahrt ist jedoch damit überfordert das zu tun, wofür eigentlich die Politik oder die UN verantwortlich ist. Vielmehr scheint die Zielsetzung der Välkerverständigung durch die Raumfahrt eine Art von Mantra zu sein um davon abzulenken, dass technologisch gesehen das Projekt ein Flop ist. Die Computer die auf der ISS eingesetzt werden, sind so alt, dass selbst Windows 95 darauf ruckelt, und irgendwelche außerirdischen Besucher hat man dort im Weltraum auch nicht entdecken können. Größtenteils wurde das ISS Projekt als Selbstzweck betrieben. Einige vorsichtiger Kritiker sagen, dass die bemannte Raumfahrt ein Irrweg ist und man lieber auf Roboter hätte setzen sollen. Drastischer formuliert ist die These, dass Raumfahrt ingesamt ein Irrweg ist, egal ob bemannt oder unbemannt. Selbst wenn man auf die ISS Roboter hochschickt und keine Menschen gäbe es keinerlei wissenschaftlichen Nutzen. Die Kosten wären ähnlich hoch, allein ein simpler Versorgungsflug kostet unsummen. Auch die erhoffte Kommerzialisierung ist ausgeblieben, der Markt für Weltraumtourismus ist nicht groß genug außerdem ist das Risiko viel zu hoch, untrainierte Zivilisten in den Erdorbit zu schießen. Selbst für durchtraininerte Kampftaucher ist der Aufenthalt im Weltraum eine Belastungsprobe, warum soll man für Jedermann dies anbieten?

Das Hauptproblem mit der Erkundung des Weltraums ist, dass es dort oben nichts zu entdecken gibt. Der Weltraum selber besteht aus einem Vakuum, und die Planeten welche sich darin befinden sind unbewohnt. Desweiteren ist eine Kostenreduktion von Raketen nicht möglich, weil man zwingend immer die Schwerkraft der Erde überwinden muss, um Nutzlasten ins All zu bringen. Da die Kosten für Raketentreibstoff eine Konstante sind wird sich daran auch in 50 Jahren nichts ändern.

Ahders gesagt, der Bau der ISS war ein Fehler. Im Grunde waren die Erkenntnise welche man durch die MIR gesammelt hat, bereits ausreichend um zu erkennen, dass Raumstationen eine Sackgasse sind. Die Zukunft der NASA besteht keineswegs darin, den Mars zu besuchen oder neue Raumstationen zu bauen, sondern die Zukunft der NASA heißt: Rückbau. Am besten sollte die NASA überhaupt keine Raumflüge mehr durchführen, das Einsparpotential wäre imens. Geld, dass man für seriöse wissenschaftliche Projekte ausgeben könnte. Beispielsweise könnte man versuchen ähnlich wie das Facebook gerade macht, solargesteuerte Flugzeuge zu bauen, die große Landstriche mit Internet versorgen. Das ist zwar auch ein Projekt mit ungewissem Ausgang hat aber im günstigen Fall einen kommerziellen Nutzen. Von den Projekten die die NASA noch durchführen will, ist das ausgeschlossen. Selbst wenn die NASA erfolgreich einen Mann zum Mars bringt und wieder sicher zurück, wird das gar nichts verändern. Wie der Mars aussieht wissen wir längst, und dass der Bau des Raumschiffes zur Entwicklung neuer Antriebe führt ist nicht zu erwarten.

Auch die Idee die Raumfahrt zu kommerzialisieren bringt nichts. Die Raktenstarts von SpaceX mögen zwar spektakulär sein, aber welches langfristiges ZWeckk soll damit verfolgt werden? Geht es etwa darum, seltene Minerale vom Mond abzubauen und zur Erde zu schaffen? Oder sollen auf dem Mond Solaranlagen aufgebaut werden und die Energie irgendwie zur Erde geschafft werden? Fakt ist, dass es auf der Erde genug rohstoffe gibt und wenn man preiswerte Solarpanele entwickelt hat, kann man die viel preiswerter in einer Wüstenregion aufstellen anstatt sie erst zum Mond zu schaffen. Das einzige, was wirklich einen wissenschaftlichen Wert hat ist die Frage, ob wir allein sind im Weltraum, also ob es soetwas wie Außerirdische gibt auf anderen Planeten. Komischerweise forscht daran die NASA nicht und hat es auch nicht vor. Der Grund ist simpel: durch eine Raumstation oder durch eine Flug zum Mars lässt sich diese Frage nicht beantworten. Sondern im Grunde müsste man den Weltraum insgesamt erforschen also Exoplaneten untersuchen. Diese Fragestellung hat jedoch nichts mit Raumfahrt zu tun, sondern man müsste zunächst einmal Grundlagenforschung betreiben, also neuartige Antriebe entwickeln.

Die NASA hingegen versteht sich als Macher-Organisition. Sie lebt dafür Raketen in den Weltraum zu schießen mit Menschen an Bord oder unbemannt. Nur welchen Erkenntnisgewinn bringt das? Vielmehr scheint dieses „Rakete hochschießen“ eine Art von Ritual zu sein, was früher einmal etwas aufregendes war und seitdem so beibehalten wurde.