Reggae Tutorial für LMMS

Für Ubuntu Anwender gibt es mit LMMS ein äußerst leistungsfähiges Musikprogramm, dass seinem Vorbild FL Studio sehr nahekommt. Man hat dort nicht nur ein Notenblatt sondern kann auch unterschiedliche SF2-Instrumente (für Soundfont) einbinden. Von der Leistung her ist LMMS mit einem Luxus-Musik-Studio zu vergleichen, wo man also nicht nur ein High-End Keyboard, mehrere Gitarren sondern auch Mixer, Plugins und Drumcomputer nutzt. Leider bleibt nach wie vor die Frage offen wie man mit diesen Werkzeugen einen Song erstellt, also wo die Noten hinmüssen, damit es gut klingt. Im folgenden gibt es ein Tutorial zum Komponieren eines Reggae-Songs.

Zuerst benötigt man eine Akkordsequenz mit der man den eigentlichen Song erstellt. Eine wohlklingende Sequenz ist beispielsweise: D A b fis G D G A

Diese besteht aus 8 Akkorden wobei D = d-dur und fis=fis moll bedeutet. Es handelt sich um die international übliche Abkürzungen für das setzen von mehrstimmungen Noten. Von derartigen Akkordsequenzen gibt es noch viele weitere und die selbe Sequenz taucht in der unterschiedlichen Songs auf, ohne dass dies jemand als Plagiat bezeichnen würde.

Wenn man die Noten hintereinander schreibt und auf Play drückt, hört sich das zwar bereits nach einem harmonischen Gerüst an, allerdings fehlt noch der typische Reggae Drive. Den erreicht man dadurch, dass man die Noten nur kurz anspielt, verdoppelt und im Bass die selbe Note antippt.

Jetzt hört man nach dem Klick auf Play bereits einen Rhythmus, genannt Offbeat. Damit ist gemeint, dass auf Takt 1 der Bass zu hören ist, auf Takt 2 der eigentliche Ton, auf Takt 3 wieder der Bass und auf Takt 4 der Ton. Um das ganze noch mehr in Richtung Reggae zu justieren kann man jetzt noch kleinere Anpassungen an den Tondauern vornehmen.

Weil ein Klavier alleine noch etwas öde klingt, kann man ein zweites Instrument hinzunehmen. Klassischerweise ist das die Orgel, hier ist die gute alte Kirchenorgel das Instrument der Wahl. Diese wird als Echo zur Hauptstimme gespielt, so ähnlich wie man auch einen Bass einsetzen würde. Die Akkordfolge D A b fis G D G A bleibt die selbe, nur jetzt für die Organ:

Im Grunde ist damit der Song bereits fertig, wer möchte kann noch eine Drum darunterlegen um den Sound abzurunden oder noch eine Bassline hinzufügen.

Gibt es eine Bildungsbenachteiligung?

Wikipedia hat in einem längeren und gut recherchierten Artikel die wichtigsten Fakten rund um das Thema Bildungsbenachteiligung zusammengefasst, https://de.wikipedia.org/wiki/Bildungsbenachteiligung Im Kern geht es um den Zusammenhang, dass Kinder reicher Eltern eher aufs Gymansium gehen und folglich studieren, während das bei armen Familien nicht so ist. Derartige Studien gibt es auch aus den USA so dass man von einem internationalen Phänomen sprechen kann. Üblicherweise enden solche Diskurse damit, dass man eine Gauß Glockenkurve zeichnet dort dann die sozialen Gruppen einträgt und damit eine zutiefst ungerechte Gesellschaft beschreibt. Aber womöglich ist hier noch nicht das letzte Wort gesprochen, ich will versuchen den Diskurs weiterzudenken.

Richtig ist zunächst einmal dass es die im Wikipedia Artikel genannte Bildungsbenachteiligung gibt. Man muss ein Narr sein, wenn man versucht die Fakten zu leugnen. Und wenn man die Statistiken richtig auswertet wird man exakt das finden, was auch Sozialwissenschaftler entdeckt haben: dass die reichen Kinder aufs Gynmnasium gehen und die armen Kinder auf die Hauptschule. Wo man jedoch die Dinge unterschiedlich interpretieren kann dass ist die Frage nach dem Grund. Zunächst einmal ist festzuhalten, dass die Anzahl der Gymanasiuen eine knappe Größe ist, gleiches gilt für die Anzahl der Studienplätze. Wieviele Gymnasien und Universitäten es gibt ist eine poltische Entscheidung die durch finanzielle Rahmenbedingungen definiert ist. Und genau hier findet sich die Erklärung warum Ungerechtigkeit herscht. Die Ausgangslage ist folgende: für einen Jahrgang aus 100 Schülern gibt es 30 Plätze an Gymnasien, 50 Plätze an Hauptschulen und 20 Plätze an Sonderschulen. Die Frage ist nur noch, welches Kind auf welche Schule geht. Also werden objektive oder gerne auch weniger objektive Tests und Beurteilungen herangezogen um die Kinder auf die freien Plätze zu verteilen. Der Witz ist, dass bei diesem Zuteilungsspiel am Ende 70 Schüler garantiert nicht auf einem Gymnasium landen werden, weil das mathematisch gar nicht geht. Gerne wird argumentiert, es läge an den Personen selber, dass sie also in dem Test durchgefallen wären, doch die eigentliche Ursache ist, dass die Plätze an Gymnasien knapp sind und auch nicht erhöht werden können.

Hier http://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/statistik-so-viel-kosten-studenten-ihre-unis-pro-jahr-a-1078683.html gibt es eine Studie von Spiegel Online, die herausgefunden hat, dass ein Studienplatz im Fach Medizin für den Staat pro Jahr stolze 31690 EUR kostet. Keineswegs geht es darum, dass Medizin nur Leute studieren dürfen, die wirklich gut darin sind, sondern zunächst geht es darum, dass es nicht genug Plätze gibt für alle die gerne möchten. Man kann jetzt im Detail darüber philosophieren ob man die Auswahl anhand von Zensuren, IQ-Tests, mündliche Beurteilungen, Einkommen der Eltern oder wonach auch immer durchführt, Fakt ist jedoch, dass eine solche Auswahl durchgeführt wird weil man die Anzahl der Studienplätze nicht erhöhen kann.

Das Problem ist keineswegs neu. Im Mittelalter war es noch sehr viel extremer. Dort haben von 100 Bauern nur 1 die Schule besucht. Der Grund war, dass damals das Studieren noch um einiges teurer war als heute, und es die Gesellschaft es sich nicht leisten konnte, mal eben den kompletten Jahrgang zu Medizinern auszubilden. Damals wie heute haben Bildungsexperten versucht, aufgrund ihrer Erfahrung oder auch nur auf Gut Glück eine Auswahl zu treffen. Die Idee, damals wie heute war, dass das Studium am ehesten jene Leute überstehen, die genug finanzielle Rücklagen haben, die mit dem Bildungssystem vertraut sind, die die selbe Sprache sprechen usw.

Und jetzt kommt der Clou. Stellen wir uns mal vor, es gelingt die Kosten für ein Studium zu senken. Dadurch stehen nicht nur 10 Studienplätze bereit sondern 50. Was bedeutet das für die Gesellschaft? Es bedeutet, dass man die Standards absenken kann. Man also jeden durchwinkt der halbwegs nach Student aussieht. Egal ob er reich ist, egal ob er gute Noten hat, alles egal. Alles darf rein, heute ist Happy Hour. Ok, das war ein wenig flapsig formuliert, aber es zeigt auf, wie Bildungsbenachteiligung funktioniert bzw. wann sie nicht funktioniert.

Anders ausgedrückt, wenn eine Gesellschaft nicht fähig ist, die Kosten für das Gymnasium und für die Universitäten zu senken, ist diese Gesellschaft auf eine Bildungsbenachteilgung angewiesen. Sie entwickelt Auswahlprozesse um 90% der Bewerber abzulehnen. Wenn hingegen eine Gesellschaft aufgrund technischem Fortschritt und schlankerer Prozesse mehr Gymnasien und mehr Studiermöglichkeit bereitstellt, kann sie die Zugangsvoraussetzungen lockern. Bildungsbenachteilung überwindet man nicht wenn man beim Individuum ansetzt, also schwächeren Schülern erklärt wie Mathematik funktioniert, sondern Bildungsbenachteilgung überwindet man dadurch dass man Paper unter OpenAccess veröffentlicht, Vorlesungen ins Internet streamt, und Akademische Suchmaschinen einrichtet. Das Ziel ist nicht die Leute klüger zu machen, sondern das Ziel ist es, die Kosten für Bildung auf Null zu senken.

Spannend wird es, wenn man schaut wer sich gegen OpenAccess Ausspricht. Das sind Leute die ein Interesse daran haben, dass die Kosten für Bildung utopisch hoch bleiben. Das sind beispielsweise die meisten Informatiker, die in den ACM Journalen publizieren. Ein ACM Journal kann man nur lesen, wenn man es gegen viel Geld abboniert. Damit das eine Bibliothek bezahlen kann, muss sie sehr reich sein. Anders formuliert, ein ACM Journal ist ein knappes Wirtschaftsgut mit einem hohen Preis. Ein weiteres Beispiel was im Kontext von OpenAccess häufiger thematisiert wird ist der Elsevier Verlag. Auch dort sind die Preise sehr hoch und damit wird verhindert, dass man kostenlos auf Paper zugreifen kann. Anders formuliert, jene Gruppen welche heute reich sind, und gebildet haben ein Interesse daran, dass Bildung teuer bleibt. Sie profitieren davon dass die Gesellschaft gespalten ist und das man um Mediziner zu werden, man zuvor mehrere hunderttausend Euro ausgeben muss. Rein vom technischen her könnte man sowas sehr viel billiger machen. Man müsste nur die Paywalls abschalten, die Vorlesungen online stellen, und das ganze mittels Suchmaschinen indizieren und schon hätte man die Bildungsrevolution da. Komischerweise würde diese Revolution so ablaufen, ohne dass man auch nur einen Hauptschüler mehr fördern müsste, oder dass sich die Schüler mehr anstrengen würden, sondern man erhöht einfach das Angebot an Lehrmaterialien und die Bildung kommt von ganz allein.

Fragen wir dochmal die Vertreter oer Informatiker Vereinigung ACM warum die Paper nicht online im Netz stehen und warum die Vorlesungen nicht bei Youtube landen. Man wird uns erzählen, dass sich dadurch nichts ändern würde, dass die Leute die heute vom Bildungssystem ausgeschlossen sind keinen Nutzen davon hätten, wenn sie plötzlich 10 Mio ACM Paper lesen könnten. Selten so gelacht, natürlich würden sie davon profitieren. Sogar sehr stark weil es einen Nachhalebedarf und einen riesigen Wissensdurst gibt. Nur würde man das befriedigen wäre die Gesellschaft eine andere. Die Menschen wären stärker, gebildeter und aggressiver. Das Verhindern von OpenAccess ist Ausdruck von Macht. Genauer gesagt geht es um das Aufrechterhalten des Bildungsmonopols.

Und noch etwas ist erstaunlich: ausgerechnet jene Informatiker die das Internet erfunden haben, zeigen keinerlei Bereitschaft es zur Verbreitung von Wissen einzusetzen. Normalerweise sollte man der ACM Vereinigung unterstellen, dass sie Internet affin wäre, also die ersten wären, die ihre PDF Paper OpenAccess ins Netz stellen. Doch schaut man sich einmal die Bereitschaft der unterschiedlichen Disziplinen an, so sind es ausgrechnet die Alternatumsforscher und Soziologen die sich für OpenAccess erwärmen während die Informatik und Elektrotechnik überhaupt nichts davon hält Wissen der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Geht es womöglich hier um andere Interessen als nur um Wissencshaft? Geht es der ACM möpglicherweise um Herschaftssicherung? So nach dem Motto: was kümmert mich die Gesellschaft, solange Microsoft fette Gewinne abwirft.

Leute wie Linus Torvalds, Richard Stallman und Richard Price sind keineswegs Vordenker ihres Fachs, sondern es sind Außenseiter, ja Ketzer. Sie haben die komplette ACM gegen sich wenn sie auf der Bühne stehen und ihre Ideen vortragen. Das kann man gut an den Statistiken erkennen wenn man einmal nachschaut wieviele Paper aus der Informatik als OpenAccess veröffentlicht werden. Es sind verschwindend wenige. Die Idee dahinter ist simpel: um den eigenen Wissensvorsprung zu halten, wird die komplette Welt vom Wissen ausgeschlossen. Egoismus pur.

Im Internet gibt es einen netten Boykott Aufruf der von der ACM fordert die Paywall abzuschalten, http://teardownthispaywall.appspot.com/ Die Nutzerbeteiligung ist mäßig, aller Voraussicht nach wird er nichts bewirken. Ich habe dort unterzeichnet weil ich die Idee gut finde. Die Idee ist folgende: Bildungsungerechtigkeit wird verursacht durch zu hohe Kosten in der Bildung. Um diese Kosten zu senken muss man OpenAccess fördern. Und deshalb soll ACM ihre Paywall abschalten. Die Vereinigung der Informatiker wird darüber nur müde lächeln, weil sie mit dem Verkauf ihrer Journal viel Geld verdient und was noch wichtiger ist, eine ClosedAccess Kultur beibehält die unterscheidet zwischen Leuten mit Zugang und Leuten die davon augeschlossen sind. Das heißt, es gibt viele Firmen die davon profitieren und sich im jetzigen System eingerichtet habe. Bildungsungerechtigkeit ist eine direkte Folge von überteuerten ACM Journalen.

Schauen wir uns die ominöse ACM Library etwas genauer an. Man wird feststellen, dass nur die Hälfte der Suchergebnisse überhaupt als PDF im System hinterlegt ist. Wenn man sich so einen Treffer anschaut steht dort der Abstract, der Autorname und das wars dann. Das Paper ist in einer finsteren Bibliothek irgendwo am Ende der Welt und wurde nochnichtmal digitalisiert. Wie gesagt, wir reden hier von Papern aus dem Jahr 2010 im Fach Computerwissenschaft. Bei der anderen Hälfte der PDF wird zumindest angezeigt, dass die PDF Datei verfügbar ist, das heißt aber noch lange nicht, dass man sie auch herunterladen darf. Vielmehr wird man weitergeleitet zu der Paywall Abfrage wo man sich registrieren muss. Einige sagen, Elsevier wäre schon geldgierig, aber die haben noch nicht mit der ACM Bekanntschaft gemacht, dagegen ist Elsevier geradezu am Gemeinwohl orientiert.

Intelligenzquotient = Konkurrenzsituation

Der Grund warum es bei Studienplätzen einen Numerus Clausus gibt beschreibt https://zv.hochschulstart.de/index.php?id=42 so:

Die Auswahlgrenzen sind immer Endergebnisse bereits zurückliegender Konkurrenzsituationen und können Ihnen daher lediglich als Anhaltspunkt dienen, um Ihre Zulassungschancen in der Zukunft abzuschätzen.

Ausgehend von einem knappen Angebot an Studienplätzen für Humanmediziner wird dafür ein Mindestnote bestimmt die dazu führt, dass man sehr viele Bewerber ablehnen kann. Anstatt eines Numerus Clausus könnte man auch andere Bewertungsmaßstäbe nutzen, wie z.B. Empfehlungsschreiben, Einkommen der Eltern, ein Mensa IQ Test, Biographische Analysen und vieles mehr. Es läuft aber in jedem Fall darauf hinaus, dass man 90% mehr oder wenigen schonend beibringt, dass sie ungeeignet sind für ein Medizinstudium. Es ist schonmal ein richtiger Schritt, wenn man von einer Konkurrenzsiutation spricht, weil damit die Realität ganz gut beannt wurde. Das gleiches trifft übrigens zu beim Übergang von der Grundschule aufs Gymnasium. Auch dort konkurrieren die Schüler eines Jahrgangs um die knappen Ressourcen.

Die Frage ist nicht so sehr wie man als Student oder Schüler es fertigbringt die Anforderungen zu erfüllen, sondern worum es im kaputten bildungssystem wirklich geht ist das Angebot an Studienplätzen möglichst klein zu halten. Das geht beispeilsweise dadurch, dass man die überteuerten Zeitschriftenpreise des Springer Verlages bezahlt, was die Kosten für das Studium in die Höhe treiben. Oder indem man Vorlesungsmitschnitte verbietet. Anders gesagt, die Königsklasse in Sachen Planwirtschaft besteht darin, auch in Zukunft für eine massive Konkurrenz zu sorgen. In so einem Umfeld kann man dann wunderbar von den echten Problemen ablenken. Man sorgt stattdessen dafür, dass die Gymnasiasten und Hauptschüler kein Wort miteinander reden.

Der Witz ist, dass Bildung normalerweise nichts ist, womit man in Konkurrenz zueinander steht. Den selben Vorlesungsmitschnitt kann man dutzendfach kopieren, und das selbe Buch können unendlich viele Studenten lesen. Dadurch dass ein Video von mehr Leuten betrachtet wird, wird sein Wert nicht geringer. Ganz im Gegensatz zu Lebensmitteln, wo man dem anderen etwas wegessen kann. Trotzdem hat es das kaputte bildungssystem es geschaft Bildung zu verknappen, also ein freies Gut zu begrenzen und darauf aufbauend ein Geschäftsmodell zu entwickeln. Was würde passieren wenn sich OpenAccess durchsetzt? Nun, Elsevier würde seine Zeitschriften kostenlos abgeben, die Bibliotheken würden Geld einsparen, das Medizinstudium wird preiswerter, es können mehr Studenten studieren, der Numerus Clausus wird gesenkt, der Druck auf die Schüler wird geringer, sie bringen höhere Leistung usw. usw. Das einzige was nicht so gut laufen würde, wären die Gewinne für Elsevier und Co. Die würden einbrechen.

Gründe für Peer Review

https://academia.stackexchange.com/questions/91081/what-is-the-purpose-of-peer-review-in-journals fragt wozu Peer-Reviews durchgeführt werden und vermutet ob es vielleicht der Qualitätsverbesserung oder schlimstenfalls der Zensur dient. Die Antwort liegt auf der Hand: Peer Review dient dazu, das gegenüber zu stigmatisieren. Es also zu einem Opfer zu machen. Man kann das anhand eines Beispiels aufzeigen. Im Feb 2017 hat ein seriöser Forscher auf PeerJ ein Paper hochgeladen, was sich mit der Reise von Pinguinen beschäftigt, https://peerj.com/articles/3459/reviews/ Sogleich haben sich darauf zwei selbst-ernannte Peer-Reviewer gestürzt, die sich zunächst über die Sprachkenntnisse des Einreichers lustig gemacht haben und bösartige Rückfragen bezüglich des Inhaltes gestellt haben:

The English is not perfect,
In general, the methods are fine, but I would like to see some more information:

Im März 2017 fängt der sogenannte Editor (welcher eine Stufe oberhalb der Peer-Reviewer steht) auch noch einen kleinlichen Diskurs darüber an, ob in Zeile 73 der Zusatz „or not“ drinstehen soll oder nicht, um dann im Mai 2017 den „accepted“ Stempel auf das Dokument zu drücken, was bedeutet, dass der Autor offiziell als Victin anerkannt ist. Damit ist das Paper zum Abschuss freigegeben und kann nun auch von Leuten außerhalb der PeerJ Redaktion weichgekocht werden.

Testbericht: Mensa Begabungskoffer

Der Mensa Begabungskoffer https://www.mensa.de/fileadmin/_migrated/content_uploads/Mensa-Begabungskoffer-lowres.pdf ist ein konkretes Beispiel dafür was falsch läuft im Bildungssystem. Auf den ersten Blick macht das Set einen guten Eindruck. In dem Koffer befinden sich lustige Spiele, ein Testfragebogen und die Anmeldekarten für Mensa e.V. in Deutschland. Auch der Ansatz Kinder fördern zu wollen und positiv in die Gesellschaft hineinzuwirken ist das richtige Ziel. Wenn man jedoch einmal näher in den Koffer schaut wird er den hohen Anforderungen nicht gerecht. Es finden sich darin lustlos gestaltete Spiele, Kärtchen die bereits Eselsohren haben und Bilderbücher die langweilige Geschichten erzählen. Der Mensa Begabungskoffer ist nicht im mindesten in der Lage eine Schulklasse zu unterrichten. Mag sein, dass er vor 100 Jahren bei unseren Großeltern noch der Hit war wenn der Lehrer mit so einem Koffer in die Klasse kam, aber nach heutigen Maßstäben sind weder die darin enthaltenen Puzzles, Mathequiz-Aufgaben noch die Knobelspiele besonders attraktiv.

Meiner Meinung nach liegt eine grundsätzliche Fehleinschätzung bezüglich der Intelligenzentwicklung von Kindern vor. Der Verein Mensa e.V. unterstellt, dass es intelligente und weniger intelligente Kinder gibt. Dadurch findet eine Entlastung der Institution Schule statt. Die Verantwortung der Lehrer anregenden Unterricht zu gestalten wird abgewälzt auf das vermutlich hochbegabte Kind. Es handelt sich um schwarze Pädagogik. Besser ist es, wenn man zunächst einmal die Lernumgebung verbessert, sich also überlegt welches Spielzeug das richtige ist um Kinder zu fördern, und was der richtige Unterricht ist. An dieser Stelle sei verwiesen auf das berühmte Sprachexperiment von einem König im Altertum der Kinder beobachtet hat, in deren Umgebung kein Wort geredet wurde. Diese Kinder haben keine Sprache entwickelt, weil es an einer Lernumgebung fehlte. Der Mensa Bildungskoffer in seiner eingangs erwähnten Orginalverpackung ist ein Deprivations-Experiment. Den Kindern wird nötiges Robotik-Spielzeug vorenthalten um dann zum Abschluss noch einen IQ Test durchzuführen. Das kann nicht funktionieren.

Eltern wollen für ihre Kinder das beste vom besten. Wenn sie ihre Kinder jedoch mit dem Mensa-Begabungskoffer spielen lassen, besteht die Gefahr, dass sich ihre Wonneproppen zu Analphabeten zurückentwickeln, die keine Ahnung von Computern haben und mit ihren gleichaltrigen Freunden nicht mithalten können. Der Verein Mensa e.V. thematisiert häufiger, dass gerade hochbegabte Kinder verhaltensauffällig sind. Das ist auch kein Wunder, wenn man so einen schlechten Begabungskoffer zum Spielen bekommt dann wird jeder davon verhaltensauffällig. Was soll man mit dieser Mensa-Anmeldungskarte dann groß machen: man kann damit ein Flugzeug falten und das wars dann. Und das dumme Bilderbuch ist bereits nach 3 Minuten durchgelesen.

Das Konzept einen Koffer zu packen um damit eine Schulklasse zu unterrichten ist so falsch nicht. Auch ist es grundsätzlich richtig, dass Schüler und Kinder mit Spielen zum Nachdenken angeregt werden sollen. Deshalb schlage ich vor, den Mensa Koffer mit hochwertigem besserem Spielzeug und Lernmaterialien zu versehen: unbedingt hinein gehört dort:
– Mindstorms Education EV3 Robotik Set
– Ein aktuelles Handbuch vom BEAM Erfinder Mark W. Tilden
– ein Raspberry PI Kleinstcomputer
– für die kleinen Schüler ein Bee-Bot inkl. Anleitung
– ein USB Stick mit Ubuntu 16.04 LTS zum Booten eines beliebigen Notebooks
– das Buch „Python für Kids“
– Anmeldekarte für die First Lego League

Mit einem derartig ausgestatteten Premium-Koffer ist es tatsächlich möglich, in die Gesellschaft positiv hineinzuwirken und Schüler zu fördern.

Post von Academia.edu

Heute habe ich eine E-Mail von Academia.edu erhalten. Darin wurde stolz verkündet dass man jetzt einen wichtigen Meilenstein erreicht hat weil die Marke von 50 Mio Mitgliedern überschritten wurde, diese haben 18 Mio Paper auf die Plattform hochgeladen und mehr als 850 Mio Menschen weltweit haben die Paper gelesen. Dann gibt es noch das Zitat eines Professors von der Princton University der sagt, dass er unmittelbar nach einem Upload 20 Visits auf sein Paper erhalten haben, was mehr ist als normalerweise üblich.

Soweit zu den guten Dingen. Was jedoch von Seitens Academia.edu nicht thematisiert wird ist die Frage, ob diese 20 Visits auf das Paper in Wahrheit ein Shitstorm waren. Sowas wird als „academic mobbing“ bezeichnet und bedeutet, dass man nicht etwa wohlwollend zitiert wird, sondern dass sich ein sozialer Druck aufbaut. Auch die von Academia.edu so hochgehaltene Möglichkeit eines Peer-Reviews kann sich unbeabsichtigt in einen Pranger verwandeln. Für meinen Teil kann ich sagen, bisher zum Glück davon verschont geblieben worden zu sein. Meine Paper erzielen 0 Visits und das ist gut so.

In Deutschland wurde im Jahr 2008 ein ähnliches Projekt gestartet, es nannte sich Schulradar:

„SchulRadar ist ein deutschsprachiges Internetportal zum Meinungsaustausch über Grund- und weiterführende Schulen in Deutschland. Eltern können auf der Plattform Noten für die Schulen ihrer Kinder vergeben. […]

Viele Schuldirektionen sind aus diesen Gründen der Plattform gegenüber skeptisch eingestellt – Kritik an Schulen an sich sei angebracht, aber nicht auf diese Weise.“ https://de.wikipedia.org/wiki/SchulRadar