Debian’s Zukunft ist besser denn je

http://www.pro-linux.de/news/1/25040/matthew-garrett-%C3%BCber-debians-zukunft.html Das die Aussichten von Debian trübe sind, teile ich nicht. Ganz im Gegenteil, Debian wird in Zukunft sogar noch an Bedeutung gewinnen. Man sollte sich vor Augen führen wozu die Free Software Foundation und das Debian Projekt gegründet wurden. Anders als beim Patentkrieg SCO gegen IBM geht es nicht etwa darum, Linux frontal zu attackieren sondern Debian setzt auf Methoden der weichen Beeinflussung. Es ist ein Sprachrohr für Microsoft um die Konsumenten über Freie Software aufzuklären und sie davon zu überzeugen bei Microsoft Windows zu verbleiben. Wie im obigen Text richtig angemerkt wurde, ist Windows 10 sehr viel sicherer als Debian. Und auch als Serverbetriebssystem ist Microsoft klar im Vorteil. Genau darum geht es ja, Debian als schlechtere alternative zu Microsoft zu promototen damit der Kunde die Auswahl hat: will er schlechte GPL Software oder will er zuverlässige ClosedSource Software von einem Konzern. Bei Debian erhält der Kunde weder Support, noch tagesaktuelle Sicherheitsupdates und auch keine technische Innovationen. Genau das ist der Vorteil von dieser Linux-Distributuion. Gleichzeitig ist Debian ideal geeignet um weitere Freie Software Projekte indirekt zu kontrollieren wie z.B. Ubuntu, Linux Mint oder ArchLinux die allesamt auf dem Debian Paketsystem aufbauen. Dadurch behält Microsoft die Kontrolle über Freie Software ohne offenbaren zu müssen, dass man das Krebsgeschwür am liebsten verdrängen will. Die Zukunft von Debian ist besser denn je. *

Witzveranstaltung Debconf 17 gestartet

Wie Pro Linux zu berichten weiß ist die Debian Conference 2017 gestartet https://www.pro-linux.de/news/1/25018/debconf-17-startet-in-montreal.html Es gibt — laut Selbstdarstellung — dort eine Vielzahl von Vorträgen rund um Linux, Freie Software und natürlich die Debian Distribution zu hören. Das Problem mit der Debconf ist, dass man die Show eigentlich nur als Witz bezeichnen kann. Fragen wir dochmal die Anwender was sie von Linux erwarten. Üblicherweise werden 2 Dinge genannt, Support in Form von Dienstleistungsverträgen, sowie Software-Updates die das Produkt technologisch auf den neuesten Stand bringen. Leider bietet Debian davon nichts. Weder kann man bei Debian Anwendersupport kaufen, noch programmiert Debian Updates. Was genau Debian ist, kann man am besten umschreiben mit Journalistenkollektiv. Also eine weitere Ebene die eingezogen wurde, zwischen Linux und Anwender die von nicht näher genannten Geldquellen finanziert wird und wovon unklar ist, was die Hidden Agenda ist.

Pro Linux und andere Computerzeitschriften behaupten bis Heute, dass sich Debian und Ubuntu verdient gemacht hätten rund um Linux und Freie Software. Aber das haben sie nicht. Davon dass die jährlichen Debconf-
Konferenzen abgehalten werden, hat niemand etwas. Dadurch kommen Wayland und andere Projekte keinen Millimeter voran, und irgendwelche Leute, die den Unterschied zwischen kommerzieller Software und freier Software herausarbeiten und eine ideologische Rechtfertigung liefern kein Microsoft einzusetzen braucht auch niemand. Entweder, Linux ist so gut, dass man es gegen Bezahlung auf die eigene Hardware draufspielt oder man lässt es eben bleiben. Ein bisschen erinnert mich Debian an die frühe Hackerbewegung, der ging es bekanntlich nicht darum, Hardware zu bauen oder Software zu programmieren sondern die frühen Hacker wollten die Dinge kaputtmachen, welche richtige Firmen und richtige Softwareentwickler programmiert haben. So eine Art von Selbstermächtigung. Böse formuliert ist die Debconf also eine Linux-Hate-Group die mit freier Software nicht viel zu tun hat. So wundert es auch nicht, dass die meisten Teilnehmer dort auf ihren Notebooks entweder Apple oder Windows 10 installiert haben und Debian nur ehrenamtlich und unentgeltlich betreiben.

Leider dürfte auch dieses Jahr der Zuschaueranstrum ungebrochen sein, was nichts anderes heißt, dass Linux nach wie vor ein Schattendasein führt. Bevor sich Linux auf dem Desktop wird durchsetzen können, müssen erstmal Debconf-ähnliche Veranstaltungen an Bedeutung verlieren. Dort sind zuviele Pseudo-Computerfreaks und nicht-Programmierer unterwegs als das man da etwas lernen könnte. Kein Wunder, dass die meisten Themen sich nicht mit Linux oder gar der Zukunft von Linux beschäftigen, sondern üblicherweise steht der Debian-way-of-life im Zentrum. Damit ist gemeint, dass man irgendwie auf Hippie macht, für den Weltfrieden eintritt aber Computer sehr skeptisch gegenübersteht. Am liebsten würde ich sagen, dass Debian technologisch nichts taugt, aber das wäre bereits eine Überhöhung, weil Debian ja keine Software ist, sondern es sich um geklauten Sourcecode der Firma Red Hat handelt, der umettikettiert wurde und mit vielen neuen Sicherheitslücken versehen wurde.

Ubuntu hat es plötzlich eilig, Sicherheitslücken zu stopfen

Wie Heise.de berichtet ist Ubuntu diesmal besonders schnell gewesen eine Sicherheitslücke im Evince Dokokumentenanzeiger zu patchen, https://www.heise.de/security/meldung/Peng-Comic-HACKT-Linux-3771980.html Zwar wurde auch Red Hat schon über die Lücke informiert, aber der Patch wurde bisher noch nicht freigegeben. Auf den ersten Blick spricht das für die Distributution von Marc Shuttleworth. Doch nicht so schnell, wer Ubuntu kennt wird wissen, dass allein das WordPress Package seit mehr als 1 Jahr ungepatcht geblieben ist und die Anzahl an CVE-Exploits die in Ubuntu ungefixt sind deutlich oberhalb von 20 liegt. Warum also jetzt auf einmal die Eile, wenn nochnichtmal Red Hat ihren zahlenden Kunden ein Patch bereitstellt? Fakt ist jedenfalls, dass der Patch bei Debian/Ubuntu von Leuten freigegeben wird, die ehrenamtlich tätig sind, weil man Ubuntu ja nicht kaufen kann, sondern es sich um ein freiwilligen Projekt handelt. Das sollte man wissen, um die Qualität des Security-Patches einschätzen zu können. Anders gesagt, ich bin froh kein Ubuntu mehr einzusetzen, ich traue Canonical nicht.

Ubuntu ist vermutlich tod

Schon in einem früheren Blogpost hat sich angedeutet, dass Ubuntu Linux die besten Tage hinter sich hat. Ich habe zu der Thematik etwas näher recherchiert und auch ein kleines Paper geschrieben, was wie üblich auf Academia.edu erscheinen wird, aber der Verdacht bestätigt sich: das Ubuntu Projekt ist nicht im Stande sich kritischen Nachfragen zu stellen. Hier einige ketzerische Fragen, die zeigen wie es um das Projekt bestellt ist:

1. Wie will Ubuntu Gewinne erwirtschaften?
2. Wie will Ubuntu technisch sich weiterentwickeln, wenn es auf einer Distribution namens Debian aufbaut, die schon beim Systemd Streit bewiesen hat, dass sie fortschrittsfeindlich ist?
3. Ist es reiner Zufall dass alle Migrationsprojekte zu Debian wie LiMux oder Wienux die auf Debian-Derivaten aufsetzten mit einem totalen Desaster endeten?
4. Ubuntu ist nicht EAL4+ zertifiziert, wie will es ohne dieses Feature auf die Desktops von Arztpraxen und Anwaltskanzleien vordringen?
5. Ist ein Unternehmen das aus 500 Angstellten besteht, von denen die Mehrzahl freiwillig und rein marketing-technisch unterwegs sind, in der Lage Linux zu fördern bzw. die OpenSource Community anzuführen?
6. Ist es eine gute Idee, mit immer weiteren Derivaten und Eigenleistungen wie Unity die OpenSource Welt zu fragmentieren?
7. Wie will Ubuntu sicherstellen, dass der eingesetzte Sourcecode kontinuierlich verbessert wird, wenn Kernel Hacker wie Alan Cox und Linus Torvalds in einer anderen Firma unter Vertrag sind?

Kurzum, ich glaube das das Projekt an sich und nicht nur einige Detailfragen auf der Kippe steht. Meiner Einschätzung nach basiert der Bekanntheitsgrad und das hohe Vertrauen was Ubuntu von seinen Usern erhält auf einem Hype der durch Medien inszeniert wurde und rein marketing-technisch betrieben wird. Linux und OpenSource ist ein wenig zu wichtig, als dass man es als Movement definieren sollte. Und ich glaube auch nicht, dass die Welt von Linux überzeugt werden muss.

Ist Ubuntu tot?

Es mag ein wenig sonderbar erscheinen, wenn man auf die erfolgreichste Linux Distribution mit unzähligen Fans weltweit ein Sterbelied anstimmt, aber es mehren sich die Hinweise dass Ubuntu tot ist. Nicht Linux insgesamt sondern nur die Distribution von Marc Shuttleworth. Werfen wir einen Blick auf die Fakten. Das Konzept Ubuntu auf das Smartphone zu bringen ist gescheitert, dass erklärt der Firmengründer selbst. Und auf die Zukunft angesprochen sieht Shuttlewort die Zukunft von Ubuntu im Server und Cloud Segment. Das ist besonders deshalb erstaunlich weil eigentlich Ubuntu bekannt wurde als Desktop Betriebssystem. Was also will ubuntu im Server Bereich machen? Aber auch von anderen gibt es Kritik. Ubuntu wird vorgeworfen, nichts zurückzugeben an die OpenSource Community. Eine Anschuldigung die sehr hart ist aber dennoch viel wahres enthält.

Womöglich haben übereifrige Journalisten und geblendete Anwender in der Vergangenheit in Ubuntu etwas gesehen was es nie war. Vergleicht man die nakten Zahlen so ist Ubuntu verglichen mit Redhat ein Zwerg. Sie haben fast keine Angestellte und auch kein Geschäftsmodell. Finanziert wurde Ubuntu durch den Idealismus eines einzigen Mannes, der noch dazu eine Oberfläche namens Unity pushen wollte, die sonst niemand unterstützt hat. Die Schwierigkeit ist weniger Ubuntu wie es heute ist, sondern die fehlende Zukunftsperspektive. Wie will Ubuntu Geld verdienen vor allem stellt sich die Frage wie will Ubuntu besser werden als Redhat? Die Antwort weiß Shuttleworth selbst am besten: gar nicht. Der Kampf ist bereits verloren. Ubuntu war ein netter Versuch, aber er hat nicht funktioniert. Es gibt an dem System mehrere Schwächen: erstens, ist eine Community only Distribution finanziell nicht tragfähig, zweitens ist der Unterbau Debian technisch veraltet und wird von keinem größeren Unternehmen oder Behörden eingesetzt. Drittens fehlt es innerhalb von ubuntu und Debian an technischem Knowhow das konnte man zuletzt an dem Systemd Streit erkennen. Und zu guter letzt ist OpenSource keine Einbahnstraße. Wer den Linux kernel nur benutzt, selber aber nicht weiterentwickelt steht in einem moralischen Problem. Er muss sich gefallen lassen von Leuten die programmieren nicht ernst genommen zu werden.

Aber es gibt auch gutes über Ubuntu zu berichten. Keine andere Distribution davor hatte ein derartig liebevoll gepflegtes Wiki. Im Grunde war das Ubuntuusers-Wiki der Hauptgrund für mich mich überhaupt näher mit Linux auseinandersetzen. Und keine andere Distribution hatte so schön einsteigerfreundliche Vorträge. Wo man auf deutsch und leichtverständlich erklärt bekommt wie man das System installiert und verwaltet. Das hat dazu beigetragen, Linux in den Massenmarkt zu pushen, aber es reicht nicht aus für die Zukunft. Marketing allein ist nicht genug. Man sollte nicht vergessen, dass die Gegenspieler von Linux also Apple und Microsoft keine Anfänger sind. Die wissen wie man programmiert und die haben Ahnung von Geschäftskundenbedürfnissen. Wenn man Linux zum besten Betriebssystem weltweit machen will, was sowohl Geschäftskunden als auch Privatanwender einsetzen dann ist Ubuntu der falsche Ansatz. Canonical ist nicht aggressiv genug für den Softwaremarkt.

Das Ubuntu gegenwertig von Microsoft quasi geschluckt wird und in Windows integriert wird mag zwar für Microsoft interessant sein, für Ubuntu bedeutet es jedoch das Ende. Davon wird sich die Distribution nie mehr erholen.

Nehmen wir mal an, die Trauerrede ist berechtigt und Cannocical sagt irgendwann selber, dass sie sich von Linux verabschieden. Was sollen die Anwender dann tun? Zu Windows zurückwechseln kommt nicht in Frage. Aber wie wäre es mit Fedora? Man hätte dort ein Desktop-Betriebssystem was als stabil gilt und mit Redhat einen mächtigen Fürsprecher besitzt. Im Grunde müsste man Fedora ein wenig einsteigerfreundlich machen, das Wiki auf Deutsch übersetzen und einige Anpassungen an den Spracheinstellungen vornehmen und schon hätte man ein modernes Linux was zukunftsfähig ist. Das Redhat ebenfalls 60% seiner belegschäft entlässt und mit Umsatzeinbußen kämpfen wird ist eher nicht zu erwarten. Redhat ist nach wie vor der größte Anbieter für OpenSource und dürfte ähnlich wie Linux eine glänzende Zukunft besitzen.

Der Umstieg von Ubuntu zu Fedora ist nicht ganz einfach. Zu Fedora gibt es auf Deutsch fast keine Hilfe, desweiteren enthält Fedora wie alle Linux Betriebssysteme mitunter Bugs, wo also Hardware nicht funktioniert oder Programmabstürze vorkommen. Aber was ist die Alternative? Bei Ubuntu bleiben und die Anzeichen des Verfalls ignorieren?

RÜCKBLICK
Schauen wir in die Vergangenheit wodurch Ubuntu groß geworden ist. Das Motto lautete damals dass Ubuntu übersetzt Menschlichkeit bedeutet und sich an ganz normale Leute wendet. Also nicht für Programmierer und Linux-Experten sondern für den heimanwender da ist. Damit ist Ubuntu in eine Marktlücke vorgestoßen. Im Jahr 2005 gab es auf der einen Seite das leicht zu bedienende Windows Betriebssystem und auf der anderen Seite ein Linux plus X11 Oberfläche was im Stile von Slackware Linux sich an die Profis wendete. Ubuntu ist genau dazwischen vorgedrungen, hat also ein leicht zu installierendes Linux auf den Markt gebracht. Dies war der Anreiz für tausende / ja Millionen von Menschen sich näher mit Ubuntu zu beschäftigen.

Das Problem ist, dass inzwischen die Welt eine andere geworden ist. Andere Distributionen haben sich an Ubuntu orientiert und ebenfalls ihre Installer vereinfacht. Heute funktioniert der Installprozess eines Antergos oder eines Fedora Systems exakt so wie bei Ubuntu. Desweiteren hat sich OpenSource großflächig durchgesetzt und eigentlich niemand will heute noch darauf verzichten. Sogar Microsoft denkt inzwischen über ein eigene OpenSource Strategie nach. Großkonzerne wie IBM machen das ohnehin. Und genau hier gibt es das Problem. Heute gibt es keinen Bedarf mehr nach einem einsteigerfreundlichen Desktop Linux, diese Lücke wurde geschlossen. Wo also will Ubuntu jetzt hin? Die Stragie das Konzept auf den Smartphone Bereich auszudehnen ist gescheitert, dass sagt Canonical selber. Und bei Profientwicklern war Ubuntu nie beliebt. Jetzt fehlt es an einer klaren Ausrichtung.

Je mehr man sich mit Ubuntu beschäftigt desto deutlicher kristalisiert sich heraus, dass die Glanzzeiten vorbei sind. Ubuntu macht im Jahr 2017 keinen Sinn mehr. Man kann es zwar nach wie vor bei sich installieren und damit Zeit verbringen, aber es fehlt der kommunikative Überbau, also eine Leitidee darüber was Ubuntu ist und wie es einmal sein wird. Das war früher anders. Von 2005-2010 hatte Ubuntu eine klare Vision, damit war es ziemlich allein da. Die Vision war damals, dass man weggeht von propritärer Software und dafür OpenSource Software einsetzt. Auch heute ist das noch eine gute Idee, aber es ist nichts neues mehr. Es gibt keine User mehr die Windows auf dem Desktop oder dem Server nutzen.

BASELINE
Was ist die Baseline für Linux OpenSource? Im Kern geht es darum, dass:
– die Software kostenlos ist
– als OpenSource vorliegt
– Unix kompatibel ist

Das ist die Mindestanforderung die jede Linux-Distribution erfüllen muss. Erstaunlicherweise erfüllt auch Redhat diese Anforderung. Fedora kann man sich kostenlos aus dem Netz ziehen, man darf den Sourcecode weiterverbreiten und wenn man „rm -rf“ eingibt wird das aktuelle Verzeichnis gelöscht. Die interessante Frage ist jetzt, ob das was Redhat noch um diese Baseline herum treibt sinnvoll ist und wenn ja warum. Wenn ich das Marketing-Sprech richtig interpretiere versucht Redhat darüber hinaus noch Geld zu verdienen in Höhe von mehrere Milliarden US$, und es versucht die User dazu zu bringen Software zu programmieren und Patches einzusenden. Beides ist durchaus kritikwürdig, aber es dürfte langfristig der richtig Ansatz sein. Weil man so dafür sorgt auch in 10 Jahren noch Maintainer zu haben und weil man so genug Geld hat, um die besten Programmierer der Welt zu bezahlen. Das wiederum sorgt dafür dass die Baseline wie sie oben definiert wird eingehalten wird.

Kurz gesagt, ich glaube das Kritik an Fedora berechtigt ist, aber nur solange sie das Ökosystem als ganzes nicht in Frage stellt. Also so formuliert ist, dass Redhat eine gute Sache ist, Fedora der richtige Weg aber man jetzt im Detail überlegen muss ob eine Entscheidung günstig war.

LITERATUR
Ebenfalls der Meinung „Ubuntu is dead“ ist https://www.devside.net/articles/ubuntu-linux-dying darin heißt es, dass sich eine Linux Distribution zwingend auf Business Kunden ausrichten muss weil sie nur so Geld verdient. Und ebenfalls wird aufgeführt, dass Ubuntu nicht mit dem gut etablierten Redhat konkurieren kann.

Weiteren Quellen die ebenfalls andeuten, dass Ubuntu an sich gefährdet ist gibt es keine. Aber dafür jede Menge Blogposts in denen verkündet wird, dass ubuntu Phone dead ist und das Ubuntu Unity dead ist. Weil beides Canoncial sogar selbst zugegeben hat. Das Problem ist, dass Canonical im Zuge von Umstrukturierungen einige Entwickler gekündigt hat, also in absoluten Zahlen aus weniger Angestellten besteht. Das lässt schlimmes befürchten. Je weniger Manpower, desto geringer auch die technische Kompetenz. Und damit fällt Canonical vollends hinter Redhat zurück, ist also noch weniger in der Lage, Business Kunden für sich zu gewinnen.

Eigentlich mache ich das ungern hier so sehr gegen Ubuntu zu stänkern, zumal ich selber das System nutze. Lieber würde ich gegen Redhat stänkern und denen düstere Zeiten vorhersagen. Das Problem ist nur, dass sich keine derartigen Informationen finden lassen. Stattdessen ist hier http://www.silicon.de/41643545/red-hat-meldet-fuer-2016-neuen-umsatzrekord/ zu lesen, dass Redhat erneut den Jahresumsatz steigern konnte. Auch die Aussicht auf 2018 ist positiv, man rechnet mit weiteren Umsatzsteigerungen.

Es bleibt noch zu klären wie man Redhat plattmachen kann. Das Problem ist, dass anders als Microsoft Redhat bereits auf OpenSource setzt, man also nicht einfach Linux als Gegenmodell hervorzaubern kann, auch mit kostenlosen Linux Distributionen kann man gegen redhat nichts ausrichten, weil die bereits Fedora am Start haben. Aktuell fällt mir ehrlich gesagt nichts ein, wie man Redhat kaputt machen kann, vielleicht gibt es da schlichtweg keinen Schwachpunkt? Offenbar hat es der Konzern geschafft, OpenSource und Geldverdienen zu koppeln und ist damit nicht nur im Besitz einer Lizenz zum Gelddrucken sondern kann auch reine Community Distributionen wie Debian und Ubuntu zerstören.

Testbericht Ubuntu 16.04

Obwohl Ubuntu 16.04 schon etwas länger für die Öffentlichkeit zum Download bereitsteht soll an dieser Stelle nochmal ein kleiner Kurztest folgen. Insgesamt kann man sagen, dass Ubuntu 16.04 im besten Sinne einem Windows XP ähnelt. Wer XP mochte wird auch mit Ubuntu sich gut anfreunden können. Zum einen handelt sich bei Ubuntu 16.04 um eine Software die wirklich eine große Verbreitung genießt, es gibt dutzende Foren wo die Leute über alles mögliche diskutieren und in Folge dessen besitzt die Software keine ernsthaften Probleme. Natürlich enthält auch Ubuntu 16.04 viele störende Probleme wie z.B. dass die mitgelieferte Software teilweise veraltet ist, dass die Sicherheitsupdates nicht so schnell kommen wie man sich das wünschen würde, dass massenhaft persönliche Daten an Firmen versendet werden (an Canonical, an Firefox, an Google und an Amazon). Aber egal, all diese Probleme gibt es auch mit anderen Betriebssystemen. Der Hauptvorteil von Ubuntu gegenüber allen anderen Linux Distributionen wie Antergos, Fedora oder Debian ist, dass man als Nutzer schön in Watte gepackt wird. Es gibt nie den Moment wo man im Grub Menu den „nomodeset“ Befehl einsetzen muss um doch noch die Grafikkarte zu aktivieren und es gibt auch nicht den Fall dass man sich groß entscheiden muss zwischen CSM und UFI Boot, sondern die Ubuntu Leute haben die meisten dieser Entscheidungen übernommen und man kann sich als Anwender nur auf das wesentliche orientieren.

Zugegeben, vom technischen Standpunkt ist Ubuntu 16.04 veraltet. Ähnlich wie Windows XP enthält es massive Sicherheitsprobleme, uralte Software und wirklich etwas über Betriebssysteme lernt man auch nicht wenn man damit eine Weile herumgespielt hat. Bei anderen Distributionen wie Antergos oder ArchLinux ist alles besser. Nur, Ubuntu hat den Vorteil dass es extrem sympathisch ist. Es ist ein System was von Anfang an für die breite Masse entwickelt wurde. Es ist ein Produkt bei dem ähnlich wie bei Windows XP die Marketing-Abteilung die Oberhoheit hatte. Der Grund warum Ubuntu so eine große Verbreitung besitzt dürfte damit zu tun haben, dass es zwar viele kleine Probleme gibt aber keine extrem großen. Das heißt, der Normaluser wird auf einem Normal-PC das System installiert bekommen was schonmal gegenüber den meisten anderen Linux-Distribution ein riesiger Vorteil ist. Bei Antergos scheitert selbst dieser erste Schritt. Und der Normaluser wird mit Ubuntu wenigstens leicht veraltete Software erhalten, was schonmal besser ist als gar keine Software. Beispielsweise findet sich im Ubuntu Repository ein Software namens Eclipse welche deutlich älter ist als 4 Jahre, aber hey: um damit kleine Java-Apps zu erstellen reicht das Programm vollkommen aus. Ebenso ist der LMMS Sequencer weder für professionelle Musikproduktion im Studio geeignet noch ist es innerhalb der Linux-Welt die aktuellste Version — aber auch hier gilt, man kann das Programm starten, einige Noten eingeben und sich den Song dann über Lautsprecher anhören. Das ist doch schonmal was.

Ubuntu 16.04 ist für die Linux Welt eine Art von Baseline. Also eine Software wo die Masse sich gut aufgehoben fühlt und was man als Fallback nutzt wenn all die Experimente die man sonst so anstellt nicht funktionieren. Es ist ein wenig schwer Ubuntu mit anderen Betriebssystemen zu vergleichen. Mit einem aktuellen Windows 10 kann es nicht mithalten, weil unter Windows 10 aktuelle Topspiele laufen, die man in Ubuntu nicht installieren kann und mit einem ArchLinux kann Ubuntu auch nicht mithalten, weil es mit veralteten Programmen arbeitet. Wer jedoch einerseits ein kostenloses Betriebssytem sucht auf der anderen Seite aber kein ArchLinux will, der dürfte mit Ubuntu viel Spaß haben.

Der Anwender muss sich jedoch im Vorfeld über bestimmte Einschränkungen im klaren sein. Zum einen surft man mit Ubuntu nicht anonym im Internet. Das heißt, der komplette Traffic wird aufgezeichnet. Zweitens sendet Ubuntu die Geolocation Daten des eigenen Routers an Google was bedeutet, dass man in Längen und Breitengraden getrackt wird, drittens sind die Sicherheitshürden die Ubuntu aufbaut relativ leicht von außen zu überwinden es gibt beispielsweise Berichte darüber dass Ubuntu Server obwohl sie alle Patches hatten, gehackt wurden und die Passworte abgegriffen wurden und zu guter Letzt ist Ubuntu in der Linux Community nicht gut angesehen. Es ist jene Distribution die man eigentlich nicht verwenden sollte, die dann doch aber irgendwie den Weg auf alle möglichen Rechner findet. Anders gesagt, Ubuntu User werden ausspioniert, gehackt, ihre Daten werden verkauft und sie werden im Unklaren darüber gelassen wie genau die verwendete Software funktioniert. Man kann als Ubuntu-Anwender vor allem lernen, wie man sich unterordnet, keine kritischen Fragen stellt und die Kontrolle abgibt an andere.

An dieser Stelle soll nochmal darauf hingewiesen werden, dass dies ein pädagogisches Konzept darstellt was als „Ubuntu Zirkusschule“ bezeichnet wird, hier http://www.erziehungskunst.de/artikel/eine-zirkusschule-fuers-leben/ gibt es weiterführende Informationen.

Warum Ubuntu besser ist als ArchLinux

Was ist der Unterschied zwischen Ubuntu und ArchLinux? Er ist geringer als viele denken. Auch bei Ubuntu werden nightlybuilds automatisiert über Scripte erzeugt. Der Unterschied ist jedoch, dass diese nicht als Release gedacht sind, sondern von sogenannten ISO-Testern in einer virtuellen Maschine gestaret werden und anhand von Test-Cases überprüft werden. Erstaunlich häufig kommt es dabei zu Bugs. Es werden sogar Tests auf physischer Hardware durchgeführt und auch hierbei kommt es häufig zu Pannen wie das sich ein Iso nicht installieren lässt oder ähnliches.

Der Normale User bemerkt von dieses Tests nicht weil die fertige Version dann verbessert wurde. Deshalb kann man Ubuntu ISO Images fast auf jedem Rechner zum Laufen bekommen, während bei ArchLinux es eher die Ausnahme ist, dass das System out-of-the-box funktioniert. Der Grund warum ArchLinux nicht ebenfalls so eine aufwendige Testprozedur durchführt hat etwas damit zu tun, dass man dafür Manpower benötigt. Bei Ubuntu sind derzeit nur für das sogenante Laptop Testing bei dem ISO Files auf physischer Hardware ausprobiert werden, rund 350 Leute beteiligt. Im Grunde machen diese Leute nichts anderes, als das was ein Anwender auch tun würde: CD runterladen, installieren, mit der Maus auf Buttons klicken, sich über Bugs aufregen. Dieses Testing ist dann auch der Grund, warum die Ubuntu Release Versionen schon veraltert sind wenn sie ausgeliefert werden. Nur selten gibt es einen aktuellen Kernel auch wenn man hier versucht besser zu werden.

Selbstverständlich kann der Anwender auch bei Ubuntu topaktuelle Software erhalten. Es steht im frei die sogenannte Unstable Version herunterzuladen, die einmal täglich neu kompiliert wird und die allerneuste Software inkl. aller Sicherheitsverbesserungen enthält. Das Problem damit ist jedoch, dass man dort relativ oft Bugs findet. Wers nicht glaubt muss sich nur mal die Testing-Protokolle der letzten Jahre anschauen. Es stellt sich die Frage, ob diese Fehler so schwerwiegend sind, dass man nur deshalb bei Stable-Release Distributionen bleiben soll. Die Antwort lautet ja. Nicht nur Ubuntu verwendet dieses Modell sondern auch Redhat, Microsoft oder Apple arbeiten nach diesem Prinzip.

Das Konzept was ArchLinux verwendet ist zwar attraktiv aus theoretischer Sicht scheitert in der Praxis aber dadurch, dass es keinen Weg gibt die Fehlerfreiheit eines nightly-builds zu garantieren. Und mehr noch, es ist fraglich ob man den trunk-Zweig des Upstreams überhaupt in eine lauffähige Distribution überführen kann. Anders formuliert, eine neue Version des Linux Kernel mag in der Rawhide Umgegung von Linus Torvalds perfekt funktionieren, das heißt aber noch nicht lange, dass sie in-the-wild auf den dort eingesetzten PCs tatsächlich perfekt arbeitet.

Stable-Release Distributionen besitzen viele Nachteile:
1. wird viel Manpower für die Bürokratie und das manuelle Testing gebunden
2. erhält der Anwender veraltete Software
3. werden Sicherheitsupdates gar nicht oder verzögert eingespielt

Aber kann man diese Nachteile dadurch beseitigen in dem man einfach die nightlybuilds an den Endverbraucher ausliefert so wie es Cyanogenmod und ArchLinux tun? Ist Rolling-Release womöglich die Zukunft der Softwareentwicklung? Aus Sicht des Upstreams ist sowas sinnvoll, aber die User werden die Distribution nicht mögen. Die User wollen kein System was sich täglich verändert und wo sie selbst mit Gerätetreibern und Kernel-Parametern hantieren müssen. Das funktioniert weder bei OpenSource Software noch bei kommerzieller Software.

Schauen wir uns dochmal erfolgreiche Projekte an. Da wäre Redhat zu nennen, was mit seinen Produkten Milliarden verdient. Da ist Microsoft zu nennen, Apple und natürlich Ubuntu. Schaut man auf den Verbreitungsgrad und auf das Feedback, so lieben die Kunde diese Software. Selbst zu Windows XP gibt es noch unverbesserliche Fans die damit arbeiten und nicht updaten wollen. Die Gemeinsamkeit zwischen all diesen Produkten ist, dass sie mittels Stable-Release entstanden sind. Das also Herscharen von Testern, Maintainern und Bugtrackern die Software vor Auslieferung zunächst intern einer Qualitätskontrolle unterzogen haben und das dabei konkrete Entscheidungen getroffen werden. Diesen Prozess abzukürzen oder zu vereinfachten ist nicht möglich.